Basler-Berater "Die Kacke ist am Dampfen"

Der Krach zwischen Mario Basler und seinem Arbeitgeber Bayern München spitzt sich zu. In einem Zeitungsinterview fährt der Berater des launigen Spielers schwere Geschütze gegen Manager Uli Hoeneß auf.


Mario Basler: "Zu Hause trinkt er keinen Schluck"
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Mario Basler: "Zu Hause trinkt er keinen Schluck"

München - Die Trennung zwischen Mario Basler und dem FC Bayern München scheint so gut wie beschlossen. In einem Interview mit der Münchner "Abendzeitung" (Samstagausgabe) machte Basler-Berater Roger Wittmann deutlich, dass der 30-jährige Mittelfeldspieler den deutschen Fußballmeister am Saisonende ablösefrei verlassen werde. "Das ist doch alles nicht mehr normal, besser, dass es bald vorbei ist. Es ist genug, wir sind müde. Am 30. Juni ist Ende, Ende, Ende", sagte Wittmann, der sich mit massiven Angriffen gegen den FC Bayern und Manager Uli Hoeneß in die Auseinandersetzung zwischen dem Club und seinem Schützling einschaltete.

Als Ursache für die neuerlichen Streitereien sieht Wittmann nicht die jüngste "Nachtschwärmerei" seines Schwagers Basler, sondern die gescheiterten Verhandlungen über eine Verlängerung des am Ende der Saison auslaufenden Vertrages. "Seit Mario das neue Angebot abgelehnt hat, ist die Kacke am Dampfen - immer diese verletzten Eitelkeiten. Die Bayern sollte sich lieber mal die Tabelle ansehen. In den großen Spielen habe ich heuer nur Mario gesehen", so Wittmann.

Scharfe Attacken führte Wittmann, der auch Manager der Berlin Capitals in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) ist, gegen Uli Hoeneß, der die Aussage des Basler-Beraters, man verhandle mit Atletico Madrid, als "Grimms Märchen" abgetan hatte. "Da sehen Sie, wie hohl der ist. Habe ich Atleticos Präsident Gil y Gil gezwungen zu sagen, dass er Mario will? Armer Hoeneß. Er würde wohl gerne sehen, dass er noch Ablöse bekommt. Die kriegt er nicht", sagte Wittmann.

Wittmann ist überdies davon überzeugt, dass Basler für den nächtlichen Ausflug in eine Regensburger Pizzeria nicht zur Verantwortung zu ziehen ist: "Wenn er bis drei Uhr in der Disko ist, bin ich gegen Mario. Aber diesmal konnte er doch nichts dafür. Was soll er denn tun, wenn irgendein Penner, der alkoholisiert ist, ihn beschimpft?" Den Vorwurf der Polizei, alle Beteiligten des Vorfalls seien alkoholisiert gewesen, wies er zurück: "Mario würde sich nie sinnlos besaufen, zu Hause trinkt er nicht einen Schluck Alkohol. Darauf kann ich einen Eid ablegen."



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