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Bayer Leverkusen in Lissabon: Breitbeinig gegen Jesus

Aus Lissabon berichtet

Bayer-Sportchef Völler: Hofft auf das Endspiel Zur Großansicht
DPA

Bayer-Sportchef Völler: Hofft auf das Endspiel

Bayer Leverkusen will nach dem Aus in der Champions League in der Europa League angreifen. Rudi Völler erwartet im Duell mit Sporting Lissabon einen Sieg - und denkt schon weiter.

So hatten sich die Spieler von Bayer Leverkusen das nicht vorgestellt. Da fährt man extra nach Lissabon, um dem heimischen Schmuddelwetter zu entfliehen und dann das: Regen! Lautstark prasselten die Tropfen auf die Tribüne des Estádio José Alvalade XXI, als sich die Bayer-Profis während des Abschlusstrainings mit dem Rasen vertraut machten.

Nur gut, dass das Wetter bei dieser Reise zweitrangig ist - auch wenn es am Spieltag schon wieder aufklarte. Doch für die Leverkusener geht es in der Europa-League-Partie gegen Sporting Lissabon um viel mehr als um ein paar schöne Stunden in der Sonne.

"Wir haben in der Europa League viel vor. Wir wollen eine Runde weiterkommen und wenn es geht, bis zum Ende dabeibleiben. Da muss man selbstbewusst sein", sagte Sportdirektor Rudi Völler vor dem Spiel am Donnerstagabend (21.05 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE). Etwas vorsichtiger ist Bayers Coach Roger Schmidt: "Ob wir ein Aspirant für den Titel sind, wird sich in den beiden Spielen zeigen."

Sporting traf in 22 Ligaspielen 47 Mal

Schmidt tut gut daran, die eigenen Ambitionen zu verstecken, er kennt die Unbeständigkeit seines Teams. Im DFB-Pokal flog Bayer gegen Werder Bremen raus, und auch in der Gruppenphase der Champions League gab es zwar ein 1:1 gegen den FC Barcelona - aber eben auch ein 1:1 gegen Bate Borissow. Dennoch erkennt Schmidt eine positive Entwicklung seines Teams: "Ich weiß gar nicht, ob man das laut aussprechen darf, dass wir Dritter (der Bundesliga, d. Red.) sind. Die Mannschaft hat sich in den letzten Wochen gefangen."

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Leverkusen-Sportdirektor Völler: Bayers Boss
Dem Leverkusener Ziel steht ein starker Gegner im Weg. Sporting führt die portugiesische Liga an und steuert auf seinen ersten Meistertitel seit 14 Jahren zu. In 22 Liga-Spielen hat das offensivstarke Team um den algerischen Nationalspieler Islam Slimani bereits 47 Treffer erzielt. Der Name kommt Ihnen bekannt vor? Richtig: Slimani hatte die DFB-Auswahl bei der WM 2014 auf Trab gehalten. "Ihn müssen wir aus dem Spiel nehmen", sagt Bayer-Keeper Bernd Leno. Leverkusen muss hingegen auf seinen erfolgreichsten Torschützen verzichten: Javier Hernández blieb verletzt zu Hause.

Lissabons Aufschwung ist eng mit Trainer Jorge Jesus verbunden, der vor der laufenden Saison vom Stadtrivalen Benfica zu Sporting wechselte und damit für mächtig Ärger sorgte. Einen direkten Trainerwechsel zwischen den beiden Klubs hatte es zuvor noch nicht gegeben. Enthüllungen der Plattform "Football Leaks" gossen zusätzliches Öl ins Feuer: Demnach soll Jesus bereits für Sporting gearbeitet haben, als er noch bei Benfica unter Vertrag stand - und bei seinem Wechsel Software mitgenommen haben. Benfica fordert eine Entschädigung in Millionenhöhe.

