Papst-Audienz für den FC Bayern Grüß Gott!

Wie geht der Bischof von Rom mit der 7:1-Klatsche seiner Stadtmannschaft um? Franziskus nahm es gelassen, schließlich haben ihm die Bayern ein paar Geschenke zur Audienz mitgebracht.

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Hamburg - Man kann sich das Dilemma vorstellen, in dem sich die Medienabteilung des FC Bayern München befunden haben muss. Am Mittwoch stand eine Audienz des Vereins beim Heiligen Vater im Vatikan an. Das Gastgeschenk, unter anderem: ein Bayern-Trikot. Aber welche Rückennummer, um Himmels Willen, gibt man dem Papst?

Die Zehn, die Nummer der Spielmacher, der Gestalter und Kreativen? Oder vielleicht die Nummer fünf des Liberos? Bei den Bayern fiel die Entscheidung letztlich auf die Nummer eins. Wer ist schon die Nummer eins, wenn nicht der Stellvertreter Gottes auf Erden? Ein logischer Fehler aber blieb: Jorge Mario Bergoglio, so Franziskus' bürgerlicher Name, spielte in seiner Kindheit in Buenos Aires nie als Torwart.

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Audienz im Vatikan: "Man ist nicht jeden Tag beim Papst"
Neben der Trikotfrage muss bei den Bayern vor der Audienz noch etwas für Bauchschmerzen gesorgt haben: der glorreiche 7:1-Sieg gegen den AS Rom. Sollten man bei den Münchnern nicht ohnehin schon gewusst haben, dass Papst Franziskus leidenschaftlicher Anhänger des mehrfachen argentinischen Meisters San Lorenzo de Almagro ist (er kann angeblich die Team-Aufstellungen aus den 1950er Jahren aufsagen) und der AS Rom frühestens als zweiter Lieblingsklub in Frage kommt, dann hat der Papst selbst für eine rasche Entspannung der Situation gesorgt: "Sie haben gestern ein wunderschönes Spiel abgeliefert", sagte der Heilige Vater am Mittwoch auf Italienisch zur Delegation des deutschen Rekordmeisters.

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Dann überreichten Kapitän Philipp Lahm und Manuel Neuer - Stammbesitzer des Trikots mit der Nummer eins - dem Papst das Shirt, das zusätzlich mit dem Namenszug Franziskus verziert war. Alle Münchner Profis hatten darauf unterschrieben.

Bei der Audienz kündigten die Münchner zudem eine Millionenspende für 2015 an. Die Mannschaft werde im kommenden Jahr ein Freundschaftsspiel bestreiten, aus dessen Einnahmen eine Million Euro für karitative und wohltätige Zwecke zur Verfügung gestellt werden, sagte Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge. Elf Stunden nach dem höchsten Auswärtssieg der Münchner im Europapokal verriet der Papst, dass auch ihn die Höhe des Ergebnisses "überrascht" habe.

Der Besuch im Vatikan sei beeindruckend gewesen, sagte Lahm: "Wir sind froh, dass wir das erleben durften. Man ist nicht jeden Tag beim Papst. Das ist mit Sicherheit etwas Besonderes." Neuer dachte an einen längst vergangenen Tag im alten Gelsenkirchener Stadion zurück. "Als kleiner Junge bin ich im Parkstadion gewesen, als der damalige Papst einmal dort war", sagte der Nationaltorwart und freute sich über die 15-minütige Audienz. "Es ist ein besonderer Moment, den man sein Leben lang nicht vergisst."

Der Papst sah Rummenigge 1986 live im Stadion

Bereits zum zweiten Mal nach einem Besuch mit seiner Frau Anna traf Robert Lewandowski Franziskus, der beim großen Gruppenbild von Rummenigge und Sportvorstand Matthias Sammer flankiert wurde. "Fußball ist gut und gesund und mit seinem Teamgedanken ein gutes Vorbild für die Kinder", sagte das Oberhaupt der Katholischen Kirche.

Beim WM-Finale 1986 in Mexiko, als Argentinien Deutschland 3:2 besiegte, habe er Rummenigge noch selbst live im Stadion spielen sehen, erzählte der aus Argentinien stammende Papst, der die Bayern seinerseits beschenkte. Jeder erhielt ein kleines Kreuz an einer Kette. Der Besuch seine "eine große Ehre für uns", sagte Rummenigge auf Italienisch.

luk/dpa



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 26 Beiträge
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Seite 1
mczeljk 22.10.2014
1.
Ein Glück bin ich kein Fußball_Profi und muss solch einen Zirkus über mich ergehen lassen
spontifexmaximus 22.10.2014
2. Das
wird wohl ein Rosenkranz gewesen sein. Schonmal davon gehört, liebe Redaktion?
raber 22.10.2014
3. Kirche und Fussball als Vorbild
Ob Fussball noch ein gutes Beispiel sein kann ist fraglich. Bei einem mit Skandalen überhäuften Drogenkonsumenten namens Maradona, Uhrenschmuggler Rummenigge und einer Bande von Steuerhinterziehern, Beissern und eine Korruptions-Seniorenführung genannt Fifa ist es mehr als fraglich. Viele wollen dann auh nur noch das grosse Geld, schnelle Autos und Frauen. Wenn dies nicht geändert wird, dann ist es mit dem guten Beispiel völlig vorbei. Hat die Kirche für auch diesen Besuch Geld eingestrichen? Selbstverständlich. Die Spende zumindest.
zerr-spiegel 22.10.2014
4. Rückennummer?
Keine Frage: ein Kreuz wäre doch wohl das einfachste und beste gewesen.
Diskutierender 22.10.2014
5. Göttliche
Göttliche Spieler beim Heiligen Vater!
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