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Aussortierter Diego: Wolfsburgs 15-Millionen-Euro-Irrtum

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Als Wolfsburg Diego für eine Rekordablösesumme verpflichtete, freuten sich die Fans auf einen Superstar. Mittlerweile ist der Brasilianer zum Skandalspieler geworden. Trainer Felix Magath zog nun endlich die Konsequenzen und korrigierte die Fehlentscheidung des Ex-VfL-Managers Dieter Hoeneß.

Diego: Vom Superstar zum Skandal-Profi Fotos
DPA

Weiß ist die Farbe der Unschuld. Daher hätte Diegos Bentley Cabrio, mit dem er am Freitag gegen 17 Uhr vom Gelände des VfL Wolfsburg fuhr, unpassender nicht lackiert sein können. Denn seit seinem unrühmlichen Abgang vor dem Abstiegsendspiel der "Wölfe" bei der TSG Hoffenheim am letzten Spieltag der vergangenen Bundesliga-Saison gilt der 26-Jährige als schwarzes Schaf beim VfL.

Dass auch seine Zukunft düster aussehen wird, deutete sich bereits Mitte der vergangenen Woche an, als die "Sport Bild" von einer Rekordstrafe von 500.000 Euro für Diegos Eskapaden am Saisonende berichtete. Der Brasilianer gab den Überraschten, von einer Geldstrafe in dieser Höhe wisse er nichts, beteuerte er.

Seit Freitagnachmittag weiß er aber eines ziemlich sicher: Beim VfL Wolfsburg hat er keine Zukunft mehr. "Es war klar, dass eine weitere Zusammenarbeit schwierig sein würde und dass es besser ist, sich zu trennen", sagte Felix Magath nach einem Gespräch mit dem umstrittenen Diego. Im Anschluss informierte der VfL-Trainer die Mannschaft über die Entscheidung des Vereins.

Die Fans im Forum der Wolfsburger reagierten sehr unterschiedlich auf Magaths Entscheidung. Während ein großer Teil die Entschlossenheit des knallharten Fußballlehrers positiv bewerteten, bedauerten andere Anhänger den Verlust ihres Mittelfeldregisseurs. Dabei ist dieser in den vergangenen beiden Jahren den Beweis schuldig geblieben, ein echter Top-Star zu sein.

Schon bei Juve ging es abwärts

Rückblick: Im Sommer 2009 wechselte Diego als Torjäger und Vorbereiter von Werder Bremen in die Serie A zu Juventus Turin. Für die Bremer hatte er in den drei Jahren davor in insgesamt 84 Bundesliga-Spielen 37 Treffer erzielt und 32 Tore vorbereitet. Als Diego Werder für 20 Millionen Euro gen Italien verließ, hinterließ er eine große Lücke im Angriffsspiel der Bremer und Zehntausende traurige Fans.

Bei Juventus konnte der Dribbelkünstler diese Leistungen allerdings nicht bestätigen. Statt Publikumsliebling war Diego oft der Buhmann, wenn es bei bei der "Alten Dame" nicht lief. In 33 Serie-A-Spielen gelangen ihm zwar immerhin noch elf Vorlagen, doch mehr als fünf Saisontore waren für Diego nicht drin.

Das hielt den VfL allerdings nicht davon ab, Diego im Sommer 2010 für geschätzte 15 Millionen Euro in die Bundesliga zurückzuholen. Der damalige Manager Dieter Hoeneß, der viel Geld in das Team investierte und den VfL während der Krisensaison verlassen musste, war sich damals schon sicher: "Er ist ein Spieler, der Leben in die Bude bringt."

Hoeneß sollte recht behalten. Allerdings sicher nicht so, wie er sich das vorgestellt hatte. Denn Diego fiel besonders durch Lustlosigkeit und Eskapaden auf. Unvergessen sein Auftritt am 21. Spieltag. Der VfL lag im Niedersachsenderby gegen Hannover 96 seit der fünften Minute 0:1 hinten. Zehn Minuten vor dem Abpfiff gab es dann Elfmeter für den VfL, Stürmer Patrick Helmes schnappte sich den Ball, musste diesen dann aber nach einer Diskussion an Diego übergeben, obwohl Helmes als Schütze vorgesehen war.

Rückkehr nach Brasilien nicht ausgeschlossen

Diego verschoss, der VfL verlor, und der damalige Interimstrainer Pierre Littbarski suspendierte seinen Spielmacher. Anschließend weigerte sich Diego dann im Spiel gegen den HSV, auf der VfL-Bank Platz zu nehmen. Über die gesamte Saison fiel Diego mit übertrieben harten Aktionen gegen seine Gegner auf, zwischenzeitlich ermittelte sogar das DFB-Sportgericht.

Vor diesem wird Diego wahrscheinlich in der kommenden Saison nicht mehr aussagen müssen. Diego steht vor einer Rückkehr in seine Heimat. Dort signalisierten der neue Copa-Libertadores-Sieger FC Santos sowie der Verein Botafogo aus Rio Interesse an dem Mittelfeldspieler. Das Online-Portal globoesporte.com berichtete am Freitag, Botafogo-Vertreter würden kommende Woche nach Deutschland fliegen.

