Bayern-Profi Schweinsteiger: "Es nervt immer, wenn man nicht gewinnt"

Bayerns Mittelfeldregisseur Bastian Schweinsteiger zeigte sich gegen Dortmund kämpferisch, blieb jedoch glücklos. Im Interview spricht der Nationalspieler über nervige Unentschieden, die Verletzung Holger Badstubers und das Münchner Selbstvertrauen.

Bayern-Profi Schweinsteiger: Nur Remis gegen Dortmund Zur Großansicht
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Bayern-Profi Schweinsteiger: Nur Remis gegen Dortmund

Frage: Ist das 1:1 gegen Dortmund ein gewonnener Punkt? Oder haben Sie zwei verloren?

Schweinsteiger: In der Tabellensituation stehen wir mit elf Punkten Vorsprung vor Dortmund weiter sehr gut da. Zum Schluss hat man gemerkt, dass wir das 2:1 machen wollen, wir hatten auch zwei sehr gute Chancen durch Toni Kroos und Javi Martinez. Aber Weidenfeller hält die Bälle weltklasse, auch den Schuss von Thomas Müller. Das 1:1 ist ok, wir spielen eine sehr gute Vorrunde bis jetzt.

Frage: Wie sehr nervt es Sie, das Spiel nicht gewonnen zu haben?

Schweinsteiger: Es nervt immer, wenn man ein Spiel nicht gewinnt, zumal wir beim Gegentor keine gute Zuordnung hatten. Dass wir Mario Götze so frei stehen lassen, das darf nicht passieren.

Frage: Waren die langen Bälle Ihrer Mannschaft gegen Ende des Spiels das richtige Mittel gegen den kopfballstarken Gegner?

Schweinsteiger: Dortmund ist eine Mannschaft, die sehr, sehr gut verschiebt und nach vorne presst. Deswegen ist es nicht einfach, den kurzen Ball durch die Mitte zu spielen und manchmal die bessere Lösung, den langen Ball zu spielen. Wenn man genau hingeschaut hat, hat man gesehen, dass Dortmund das auch oft gemacht hat.

Frage: Wie schwer wiegt der Ausfall von Abwehrspieler Holger Badstuber, für den die Saison nach einem Kreuzbandriss wohl beendet ist?

Schweinsteiger: Das ist enorm bitter für uns, Holger ist ein junger und sehr wichtiger Spieler. Er hatte vor kurzem eine Oberschenkelverletzung und hat sich danach schnell wieder herangekämpft. Er ist in meinen Augen unser bester Innenverteidiger.

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Frage: Ist das Selbstvertrauen der Bayern nach dem Dortmund-Spiel nun größer oder kleiner geworden, auch im Hinblick auf das Champions-League-Spiel gegen Bate Borisov kommende Woche?

Schweinsteiger: Wir haben großes Selbstvertrauen, auch, weil wir in allen Wettbewerben exzellent dastehen. Und in der Champions League wollen wir den ersten Platz in der Gruppe verteidigen, denn das ist ganz wichtig für das Achtelfinale. Wir spielen klar auf Sieg hier zu Hause, auch wenn es nicht einfach wird. Borisov, das klingt immer so, als müsste man die 5:0 schlagen. Aber sie haben auch in Valencia fast ein Unentschieden geholt.

Frage: Nur noch wenige Spiele stehen 2012 an. Wie würden Sie das Jahr des FC Bayern einordnen?

Schweinsteiger: Natürlich ist man enttäuscht, wenn man dann dreimal Zweiter wird, aber ich denke trotzdem, dass wir guten Fußball gespielt und viele Punkte geholt haben. Wir standen im Champions-League-Finale, wo wir eigentlich als Gewinner vom Platz gehen müssen. Leider ist das nicht passiert.

Frage: Wurmt Sie diese Niederlage immer noch sehr?

Schweinsteiger: Jeden wurmt es, nicht nur mich, sondern auch die Fans, weil wir einfach die bessere Mannschaft waren. Aber wir jammern hier auf sehr hohem Niveau. Auch jetzt. Wir spielen eine exzellente Vorrunde, haben acht Punkte Vorsprung vor dem Zweiten Leverkusen. Manchmal habe ich das Gefühl, man redet sich hier eine Krise selbst herbei. Ich sehe das überhaupt nicht. Das Gute ist, wir haben alles selbst in der Hand. Wenn man uns in Ruhe arbeiten lässt, werden wir weit kommen.

Aufgezeichnet von Sebastian Winter. Das Interview entstand nach der Partie des FC Bayern gegen Borussia Dortmund in der Mixed Zone der Münchner Fußball-Arena.

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Zum Autor
Sebastian Winter, 1978 in Herrenwies/Schwarzwald geboren, bolzte dort jeden Samstag mit den Alten Herren und beim SV Bühlertal. Studierte Sport, Politik und BWL in Freiburg. Absolvent der Deutschen Journalistenschule in München. Seit April 2009 Bayern-Korrespondent von SPIEGEL ONLINE und freier Mitarbeiter der "Süddeutschen Zeitung".

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