Bayern-Boss Rummenigge ätzt gegen Schiedsrichter

"Im Zweifel gegen die Bayern": FCB-Boss Karl-Heinz Rummenigge will eine Benachteiligung seines Teams bei Schiedsrichterentscheidungen erkannt haben. Besonderes im Fokus steht dabei Fifa-Referee Knut Kircher. Dieser nimmt nun gegenüber SPIEGEL ONLINE erstmals Stellung zu den Vorwürfen. 

Bayern-Boss Rummenigge: Referees pfeifen eigenartig
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Bayern-Boss Rummenigge: Referees pfeifen eigenartig

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Hamburg - Der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München, Karl-Heinz Rummenigge, sieht seinen Club im Bundesliga-Titelkampf durch die Unparteiischen benachteiligt. "Mir fällt auf, dass die Schiedsrichter im Moment eigenartig pfeifen", sagte Rummenigge der "Sport Bild".

Der 56-Jährige kann auch mit einem frischen Beispiel für die Bayern-Benachteiligung dienen. "Wenn beispielsweise der Herr Kircher (Schiedsrichter Knut Kircher - d.Red.) in Hamburg ein korrekt erzieltes Tor gibt, dann hätten wir erst gar nicht die Tabellenführung eingebüßt", ist sich Rummenigge sicher.

Der FCB hatte am 20. Spieltag 1:1 beim HSV gespielt. Dabei hatte Hamburgs Kapitän Heiko Westermann in der 14. Minute nach einem Eckball der Münchner ein Eigentor erzielt, das Kircher aber nicht anerkannte. Er ahndete einen Schubser von Bayern-Torjäger Mario Gomez an Westermann unmittelbar vor dem Treffer. Weil Borussia Dortmund in Nürnberg zuvor gewonnen hatte, zog der BVB am FCB vorbei auf Platz eins der Tabelle. Rummenigge sagt: "Man hat manchmal den Eindruck, dass es heißt: im Zweifelsfall contra Bayern."

Kircher versteht Rummenigges Beweggründe nicht

Kircher kann mit der Münchner Kritik nur wenig anfangen. Gegenüber SPIEGEL ONLINE erklärte der 43-Jährige: "Ganz klar: Ich pfeife ganz sicher nicht bewusst gegen den FC Bayern München und auch sonst gegen keinen Verein." Die Beweggründe für die Kritik des Vorstandvorsitzenden des Rekordmeisters "kann ich mir nicht vorstellen", sagte Kircher.

Auch habe Rummenigge nach dem Spiel keineswegs den Dialog oder Austausch mit dem Fifa-Referee gesucht: "Herr Rummenigge hat mich nach dem Hamburg-Spiel nicht angesprochen. Wir haben uns über die Entscheidung zu keinem Zeitpunkt unterhalten." Wie immer bei Bundesliga-Spielen der Münchner habe Kircher ausschließlich Kontakt zu Bayerns Sportdirektor Christian Nerlinger gehabt: "Wir haben sachlich und argumentativ über die eine oder andere Situation gesprochen, das ist normal", so Kircher.

Kircher hatte in dieser Saison auch schon Entscheidungen zugunsten des FC Bayern gefällt. Am zweiten Spieltag erkannte er im Spiel gegen den VfL Wolfsburg ein Tor des VfL-Angreifers Patrick Helmes wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung nicht an. Die Entscheidung war allerdings falsch, Bayern gewann glücklich 1:0.

"Kein Bundesliga-Schiedsrichter hat etwas gegen einen Verein. Jedes Spiel wird so gepfiffen, wie es die Regeln vorgeben und wie es der Schiedsrichter auf dem Platz wahrnimmt", sagt Kircher. An dieser Geisteshaltung wird sich für ihn auch nach der Rummenigge-Kritik nichts ändern: "Dass mein Name in dem Interview fällt, finde ich nicht schlimm. Wir sind Schiedsrichter und stehen in der Öffentlichkeit, über uns wird eben auch mal diskutiert. Deshalb ist jetzt mein Verhältnis zu Herrn Rummenigge oder dem FC Bayern München keinesfalls getrübt."

Dabei ist er inhaltlich nach wie vor anderer Meinung als der Bayern-Chef. Zur Frage, ob die von Rummenigge kritisierte Entscheidung im Spiel gegen den Hamburger SV falsch war, sagte Kircher: "Aus meiner Sicht nein."