Ronaldo, Figo, Carvalho - Sporting gilt als Talentschmiede

Abseits dieses Ärgers gilt der emotionale Jesus als fähiger Trainer, der in den vergangenen zwei Jahren mit Benfica zwei portugiesische Meisterschaften feiern konnte. Dem 61-Jährigen wird zudem die Fähigkeit nachgesagt, aus talentierten Spielern Spitzenfußballer zu machen. Sporting ist seit jeher eine Talentschmiede: Stars wie Cristiano Ronaldo, Luís Figo, Nani und Ricardo Quaresma kommen von hier.

Einen ähnlichen Weg könnte auch der 23-jährige William Carvalho gehen. Der defensive Mittelfeldspieler durchlief alle U-Nationalmannschaften Portugals, wurde bei der U21-EM im vergangenen Jahr zum Spieler des Turniers gewählt und durfte auch schon bei der A-Nationalmannschaft debütieren. Carvalho könnte in der kommenden Saison im Trikot eines europäischen Top-Klubs spielen. "Fußballerisch ist Sporting überragend gut. Technisch sehr fein", sagt auch Völler.

Die Generalprobe für die EL-Partie lief für Sporting etwas besser als für Bayer: Die Portugiesen gewannen 4:0 gegen Nacional Funchal, Leverkusen zitterte sich zu einem 2:1 in Darmstadt. Und: Gerade im eigenen Stadion ist Sporting eine europäische Macht: In der Europa League ging von 23 Heimspielen nur eines verloren (15 Siege, sieben Unentschieden).

Die Bilanz gegen deutsche Gegner ist hingegen mau: Nur zwei von 22 Begegnungen konnte Lissabon gewinnen. Bayers persönliche Bilanz gegen Lissabon sieht gut aus. In bisher vier Duellen (alle in der Gruppenphase der Champions League) verlor der Klub keine Partie: 2000 gab es in Portugal ein 0:0 und zu Hause ein 3:2 sowie 1997 ein 4:1 in der eigenen Arena und ein 2:0 auswärts.

Es gibt also durchaus Grund für Völlers Selbstbewusstsein. Das kann auch so ein bisschen Regen nicht trüben.

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insgesamt 4 Beiträge
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1.
lofi 18.02.2016
Leverkusen bis zum Ende dabei? Sorry Rudi, aber da muß ich lachen.
2.
heinzi55555 18.02.2016
Der Völler ist ein total unsympatischer Typ geworden.
3.
ginotico 18.02.2016
Zitat von heinzi55555Der Völler ist ein total unsympatischer Typ geworden.
"Wir haben in der Europa League viel vor. Wir wollen eine Runde weiterkommen und wenn es geht, bis zum Ende dabeibleiben. Da muss man selbstbewusst sein". Was ist an solch einer Aussage unsymphatisch?
4. Nr.1 Wieder falsche Taktik
axelmueller1976 18.02.2016
Zitat von lofiLeverkusen bis zum Ende dabei? Sorry Rudi, aber da muß ich lachen.
Wenn man heute wieder über das Limit rennt ,wird man am Wochenende gegen Dortmund verlieren und den CL-Platz evtl. verspielen.
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Sieger Europa League der letzten 25 Jahre
Jahr Verein
2016 FC Sevilla
2015 FC Sevilla
2014 FC Sevilla
2013 FC Chelsea
2012 Atlético Madrid
2011 FC Porto
2010 Atlético Madrid
2009 Schachtar Donezk
2008 Zenit Sankt Petersburg
2007 FC Sevilla
2006 FC Sevilla
2005 ZSKA Moskau
2004 FC Valencia
2003 FC Porto
2002 Feyenoord Rotterdam
2001 FC Liverpool
2000 Galatasaray Istanbul
1999 AC Parma
1998 Inter Mailand
1997 FC Schalke 04
1996 FC Bayern München
1995 AC Parma
1994 Inter Mailand
1993 Juventus Turin
1992 Ajax Amsterdam
1991 Inter Mailand
1990 Juventus Turin
1989 SSC Neapel
bis einschl. der Saison 2008/2009 "Uefa Cup"

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