Missbrauch im britischen Fußball Ex-Jugendtrainer zu 31 Jahren Haft verurteilt

Im Prozess gegen den ehemaligen Fußballtrainer Barry Bennell ist das Strafmaß verkündet worden. Er hatte jahrelang minderjährige Jungen missbraucht, unter anderem bei Manchester City.

Barry Bennell
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Barry Bennell


Der frühere englische Jugendfußballtrainer und Talentscout Barry Bennell ist wegen sexuellen Missbrauchs zu 31 Jahren Haft verurteilt worden. Das entschied ein Gericht in Liverpool am Montag. In der vergangenen Woche hatten die Richter den 64-jährigen Bennell in insgesamt 43 Fällen schuldig gesprochen. Sieben weitere Anklagepunkte hatte der ehemalige Coach von Crewe Alexandra und Manchester City selbst zugegeben.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Bennell in den Jahren 1979 und 1991 zwölf Jungen im Alter zwischen acht und 15 Jahren missbraucht hat. "Sie sind die Inkarnation des Teufels. Sie haben den Opfern ihre Kindheit und ihre Unschuld gestohlen", sagte Richter Clement Goldstone bei der Urteilsverkündung. Die Richter nannten ihn einen "zielstrebigen und rücksichtslosen Pädophilen". Opfer hatten ausgesagt, sie hätten von einer Profikarriere geträumt, Bennell habe das ausgenutzt.

Bennell war im Herbst 2016 in die Schlagzeilen geraten, nachdem der frühere Fußballprofi Andy Woodward in der britischen Tageszeitung "Guardian" schwere Vorwürfe gegen ihn erhoben hatte. Dutzende weitere Ex-Fußballer brachen daraufhin ihr Schweigen und warfen Bennell und anderen Jugendtrainern vor, sie in ihrer Kindheit sexuell missbraucht zu haben.

Die Opfer zeigten sich mit dem Urteil zufrieden: "Wir begrüßen die Strafe", sagte Mickey Fallon, der als Kind von Bennell missbraucht worden war, vor dem Gerichtsgebäude. "Sie reflektiert die Schwere der Verbrechen, die er begangen hat - und das lebenslange Leid und den Kummer, den er uns angetan hat."

ngo/dpa/sid



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