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athene noctua 15.02.2012
1. es ist schon lange her
Zitat von sysopdapd"Im Zweifel gegen die Bayern": FCB-Boss Karl-Heinz Rummenigge will eine Benachteiligung seines Teams bei Schiedsrichterentscheidungen erkannt haben. Besonderes im Fokus steht dabei Fifa-Referee Knut Kircher. Dieser nimmt nun gegenüber SPIEGEL ONLINE erstmals Stellung zu den Vorwürfen. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,815498,00.html
aber war Herr Rummenigge nicht früher mal Sportler?
qawsed 15.02.2012
2. sehr dumm
Diese ständige Schiedrichterkritik ist sehr dumm. Unmittebar nach dem Spiel kann man es ja verstehen, obwohl gerade die Verantwortlichen sich da zügeln sollten. Aber im allgemeinen muß jeder begreifen, dass ein Schiedsrichter das pfeift, was er (oder sein Assistent) wahrnimmt. Dass das falsch sein kann, muß doch klar sein. Daraus eine Unterstellung zu machen, nämlich dass es sich gegen einen Verein richtet, ist einfach nur dumm. Der DFB sollte sich gegen solche Dummheit wehren, vor allem wenn es aus dem Mund eines der Vereinsbosse kommt. Ich weiß aber nicht, ob der DFB da eine Handhabe hat. Man kann Rummenigge ja nicht eine Geldstrafe aufbrummen oder ihn für ein Spiel sperren.
peter78 15.02.2012
3. Dabei ist alles ganz einfach:
Zitat von sysopdapd"Im Zweifel gegen die Bayern": FCB-Boss Karl-Heinz Rummenigge will eine Benachteiligung seines Teams bei Schiedsrichterentscheidungen erkannt haben. Besonderes im Fokus steht dabei Fifa-Referee Knut Kircher. Dieser nimmt nun gegenüber SPIEGEL ONLINE erstmals Stellung zu den Vorwürfen. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,815498,00.html
Wer an der Spitze steht, wird von den Schiedrichtern bevorteilt (sonst wäre er nicht so weit oben), während die Teams im Tabellenkeller benachteiligt werden (sonst würden sie nicht so weit unten stehen). Äußerungen von Herrn Rummenigge werden sofort in den Main-Strem-Medien breit getreten; was die Kleinen zu sagen haben interessiert keine Sau.
jonnnes 15.02.2012
4. witz
wenn der schiri im spiel gegen wolfsburg in der hinrunde das klare tor für wolfsburg gegeben hätte, wäre bayern lange erst gar nicht erster gewesen. seit dem 2ten spieltag rechne ich bei bayern immer 2 pkte weg, nur so, weil es ja heißt, alles gleicht sich aus! wolfsburg (ich bin kein fan) hatte aber bisher nicht wegen sowas mal nicht verloren oder sogar gewonnen. also herr rummenigge, stuss stuss und billig. ich sehe es genau andersrum. die zeikämpfe der bayernmillionäre werden ganz anders bewertet als die von weniger prominenten BL-Vereinen. da musste sogar ein kumpel von mir (FCB-Fan) zustimmen. Siehe Robbens peinliche Schwalbe im strafraum (ich glaube jetzt auch gegen wob in der rückrunde), die er dann zu einem torschuss ummünzt, als der ball doch zurückkommt. peinlich, gelbe karte eigentlich. und ribery und lahm brauchen nur etwas zucken, und der pfiff kommt für sie. alles nicht schlimm, aber peinlich wirds, wenn ein bayern-verantwortlicher dann noch sowas äußert.
KalliweißBescheid 15.02.2012
5. Heul doch!
Kalle Kalle Kalle! Jeder weiß doch, dass es jahrelang genau andersherum war: Im Zweifel für die Bayern. Warum war das so? Weil die Roten (leider) als einzige Mannschaft es immer wieder schaffen, uns international würdig zu vertreten. Sie hatten immer die meißten Nationalspieler und diese wurden von den Schiris (unbewußt) geschützt. Dortmund, Leverkusen oder die Brämer blamieren uns ja in schöner Regelmäßigkeit. Also Herr Rummenigge: Nicht jammern sondern kämpfen und den Herren Millionaros mal den Marsch blasen. Dann klappt´s auch mit der Meisterschaft!
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