Eklat in der Regionalliga Babelsberg gegen Cottbus kurz vorm Abbruch

"Diese Personen wollen kein Fußballspiel sehen": Beim Derby zwischen Babelsberg und Cottbus ist es zu schweren Ausschreitungen gekommen. Lausitzer Neonazis sollen fast für einen Spielabbruch gesorgt haben.

Polizeieinsatz bei Babelsberg gegen Cottbus
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Polizeieinsatz bei Babelsberg gegen Cottbus


Beim Fußball-Regionalligaspiel des SV Babelsberg gegen Energie Cottbus ist es am Freitagabend zu schweren Ausschreitungen gekommen. Die Partie stand laut einem Bericht der "Lausitzer Rundschau" kurz vor dem Abbruch.

Nach Angaben eines Polizeisprechers wurde sie zweimal unterbrochen, weil Pyrotechnik auf dem Rasen gelandet war. Cottbus-Geschäftsführer Normen Kothe wird mit den Worten zitiert: "Diese Personen wollen kein Fußballspiel sehen und kennen anscheinend keine rechtsstaatlichen Grenzen mehr."

Vermummte Randalierer aus dem Cottbuser Block waren während des Spiels auf den Platz vorgedrungen und hatten Raketen sowie Kanonenschläge gezündet. Auch im Babelsberger Block wurde Pyrotechnik abgebrannt. Nach den Ausschreitungen sind 19 Strafanzeigen aufgenommen worden, teilte die Polizei am Samstag mit. Wie sich die Anzeigen unter den jeweiligen Fanlagern aufteilen, blieb unklar.

Die "Potsdamer Neueste Nachrichten" schrieb, die Cottbuser hätten "Arbeit macht frei, Babelsberg 03" oder "Zecken, Zigeuner und Juden" skandiert. Bei Twitter kursieren Aufnahmen, die Zuschauer mit Hitlergruß zeigen. Dort sind auch Vermummte auf dem Spielfeld zu sehen.

Die Polizei soll einen noch größeren Platzsturm verhindert haben und setzte dem Bericht zufolge später Pfefferspray gegen die Randalierer ein. "Zumindest beim ersten Mal haben die Ausschreitungen ihren Ausgang im Cottbuser Fanblock genommen", sagte der Einsatzleiter von der Potsdamer Polizei rbb.24.

Wegen der Rivalität der beiden Fanlager war die Polizei in Alarmbereitschaft. Die Begegnung war als erhöhtes Risikospiel eingestuft worden.

jan/dpa/sid

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