Ausschreitungen im Nordderby DFB fordert Geisterspiel für Rostock

Hansa Rostock droht eine Partie vor leeren Rängen. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes fordert nach Ausschreitungen im Nordderby gegen St. Pauli ein Geister-Heimspiel für den Wiederholungstäter. Die Hamburger werden wohl ebenfalls bestraft.

Rostock-Anhänger gegen St. Pauli: Die Hamburger sollen 20.000 Euro Strafe zahlen
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Rostock-Anhänger gegen St. Pauli: Die Hamburger sollen 20.000 Euro Strafe zahlen


Hamburg - Fußball-Zweitligist Hansa Rostock erwartet nach den Ausschreitungen seiner Anhänger im Nordderby gegen den FC St. Pauli eine harte Strafe. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) fordert in seinem Strafantrag für den Club ein Heimspiel ohne Zuschauer im Stadion. Das teilte der DFB am Donnerstag mit. St. Pauli soll wegen Verfehlungen seiner Fans eine Geldstrafe von 20.000 Euro zahlen.

Das DFB-Sportgericht war erst vor einer Woche der Empfehlung des Kontrollausschusses gefolgt und hatte den Zweitligisten Dynamo Dresden nach Ausschreitungen aus dem Pokalwettbewerb der kommenden Saison ausgeschlossen. Bei einem sogenannten Geisterspiel würde den ohnehin klammen Rostockern eine sechsstellige Summe entgehen.

Zu einem Geisterspiel hatte das DFB-Sportgericht zuletzt den FC St. Pauli nach der sogenannten "Bierbecher-Affäre" verurteilt, dann das Urteil aber nach einem Einspruch der Hamburger in eine Platzsperre umgewandelt. Das erste "Geisterspiel" im deutschen Profifußball gab es im Januar 2004 zwischen den damaligen Zweitligisten Alemannia Aachen und dem 1. FC Nürnberg.

Rostock und St. Pauli haben bis kommenden Dienstag Zeit, sich zu dem Strafantrag zu äußern. Das Duell der beiden Nordclubs am 19. November wurde kurz unterbrochen, nachdem im Hamburger Fanblock bengalische Feuer abgebrannt worden waren. Rostocker Anhänger schossen daraufhin Leuchtraketen in den Gästeblock. Nach Spielschluss gab es erneut Ausschreitungen dieser Art. Insgesamt wurden rund um das brisante Nordderby zehn Personen verletzt, darunter acht Polizisten. Gegen 33 Randalierer wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Rostock ist in dieser Saison Wiederholungstäter

Rostock war in dieser Saison bereits nach dem Spiel bei Eintracht Frankfurt für seine gewalttätigen Fans verurteilt worden. Hansa musste bei zwei Auswärtsspielen auf seine Anhänger verzichten und den betroffenen Vereinen Erzgebirge Aue und Fortuna Düsseldorf je 25.000 Euro Schadenersatz zahlen. "Deshalb halten wir jetzt eine härtere Sanktion für angebracht", sagte Anton Nachreiner, der Vorsitzende des Kontrollausschusses.

In der vergangenen Woche hatte wegen den erneuten Ausschreitungen Hansas Hauptsponsor Veolia bekanntgegeben, sein Engagement spätestens nach Ablauf der Saison zu beenden. Bei weiteren Krawallen, so drohte das Umweltservice-Unternehmen, werde man unmittelbar aus dem Vertrag aussteigen.

Der Verein hatte das Verhalten der Randalierer verurteilt und um eine gesamtgesellschaftliche Unterstützung gebeten. "Wir bitten die Verbände, die Politik und die Judikative, uns Vereine mit diesem gesamtgesellschaftlichen Problem nicht alleine zu lassen", hieß es in einer Pressemitteilung.

