Ausverkauf in englischer Liga Chinas Kommunisten wollen FC Liverpool übernehmen

Reiche Russen, arabische Scheichs - und jetzt greift auch noch die chinesische Regierung nach der Premier League: Peking ist laut einem "Times"-Bericht am Kauf des FC Liverpool interessiert. Unter den bisherigen US-Besitzern war es mit dem Traditionsclub abwärts gegangen.

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Hamburg - Die chinesische Regierung erwägt den Kauf des finanziell angeschlagenen englischen Spitzenclubs FC Liverpool. Wie die britische "Times" meldet, tritt die China Investment Corporation (CIC), die für die chinesische Regierung die Auslandsinvestitionen verwaltet, als offizieller Kaufinteressent für die Reds auf. Die Chinesen gelten dabei laut "Times" als aussichtsreichster Anwärter, den Verein zu übernehmen.

Das Angebot sei von dem chinesischen Geschäftsmann und Milliardär Kenny Huang lanciert worden, haben neben der "Times" auch andere britische Medien gemeldet. Huang werden exzellente Kontakte zur Regierung in Peking nachgesagt. Er ist kein Unbekannter im internationalen Sport. So war Huang daran beteiligt, als Chinas Basketball-Superstar Yao Ming in die nordamerikanische Profiliga NBA wechselte. Huang selbst hat die Meldungen bisher als "reine Spekulationen" bezeichnet und abgestritten, bereits ein offizielles Angebot gemacht zu haben.

Neben der CIC sollen auch ein Investor aus Kuwait und eine amerikanische Private-Equity-Group um den Verein werben. Die bisherigen US-Eigentümer Tom Hicks und George Gillett junior hatten im April angekündigt, den Verein verkaufen zu wollen. Beide hatten den Club im Februar 2007 für einen Preis von damals 210 Millionen Euro erworben. Danach war der Verein nicht zuletzt durch die internationale Finanzkrise in Schwierigkeiten geraten.

Verkaufspreis von 600 Millionen Euro angepeilt

Bei der Royal Bank of Scotland und der Bank Wachovia hat der FC etwa 286 Millionen Euro Schulden. Beide Institute drängen darauf, dass Liverpool sich innerhalb kurzer Zeit um mindestens 120 Millionen Euro entschuldet.

Hicks und Gillett hatten zudem von Beginn an mit massiven Widerständen vor allem der Liverpool-Fans zu kämpfen. Das US-Investorenduo galt als extrem unpopulär beim Club. Die Krise des Vereins hat sich dadurch zusätzlich verschärft, dass erstmal seit Jahren der Sprung in die lukrative Champions League verpasst wurde. Der FC Liverpool muss sich derzeit durch die Qualifikation für die Europa League kämpfen. Der Verkauf von Stars wie Mittelstürmer Fernando Torres ist allerdings bisher noch nicht geplant. Torres hat noch am Dienstag verkündet, bei Liverpool bleiben zu wollen.

Für welchen Preis der Club seinen Besitzer wechseln wird, ist derzeit noch völlig offen. Hicks und Gillett peilten einen Verkaufspreis von 600 Millionen Euro an. Dass dieser Preis tatsächlich gezahlt wird, gilt allerdings als unrealistisch.

Ausländische Investoren sind in der Premier League nichts neues. So besitzt der russische Magnat Roman Abramowitsch seit Jahren den FC Chelsea, Manchester United ist in den Händen des US-Tycoons Malcolm Glazer, und dem Scheich Mansur bin Sajid al-Nahajan gehört Manchester City.

aha



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 45 Beiträge
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Seite 1
Rainer Daeschler, 05.08.2010
1. ;-)
Die werden gucken, wenn sie versuchen den FC Liverpool nachzubauen.
Sabi 05.08.2010
2. quo vadis ?
Zitat von sysopReiche Russen, arabische Scheichs - und jetzt greift auch noch die chinesische Regierung nach der Premier League: Peking ist laut einem "Times"-Bericht am Kauf des FC Liverpool interessiert. Unter den bisherigen US-Besitzern war es mit dem Traditionsclub abwärts gegangen. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,710235,00.html
Quo vadis british football ? Auverkauf an Raffkes in Ost und West ? Wo bleibt die Volkszugehörigkeit und Nähe zum Volk ? So wir die britische Autoindustrie, Maschninenbau, Elektronik..... alles wir verramscht oder aufgegeben !
michael most, 05.08.2010
3. oT
passt doch..... in rot spielen sie schon und sie heißen ja auch "The Reds", also von daher alles hübsch....
derlabbecker 05.08.2010
4. beim Lizenzverfahren
nach Deutschem Standard hätten die schon seit Jahren keine Lizenz mehr bekommen, wären in eine der unteren Klassen abgstiegen und dort, mangels Einnahmen, in die Insolvenz gegangen. Die Erfolge der letzten Jahre waren mit Bankkrediten erkauft die man nun, da man die CL verpasst hat, nicht bedient werden können. Abschreckung für andere ist das allerdings nicht wie man sieht (Barcelona, S04.....)
gardie45 05.08.2010
5. Fußballkenner Adenauer
Adenauer einst im Bundestag: "China, meine Damen und Herren, ich sage nur: China." Mein Gott: Wovon hatte dieser Mann eigentlich keine Ahnung ?
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