Ausschreitungen in Köln Mehrzahl der gefassten Hooligans kam aus Dortmund

Dortmunder Hooligans spielten offenbar eine große Rolle bei den verabredeten Fan-Ausschreitungen in Köln vor dem Testspiel gegen Schalke. Den Großteil der vorläufig festgenommenen Personen rechnet die Polizei der BVB-Anhängerschaft zu.

Polizisten mit festgenommener Person in Köln: Verabredete Prügelei
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Polizisten mit festgenommener Person in Köln: Verabredete Prügelei


SPIEGEL ONLINE Fußball
Hamburg - Mitte Januar kam es vor dem Testspiel zwischen dem 1. FC Köln und Schalke 04 zu heftigen Fan-Ausschreitungen in der Kölner Innenstadt. Eine Person wurde dabei schwer verletzt und schwebte zwischenzeitlich sogar in Lebensgefahr.

Offenbar handelte es sich bei den Krawallen nicht um ein zufälliges Zusammentreffen der Gruppierungen. Vielmehr soll die Prügelei am 18. Januar im Vorfeld verabredet worden sein. Bemerkenswert: Der Großteil der festgenommenen Hooligans stammt aus der Dortmunder Fanszene. Das geht aus einem Bericht des nordrhein-westfälischen Innenministers Ralf Jäger (SPD) hervor, der SPIEGEL ONLINE vorliegt.

Demnach trafen sich rund 200 Kölner Anhänger bereits etwa drei Stunden vor Anpfiff der Partie in der Nähe des Doms mit Dortmunder Fans. Dort wurde unter anderem Pyrotechnik gezündet, eine Person soll zudem den "Hitlergruß" gezeigt haben. Einen Verdächtigen nahm die Polizei wegen eines mutmaßlichen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz vorläufig fest.

Zu der geplanten Prügelei kam es erst eine knappe Stunde vor Spielbeginn. Anrufer hätten der Polizei von rund 100 bis 300 beteiligten Personen am Rudolfplatz in der Kölner Innenstadt berichtet, heißt es in Jägers Rapport. Beim Eintreffen der Sicherheitskräfte flüchtete der Mob. Eine Person lag mit lebensgefährlichen Verletzungen auf der Fahrbahn und musste ins Krankenhaus gebracht werden.

Die Polizei konnte 55 Tatverdächtige vorläufig festnehmen. Der Großteil von ihnen - 24 Personen - stammte dem Bericht des Innenministers zufolge aus der Störerszene von Borussia Dortmund. Der Rest teilte sich auf Kölner (19 Verdächtige) und Schalker Hooligans (12) auf. Insgesamt sind 19 der Festgesetzten bereits vorbestraft. Einige Tatverdächtige wiesen demnach leichte Verletzungen auf, zu deren Herkunft sie jedoch keine Angaben machten.

Bei der Durchsuchung eines Autos und einer Szenegaststätte stellten Beamte verschiedene Gegenstände sicher, "darunter auch mit Quarzsand gefüllte Handschuhe, Sturmhauben, Mundschutz und einen Teleskopschlagstock", so der NRW-Innenminister Jäger.

Obwohl die Auseinandersetzung wohl abgesprochen war, habe die Polizei im Vorfeld keine konkreten Hinweise darauf gehabt - "weder in den Tagen vor dem Spiel noch am Spieltag selbst", heißt es in dem Bericht.

jdl/max

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