Schweinsteiger-Rat an Löw "Die deutschen Tugenden wieder mehr auf den Platz bringen"

Nun hat auch Bastian Schweinsteiger seine Meinung zur Nationalmannschaft kundgetan. Der ehemalige DFB-Kapitän ist "froh, dass Löw weitermacht", hat aber auch einen Tipp für den Bundestrainer.

Joachim Löw und Bastian Schweinsteiger (Archivbild 2016)
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Joachim Löw und Bastian Schweinsteiger (Archivbild 2016)


Bastian Schweinsteiger ist trotz des deutschen WM-Debakels weiterhin voll von Bundestrainer Joachim Löw überzeugt. "Ich bin froh, dass er weitermacht. Er hat die Qualitäten, die richtigen Entscheidungen zu treffen und die notwendigen Veränderungen vorzunehmen", sagte der 34-Jährige in München, wo er am Dienstag (20.45 Uhr; TV: RTL) mit seinem Klub Chicago Fire sein Abschiedsspiel beim FC Bayern absolviert.

Für Schweinsteiger gehört Deutschland trotz des Vorrunden-Aus in Russland weiter "zu den Topnationen. Man kann sich glücklich schätzen, welche Anzahl an guten Spielern man hat", sagte der 121-malige Nationalspieler. Man müsse aber verstärkt auf junge Spieler setzen und zudem "die deutschen Tugenden wieder mehr auf den Platz bringen, das wäre der richtige Schritt. Ich bin überzeugt, dass es mit der Nationalmannschaft wieder vorwärts geht."

Löw will sich am Mittwoch erstmals nach der WM und dem Rücktritt von Mesut Özil aus dem DFB-Team zu seinen Plänen äußern.

Seinem Ex-Klub FC Bayern traut Schweinsteiger in dieser Saison auch in der Champions League "sehr viel zu, gerade jetzt mit einem neuen Trainer. Da kommt Zug in die Truppe rein. Sie haben genügend Qualität, aber im Viertel- und Halbfinale kommt es auf viele Kleinigkeiten an", sagte der Triple-Gewinner von 2013.

Ob er sich eine Rückkehr zum FC Bayern vorstellen könne, für den er 500 Spiele absolviert hat, ließ Schweinsteiger offen: "Die nächsten Jahre habe ich andere Gedanken in meinem Kopf, was darüber hinaus passiert, wird man erleben. Ich will noch ein paar Jahre Fußball spielen."

sak/sid



insgesamt 46 Beiträge
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Seite 1
nochfragen? 26.08.2018
1. Deutsche Tugenden
In diesem Fall dann wohl also: Return of the Rumpelfüßler. Langsam wird's komplett lächerlich.
koch-51 26.08.2018
2.
"Deutsche Tugenden auf den Platz bringen", was sind denn schon "deutsche Tugenden"? Gibt es die überhaupt? Man merkt, dass Schweinsteiger schon einige Zeit nicht mehr in diesem Land ist, sonst würde er solche fragwürdigen Aussagen nicht äußern.
wahrsager26 26.08.2018
3. Eine interessante Aussage
des Herrn Schweinsteiger! Eine Aussage, die vermutlich nur er machen konnte .....denn sie ist schon arg national! Immerhin waren wir ja bisher bestrebt,zwar als Mannschaft aufzulaufen ,aber so anational und farblos wie nur irgend möglich-die Leibchen legten davon Zeugnis ab! Nun warte ich gespannt auf offizielle Äußerungen. Danke
vera gehlkiel 26.08.2018
4.
"Deutsche Tugenden"?! Hilfe, ein Diskurs, der läuft, seit Rudi Gutendorf beim MSV Duisburg den "Doppelriegel" erfunden hat (und das muss wirklich verdammt lang her sein) soll jetzt die Nationalmannschaft wieder nach vorne bringen. Bemerkenswert, dass Schweinsteiger selbst seine Reifung zum Weltklassespieler einem Holländer namens van Gaal verdankt, der als einer der Miterfinder des "Totalen Fussballs" gilt, jedoch in Holland überhaupt nicht mehr gut gelitten war, als er selbst ein Abtrünniger im Bezug auf dieses Dogma wurde. Nee, "deutsche Tugenden" in Reinkultur, so spielen jetzt schon seit eh und je auch die Franzosen, und fast alle anderes sowieso, sogar die Brasilianer haben die Grundprinzipien wie taktische Disziplin, Kombination technischer Versiertheit mit Körperlichkeit, agieren stets aus einer stabilen Defensive etc.pp. mittlerweile adaptiert. Selbstverständlich gehören "deutsche Tugenden" auch dazu, aber ohne diese braucht man gar nicht erst zu irgendeinem Turnier hinfahren. Was wir brauchen ist ein grundsätzliches Gespräch darüber, welche vermeidbaren Fehler konkret bei Löw und Bierhoff, weiterhin Grindel, gemacht wurden. Nicht wieder eine, ob auch genug Medizinbälle in den Trainings Verwendung finden. Hier geht es um das Übernehmen von Verantwortung, das können Spieler nur anhand des Vorbilds eines verantwortungsbereiten Stabes lernen, und darum geht es wohl, wenn so jemand Erfahrenes wie Zidane davon redet, wie wichtig die Kabine ist. Löw hat eigentlich das gemacht, was Spieler in der Kabine niemals machen dürfen, nämlich den Kopfhörer aufgesetzt, und sich in eine Scheinwelt zurückgezogen.
*Querdenker* 26.08.2018
5. Wer fehlt jetzt noch?
Hat bnald jeder seinen Kommentar dazu abgegeben? Normalerweise tritt in einem solchen Fall Kaiser Franz noch auf, aber der ist wohl momentan froh, wenn er übersehen wird. Klinsmann macht schon immer das einzig richtige: er sagt nichts.
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