Urteil gegen Kadlec-Schläger Leverkusen erhält Schadensersatz

Vor knapp zwei Jahren lauerten zwei Männer dem damaligen Leverkusen-Spieler Michal Kadlec auf - und brachen ihm das Nasenbein. Jetzt müssen die beiden Schläger dem Verein Schadensersatz zahlen.

Ehemaliger Leverkusen-Profi Kadlec: Bayer erhält Schadensersatz
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Ehemaliger Leverkusen-Profi Kadlec: Bayer erhält Schadensersatz


Hamburg - Bayer 04 Leverkusen hat vor dem Landgericht Köln ein rechtskräftiges Urteil gegen zwei Männer erzielt, die dem ehemaligen Bayer-Profi Michal Kadlec das Nasenbein gebrochen hatten. Die beiden jungen Männer müssen dem Werksclub rund 100.000 Euro erstatten, weil der tschechische Nationalspieler nach dem Angriff wochenlang ausfiel.

"Wir wollen ein Zeichen gegen Gewalt setzen. Es muss jedem klar sein, dass Bayer Leverkusen bei Gewalt gegen Menschen oder den Verein alle juristischen Mittel einsetzen wird", kommentierte Bayer-Geschäftsführer Michael Schade das Urteil.

Das Amtsgericht Köln hatte die beiden Männer bereits Ende 2012 zu einer zehnmonatigen Bewährungsstrafe beziehungsweise zu 80 Sozialstunden verurteilt. Dem Spieler selbst mussten die beiden 120.000 Euro Schadensersatz bezahlen. Kadlec spielt seit Sommer 2013 für Fenerbahce Istanbul.

tim/sid

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tw1974 20.03.2014
1. Interessant...
Interessant, dass die Zivilgerichtsbarkeit zunehmend die Funktion der Strafgerichtsbarkeit übernimmt. Auch wenn es ein Schadensersatz und keine Strafe ist, die Zahlung von EUR 220.000 hat die Staftäter aller Wahrscheinlichkeit nach mehr beeindruckt als eine Bewährungsstrafe oder Sozialstunden.
Mähtnix 20.03.2014
2.
Zitat von sysopGetty ImagesVor knapp zwei Jahren lauerten zwei Männer dem damaligen Leverkusen-Spieler Michal Kadlec auf - und brachen ihm das Nasenbein. Jetzt müssen die beiden Schläger dem Verein Schadenersatz zahlen. http://www.spiegel.de/sport/fussball/bayer-04-leverkusen-erhaelt-schadenersatz-wegen-angriff-auf-michal-kadlec-a-959923.html
Ich bin FC-Fan und mag Bayer Leverkusen nicht. Die beiden Schläger behaupten, auch FC-Fans zu sein. Meine Sympathie liegt hier bei Leverkusen. Gut, dass die diese beiden Vollhorste verklagt haben. Vielleicht wirkt das etwas abschreckend auf andere Vollpfosten. Ich vermute, dass die Beiden die 100.000 nie werden zahlen können. Das tut Bayer nicht weh, aber es versaut den Beiden das Leben. Zivilrecht kann manchmal grausamer sein als das Strafrecht.
compiler 20.03.2014
3.
Zitat von tw1974Interessant, dass die Zivilgerichtsbarkeit zunehmend die Funktion der Strafgerichtsbarkeit übernimmt. Auch wenn es ein Schadensersatz und keine Strafe ist, die Zahlung von EUR 220.000 hat die Staftäter aller Wahrscheinlichkeit nach mehr beeindruckt als eine Bewährungsstrafe oder Sozialstunden.
Inwiefern hat da die Zivilgerichtsbarkeit die Funktion der Strafgerichtsbarkeit übernommen? Habe noch nie gehört, dass ein Zivilgericht Schadensersatz oder Schmerzensgeld verhängt hätte. Soweit mich meine bescheidenen juristischen Fähigkeiten hier nicht im Stich lassen, sind Geldstrafen, die von Strafgerichten verhängt werden, einkommensabhängig (x Tagessätze zu y €). Bei Schadenersatz wird aber dem Opfer der tatsächliche Wert des Schadens zugesprochen, auch wenn dieser eventuell nicht vollständig ausbezahlt werden kann.
Enteffm 20.03.2014
4.
"Habe noch nie gehört, dass ein Zivilgericht Schadensersatz oder Schmerzensgeld verhängt hätte. " Nun, genau das sind aber reine zivilrechtliche Rechtsfolgen. Dieses Geld geht direkt an den Geschädigten, anders als im Strafrecht die Geldstrafe.
bochumschalke 20.03.2014
5. Negativ,
dass diese Verurteilung unfassbare 2 Jahre brauchte. Positiv, dass Bayer das so durchzog und durchsetzte! Glückwunsch. Bliebe noch zu erwähnen, dass diese feige Tat in einer Stadt geschah, die sich selbst stets als "tolerant" fehl einschätzt. Köln und zumindest viele seiner "FC- Fans" haben mittlerweile ein Gewaltpotenzial, nicht nur aus der Unterschicht entwickelt, welches regelmäßig neue, traurige Rekorde hervorbringt! Das gibts weder in Dortmund, Leverkusen, MG, oder Schalke so. Gottlob.
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