Hamburg - Drittligist Chemnitzer FC muss nach den rassistischen Beleidigungen gegen Dresdens Stürmer Mickael Poté und der durch Rauchbomben verursachten Spielunterbrechung im DFB-Pokal gegen Dynamo Dresden mit erheblichen Strafen rechnen. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Chemnitz muss zeitnah eine schriftliche Stellungnahme beim DFB einreichen, danach wird über eine Strafe entschieden.
Beim 0:3 im Pokal-Erstrundenspiel hatten Chemnitzer Fans Dresdens dunkelhäutigen Angreifer Poté mit Affenlauten diffamiert und mit einem Feuerzeug nach ihm geworfen. Zudem unterbrach Schiedsrichter Markus Schmidt die Begegnung eine Viertelstunde nach dem Seitenwechsel für vier Minuten, nachdem in CFC-Fanblöcken Ruchbomben gezündet worden waren.
"Das sind Dinge, die wir als Verein nicht tolerieren können. Wir werden uns dagegen wehren und auch hier versuchen, Aufklärung zu betreiben. Wir werden uns selbstverständlich bei Mickael Poté entschuldigen, so etwas hat absolut nichts auf dem Platz zu suchen", sagte CFC-Sportdirektor Jörg Emmerich.
Poté selbst hat die Beleidigungen bereits ad acta gelegt. Er hoffe aber, dass nicht weggesehen wird, vor allem von Verbandsseite. "Für mich ist das Thema abgehakt. Ich hoffe, dass die Liga darüber nachdenkt, auch für die anderen Opfer solcher Aktionen", schrieb der 27-Jährige auf seiner Facebook-Seite. Der gebürtige Franzose spielt für Benins Nationalmannschaft.
Befürchtete große Ausschreitungen ausgeblieben
Im Zusammenhang mit den Rauchbomben hat die Polizei mittlerweile einen Verdächtigen gestellt. Der 23-Jährige wurde vorübergehend festgenommen, er soll im Stadion einen Nebeltopf gezündet haben. Die Polizei leitete gegen den CFC-Anhänger Ermittlungen wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung ein.
Die befürchteten großen Ausschreitungen zwischen den verfeindeten Fanlagern blieben jedoch aus. "Insgesamt haben wir lediglich fünf Straftaten im Zusammenhang mit dem Spiel zu verzeichnen. Es war ein relativ ruhiger Arbeitseinsatz ohne große Störfälle", sagte Jana Kindt, Sprecherin der Chemnitzer Polizei.
mib/sid/dpa
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