Bayer-Sportdirektor Völler: "Wir werden alles auf den Tisch bringen"

Mit einer bitteren Pleite gegen das abstiegsbedrohte Nürnberg hat Leverkusen eine enttäuschende Hinrunde beendet. Im Interview kündigt Bayer-Sportdirektor Rudi Völler Konsequenzen an. Jetzt könne nichts mehr unter den Teppich gekehrt werden, so der 51-Jährige.

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Bayer-Sportdirektor Völler: "Das ist schon sehr enttäuschend"

Frage: Herr Völler, den Hinrunden-Abschluss haben Sie sich bestimmt anders vorgestellt, oder?

Völler: Das kann man wohl sagen. Das 0:3 gegen Nürnberg war sehr ernüchternd. Das Spiel hatte von unserer Seite am Anfang Freundschaftsspiel-Charakter. Man hat von Beginn an gemerkt, dass irgendwas nicht stimmt. Und als die Mannschaft dann nach den ersten beiden Gegentoren einigermaßen aufgewacht ist, war es zu spät.

Frage: Wie kann man eine solch desolate Leistung gegen einen vermeintlichen Abstiegskandidaten erklären?

Völler: Nur sehr schwer. Das war nach der Champions-League-Auslosung auch eine Kopfsache. Einige hatten offensichtlich nur Barcelona im Kopf und nicht den 1. FC Nürnberg. Obwohl wir im Vorfeld des Spiels darauf hingewiesen haben, hat es bei einigen offensichtlich nicht gefruchtet. Das ist schon sehr enttäuschend.

Frage: Wie beurteilen Sie die Vorrunde von Bayer Leverkusen?

Völler: Unter dem Strich sehr enttäuschend. Wir wollten 30 Punkte und haben nur 26, das ist eindeutig zu wenig. Damit können und dürfen wir nicht zufrieden sein.

Frage: Welche Konsequenzen kann es denn nach einem solchen Hinrundenabschluss geben?

Völler: Das einzig Positive ist, dass man nach solch einer Leistung nichts mehr unter den Teppich kehren kann, sondern wir im Trainingslager die Dinge deutlich ansprechen müssen. Man hat die gesamte Vorrunde über gesehen, dass irgendwas nicht stimmt. Das wurde dann durch kleinere Erfolgserlebnisse und zuletzt durch die Serie von sechs Spielen in Folge ohne Niederlage übertüncht. Wenn wir gegen Nürnberg gewonnen hätten, hätten wir vielleicht so weitergemacht.

Frage: Kann es sein, dass die Mannschaft ihren Trainer Robin Dutt nicht versteht?

Völler: Das wäre zu einfach und ein Alibi für die Spieler. Man kann sich zumindest bemühen, und davon war heute bei einigen von uns nichts zu merken. Das ist auch eine Einstellungssache. Wir werden jetzt die Wunden lecken und dann nach Weihnachten alles auf den Tisch bringen.

Aufgezeichnet von Jürgen Zelustek, sid

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