Neben Hansa und den bereits bestraften Dresdnern droht derzeit einem dritten ostdeutschen Fußball-Club eine Strafe: Nach Entgleisungen offensichtlich rechtsextremer Personen bei einem Spiel des FSV Zwickau kündigte die zuständige Staatsanwaltschaft an, mit "allen Mitteln der Strafprozessordnung die Vorfälle beim Oberligisten aufzuklären".

luk/sid/dapd/dpa

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Seite 1
pudel_ohne_mütze 01.12.2011
1. Zoff in deutschen Fußballstadien =
Zitat von sysopHansa Rostock droht eine*Partie vor leeren Rängen. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes*forderte nach Ausschreitungen im Nordderby gegen St. Pauli ein "Geister"-Heimspiel für den Wiederholungstäter. Die Hamburger*sollen 20.000 Euro Strafe zahlen. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,801142,00.html
Gelddruckmaschine. Je mehr Zoff desto mehr Geldtrafen zugunsten der DFB - Kasse. Ein Schelm wer böses dabei denkt........
franko_potente 01.12.2011
2. -
Zitat von sysopHansa Rostock droht eine*Partie vor leeren Rängen. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes*forderte nach Ausschreitungen im Nordderby gegen St. Pauli ein "Geister"-Heimspiel für den Wiederholungstäter. Die Hamburger*sollen 20.000 Euro Strafe zahlen. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,801142,00.html
20 Riesne für St Pauli. 480000 für Rostock. Erstaunllich wie gerechtund objektiv der DFB ist. Lieber DFB, führt doch einfach eine Ostliga ein. Da können die sich gegenseitig zu TOde randalieren und Ihr ordenltich mitkassieren, aber wenigstens siehts dann nicht ganz so offenslichtlich aus.
Friedfisch Otter 01.12.2011
3. Bengalische Feuer
... gab es da nicht letzte Woche eine Spielunterbrechung wg. bengalischem Feuer bei Schalke vs Dortmund? Wann gibts hier das Geisterspiel, Ausschluss aus dem DFB-Pokal o.ä.? Irgendwie seltsam....
harmlosarm 01.12.2011
4. tiefgründige Entscheidung
Zitat von sysopHansa Rostock droht eine*Partie vor leeren Rängen. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes*forderte nach Ausschreitungen im Nordderby gegen St. Pauli ein "Geister"-Heimspiel für den Wiederholungstäter. Die Hamburger*sollen 20.000 Euro Strafe zahlen. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,801142,00.html
Jawollo, lieber DFB immer ruff uff die schon armen Ostvereine !! Die habens ja so dicke. Ist schon armselig, was sich der DFB einfallen läßt. Bei diesen Straf-Tendenzen ist heute schon absehbar, wann der gehobene Fußball im Osten Deutschlands in der Versenkung verschwunden ist. Statt diese Gewaltproblematik als gesellschaftliches Problem aufzugreifen behilft man sich mit wirtschaftlich nicht zu vertretenden Strafen. Und die Politik hält sich wie immer raus aus der Geschichte. So wird die Gewaltbereitschaft nicht minimiert >>>> es werden dann andere Felder gesucht und sicher gefunden. Mann, Mann, Mann..............
ChristianW. 01.12.2011
5. .
Ich bin mir sehr sicher, dass nach der Randale von Dortmund-Schalke es ebenfalls mindestens ein Geisterspiel für Dortmund und den Ligaausschluß für Schalke geben wird. Dortmund-Schalke: 35 Festnahmen, geworfene Pyrotechnik/Glasflaschen/sonstige Gegenstände, unbekannte Anzahl an Verletzten. Laut Polizei: Alles war unter Kontrolle. Dortmund-Dresden 15 Festnahmen, 2 Verletzte, Sachbeschädigung im Stadion. Laut Polizei: Es gab fast ein Blutbad. Strafe Dresden: Pokalausschluß Strafe Schalke: Du du du! Das eine war halt ein Livespiel im Free-TV. Das andere nur ein Derby. Achja, ein Verein kommt aus dem Osten. Hat aber damit rein gar nichts zu tun. In 24 Tagen kommt übrigens der Weihnachtsmann.
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