Ballon d'Or Lahm kritisiert Weltfußballer-Wahl

Philipp Lahm ist unglücklich mit der Wahl zum Weltfußballer: Sie sei ein "Marketingpreis", eine "Weltstürmerwahl" geworden, eigentlich könne man gleich bei Facebook abstimmen lassen, findet der Bayern-Kapitän und regt Reformen an.

Bayern-Kapitän Lahm: Lieber vier Einzelpreise vergeben
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Bayern-Kapitän Lahm: Lieber vier Einzelpreise vergeben


Bayern Münchens Kapitän Philipp Lahm hält nicht viel von der Wahl zum Weltfußballer des Jahres und schlägt Änderungen vor. In einer Kolumne für das Onlineportal goal.com schrieb der 32-Jährige: "Ich denke, wenn der Weltfußballverband einen Preis vergibt, sollte es kein Marketingpreis sein, der ausschließlich die Hauptdarsteller in einer medialisierten Fußballwelt auszeichnet. Vielleicht sollte in einer Teamsportart überhaupt kein einzelner Spieler prämiert werden."

Vielmehr sollten neben der Bestimmung der Weltauswahl "vier Einzelpreise vergeben werden - um Torwart, Abwehrspieler, Mittelfeldspieler und Stürmer nicht in einen Topf zu werfen", sagte Lahm. Der Argentinier Lionel Messi hatte am Montag zum fünften Mal den "Ballon d'Or" gewonnen. Der Superstar vom FC Barcelona ließ Cristiano Ronaldo und seinen Mannschaftskollegen Neymar hinter sich.

Die vergangenen und auch die aktuelle Weltfußballer-Entscheidung habe gezeigt, dass es aktuell eine "Weltstürmerwahl" sei, so Lahm weiter: "Die verkürzte Version lautet also: Nur wer Tore schießt, kann Weltfußballer werden." Fabio Cannavaro war 2006 der bislang einzige Abwehrspieler, der den goldenen Ball gewinnen konnte. Lothar Matthäus holte den Titel 1990 und 1991 als Mittelfeldspieler.

Facebook-Follower würden aktuell über Ergebnis entscheiden

Lahm sage dies nicht als "verbitterter Defensivspieler", betonte der 32-Jährige. Aber bei der Wahl blieben Nationaltrainer, Nationalmannschaftskapitäne und ausgewählte Journalisten aus 209 Ländern "bei den bekanntesten Namen hängen, bei den Spielern, zu denen man sofort Bilder und Aktionen im Kopf hat, die auf und neben dem Platz präsent sind."

Man wähle die "sichtbarsten" und "populärsten" Spieler, wie eben Ronaldo (108 Millionen Facebook-Follower), Messi (81 Millionen) und Neymar (54 Millionen), die auch bei Facebook die mit Abstand meisten Follower hätten, sagte Lahm. Im Grunde könne man gleich über Facebook die Wahl stattfinden lassen. "Das Ergebnis wäre mit großer Wahrscheinlichkeit dasselbe wie über den momentanen Modus."

Immerhin: Für Lahm stehe außer Frage, dass Ronaldo, Messi und Neymar "überragende Fußballer" seien. Er schreibt: "2015 aber wieder einen absolut verdienten Weltstürmer: Herzlichen Glückwunsch, Lionel Messi!"

jan/sid



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 127 Beiträge
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Karl10 13.01.2016
1. Hättest
Wie heißt es doch so schön: Hättest Du geschwiegen, wärst Du Philosoph geblieben.
aschu0959 13.01.2016
2. Da hat er
ohne jeden Zweifel recht. Jeweils eine Auszeichnung für den besten Spieler in Angriff, Mittelfeld, Verteidigung u. Tor hätte deutlich mehr Sinn.
chuckal 13.01.2016
3. Teamsportart
Genau. Da sollte es keinen Einzelpreis geben. Absolut richtig Herr Lahm.
fazil57guenes 13.01.2016
4.
.......... Cannavaro war ja auch der einzige Abwehrspieler der diese Auszeichnung verdient hatte. Viele andere Abwehrspieler brummen ja immer noch wie ein Brummkreisel, so schwindlig wurden diese von Messi und Co. gespielt..............
Klartext_2Punkt0 13.01.2016
5. ibracadibra
ibrahimovic wäre mein favorit! vielleicht nicht in dieses jahr, aber bestimmt in der zeit davor aber er ist unbequem, anders und deswegen wird er es nicht!
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