Diego schloss eine Rückkehr nicht aus. Es gebe Optionen in Brasilien und Europa. Es sei aber zu früh, über Pläne zu sprechen, sagte er dem brasilianischen Sportportal Lance!Net. Er warte noch darauf, dass die Angebote offiziell würden. "Die brasilianischen Vereine werden mit viel Zuneigung behandelt. Wir werden die professionelle und finanzielle Seite sehen", sagte Diego. Aber das hänge auch von Wolfsburg ab. "Ich bin gelassen, denn ich habe noch drei Jahre einen Vertrag hier. Unabhängig von Prämien oder davon, ob ich spiele oder nicht, mein Gehalt ist immer das gleiche. Da ich aber nicht nur hier bin, um Geld zu verdienen, werde ich eine bessere Situation suchen."

Das dürfte auch den VfL Wolfsburg freuen. Dort soll Diego derzeit neun Millionen Euro im Jahr verdienen.

Mit Material der dpa

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insgesamt 65 Beiträge
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    Seite 1    
1. Medial zerrissen
zauberer1, 25.06.2011
Diesen Superstar hat WOB auch nicht verdient^^. Der Magath braucht nur Ja-Sager in der Mannschaft und keinen Spieler der mal aufmuckt. Schade das dieser Superfussballer Deutschland wohl verlassen wird. Verdenken kann ich ihm das nicht. Persönlich würde ich für 3,5€ lieber in Dubai spielen als für 10 Mio in WOB....
2. Das Engagement von Dieter Hoeneß
Roßtäuscher 25.06.2011
Zitat von sysopAls Wolfsburg Diego für eine Rekordablösesumme verpflichte, freuten sich die Fans auf einen Superstar. Mittlerweile ist der Brasilianer zum Skandalspieler geworden. Trainer Felix Magath zog nun endlich die Konsequenzen und korrigierte die Fehlentscheidung des Ex-VfL-Managers Dieter Hoeneß. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,770531,00.html
war dem Vfl Wolfsburgs' größter Irrtum. http://bundesliga.t-online.de/transfermarkt-dieter-hoeness-pokert-diego-nach-wolfsburg/id_42651702/index Warum wusste man nicht um seine Arbeit bei der Herta?
3. ...
Currie Wurst 25.06.2011
Zitat von zauberer1Diesen Superstar hat WOB auch nicht verdient^^. Der Magath braucht nur Ja-Sager in der Mannschaft und keinen Spieler der mal aufmuckt. Schade das dieser Superfussballer Deutschland wohl verlassen wird. Verdenken kann ich ihm das nicht. Persönlich würde ich für 3,5€ lieber in Dubai spielen als für 10 Mio in WOB....
Ihr 'Superfußballer' ist ein charakterlicher Totalschaden. Und dass Fußball ein Mannschaftssport ist, hat sich bis zu Ihnen scheinbar noch nicht herumgesprochen. Oder steht Dubai bei Ihnen als Synonym für 'in die Wüste schicken'. Dahin gehört er ganz sicher. Zwei gute Spielzeiten, auch schon einige Zeit her, und dafür 9 Mio Jahresgehalt ? Der Bentley und die Aussage, er verdiene ja sein Geld unabhängig von Leistung usw., sagen alles über diesen Dauergrinser. Nur ein Schwachmat wie Dieter Hoeneß konnte so blöd sein, einen langen Kontrakt mit diesem Gehalt zu dotieren. Das Geld kann Wolfsburg abschreiben, aber dafür würde ich ihn in eine Liga mit Aschenplätzen schicken und von den Gegnern bearbeiten lassen. Mit einem Vereinswechsel kommt der viel zu gut davon.
4. ...
spiozo 25.06.2011
Zitat von zauberer1Diesen Superstar hat WOB auch nicht verdient^^. Der Magath braucht nur Ja-Sager in der Mannschaft und keinen Spieler der mal aufmuckt. Schade das dieser Superfussballer Deutschland wohl verlassen wird. Verdenken kann ich ihm das nicht. Persönlich würde ich für 3,5€ lieber in Dubai spielen als für 10 Mio in WOB....
schönes verständnis von aufmucken haben sie. den bericht haben sie aber nicht vollständig gelesen. andernfalls kann ich ihren kommentar nicht deuten.
5. Diego vs. Magath
MünchenerKommentar 25.06.2011
Ich denke, das größere Problem, das Wolfsburg hat, ist Magath. Das wird bei Wolfsburg genauso laufen, wie bei Schalke: Der Trainer sortiert um und aus und wer nicht freiwillig geht, wird rausgeekelt. Auf die Dauer ist in einer solchen Athmosphäre keine produktive Arbeit möglich und ich würde persönlich auch nicht unter einem solchen Trainer arbeiten wollen.
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