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Leverkusen gegen Dortmund: Empörung über Schiedsrichter-Abgang

Eklat in Bundesliga: ...dann geh ich halt! Fotos
DPA

Eklat im Bundesliga-Topspiel: Weil Leverkusens Trainer Schmidt einen Platzverweis ignorierte, unterbrach der Schiedsrichter die Partie - und verließ seinerseits das Feld. Jetzt ist die Aufregung groß.

Die kuriosen Szenen vom Bundesliga-Topspiel in Leverkusen sorgen für heftige Reaktionen. Schiedsrichter Felix Zwayer hatte die Partie unterbrochen - und war minutenlang vom Spielfeld verschwunden.

Nun ist die Aufregung groß. Bayer Leverkusens Sportchef Rudi Völler echauffiert sich, andere Schiedsrichter hingegen springen ihrem Kollegen Zwayer bei.

"Das Spiel zu unterbrechen und eine solche Hektik hineinzubringen, ist völlig unnötig. So zu tun, als sei etwas ganz Schlimmes passiert, ist völlig übertrieben", sagte Völler bei Sky. "Der Schiedsrichter meinte, es ein wenig spannender machen zu müssen. Man kann den Trainer auf die Tribüne schicken. Aber der Schiedsrichter hätte es ihm auch einfach vernünftig erklären können, warum er das macht. Das hat er nicht gemacht", so der Leverkusener.

"Keine andere Wahl"

Was war passiert? Zwayer hatte sich vom Spielfeld bei der Bundesliga-Top-Partie zwischen Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund für einige Minuten zurückgezogen, nachdem sich Bayer-Trainer Roger Schmidt geweigert hatte, den Innenraum zu verlassen. Schmidt hatte sich zuvor heftig über eine Entscheidung Zwayers beschwert, die dem 1:0 für den BVB durch Pierre-Emerick Aubameyang in der 64. Minute vorausging. Der Freistoß vor dem Treffer war nicht am Ort des Fouls ausgeführt worden.

Erst als Schmidt dann doch den Innenraum verließ, kehrte Zwayer zurück. Tore fielen keine mehr: Der BVB gewann 1:0.

Zwayer verteidigte seine Entscheidung: "Ich habe versucht, mehrmals Einfluss zu nehmen, dass der Leverkusener Trainer Roger Schmidt den Innenraum verlässt. Da dem nicht Folge geleistet wurde, blieb mir keine andere Wahl, als das Spiel zu unterbrechen." Zur Freistoß-Situation sagte er: "Es liegt im Ermessen des Schiedsrichters, drei, vier, fünf Meter weiter entfernt ausführen zu lassen, weil eine Konterchance unterbunden wurde."

Schmidt: "Ich habe meiner Mannschaft geschadet"

In seiner Erregung warf Völler dem Schiedsrichter auch vor, er habe Bayer nach der Spielfortsetzung gezielt benachteiligt. "Er hat sich ja revanchiert. Deshalb hat er den Elfmeter nicht gepfiffen", sagte er angesichts eines nicht geahndeten Handspiels des Dortmunders Sokratis in der 71. Minute.

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Bayer-Coach Schmidt gab sich hingegen reumütiger. "Ich bin zu stur gewesen. Da habe ich emotional reagiert. Mir wurde aus 45 Metern signalisiert, dass ich auf die Tribüne soll", sagte er während der Pressekonferenz, dann räumte er ein: "Ich habe meiner Mannschaft geschadet."

Schmidt droht ein Nachspiel. "Es kann nicht sein, dass der Trainer eine Entscheidung ignoriert und eine persönliche Erklärung des Unparteiischen durch sein Verhalten erzwingen will", sagte Schiedsrichter-Chef Herbert Fandel.

Leverkusens Kramer spricht von "unnötiger Brisanz"

Fandel sprang Zwayer in seiner Entscheidung zur Seite: "Er hat in der Situation nach dem Dortmunder Treffer regeltechnisch richtig entschieden. Wenn sich ein Spieler oder eben der Trainer nach einem Platzverweis weigert, den Innenraum zu verlassen, ist die Spielunterbrechung und die Androhung eines Abbruchs die richtige Entscheidung", wurde Fandel in einer Mitteilung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zitiert.

Bayer-Mittelfeldspieler Christoph Kramer sprang seinem Trainer zur Seite: "Der Freistoß war ein paar Meter weiter hinten, daher kann ich den Ärger verstehen. Ich finde, dass der Schiedsrichter es dem Trainer hätte persönlich sagen können. Es war wohl ein Kräftemessen und damit auch unnötig brisant."

Schmidts Trainerkollege Thomas Tuchel sagte: "Ich kann mich natürlich in die Emotionalität reinversetzen und weiß, dass auch Gefühle mal überkochen."

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bka/sid/dpa

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insgesamt 153 Beiträge
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1. Um wenigstens etwas Spannung zu erhalten,
jogi1709 21.02.2016
dürfte der eindeutige Elfmeter nicht gegeben werden, damit dem BVB drei Punkte zugeschanzt werden können.
2. Erklärungen?
Tavlaret 21.02.2016
Tja, wenn der Schiedsrichter seine Entscheidungen erklären muss ... das wird lustig. Und dann sie eventuell zurücknehmen, wenn die Erklärungen nicht akzeptiert wird? Je nach Vereinsbrille wird die Sicht anders sein. ;-)
3. Ein Skandal
axelmueller1976 21.02.2016
Dieser Schiri hat schon in der laufenden Saison mehrere Mannschaften verpfiffen. Und trotzdem wird Er jedes Wochenende von der DFL immer wieder nominiert .Warum eigentlich ? Mit solchen Schiris machen wir unseren Fußball kaputt. Spieler bekommen bei Fehlverhalten Sperre und was ist mit solchen Schiris.
4.
crazy_swayze 21.02.2016
Der kleine Roger möchte bitte aus dem Kindergarten abgeholt werden.
5. Leider kein Einzelfall
JohnBobsel 21.02.2016
das arrogante Austreten der Schiris. Dazu spielentscheidende Fehlentscheidungen. Jedes Wochenende zu sehen. Das Problem ist das Amateure Profispiele pfeifen sollen. Schmidt hat alles richtig gemacht die Willkür des Schiris in Frage zu stellen. Er hat es ja nichtmal für nötig gehalten es zu Begründen. Wahrscheinlich war es einfach nur persönlicher Groll gegen den Trainer.
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