Bayern gegen Dortmund Blitzanalyse des Pokalkrachers

Es war alles drin, was drin sein sollte: Ein Traumtor, ein fieses Foul und ganz viel Kampf. Bayern und Dortmund lieferten den ersehnten Schlagabtausch im Viertelfinale des DFB-Pokals. SPIEGEL ONLINE hat beim vorgezogenen Endspiel genau hingeschaut. Alles Wichtige im Spielfilm.

Dortmunds Lewandowski (l.), Bayerns Lahm: Bessere Chancen für die Bayern
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Dortmunds Lewandowski (l.), Bayerns Lahm: Bessere Chancen für die Bayern


Die Ausgangslage: Deutscher Clásico! Gipfel! Duell der Giganten! Es gibt leider viel zu wenige Superlative für Fußballspiele zwischen den beiden besten deutschen Mannschaften. Bayern gegen Dortmund, mehr geht einfach nicht. Hinzuzufügen wäre noch die Worte: Revanche und Angstgegner. Bayern München konnte die vergangenen sechs Partien gegen den BVB nicht gewinnen (Supercup ausgenommen). Ach ja, vorgezogenes Finale, Pokalkracher, Showdown - das versteht sich ja alles von selbst.

Prognose des Spiels: Gab Uefa-Präsident Michel Platini, der tollkühn analysierte, im Pokal könne nur einer weiterkommen. Der Franzose ist eben ein echter Fachmann.

Die erste Halbzeit: Respekt! Man kennt sich, vielleicht fürchtet man sich sogar ein wenig voreinander. Ergebnis: 45-minütiges Abtasten, das aber immer wieder unterbrochen wurde. Von Robbens Torschuss und Weidenfellers Parade (7.). Durch Schüsse von Mario Mandzukic (19.) und Javi Martínez (36.). Beste Chance: Toni Kroos, der nach Philipp Lahms Hereingabe frei vor dem Tor verstolperte (14.). Dortmund? Blieb in der ersten Hälfte ohne nennenswerten Abschluss. Robben hatte dann noch einen - den Schlenzer zum 1:0 (43.), ein wunderschöner Treffer in den linken Winkel. War allein das Eintrittsgeld schon wert.

Uefa-Präsident Platini: Nur einer kommt weiter
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Uefa-Präsident Platini: Nur einer kommt weiter

Dribbling des Spiels: Mario Götze. Kurvte in der 34. Minute erst Schweinsteiger aus, dann Dante und van Buyten. Der vierte Gegenspieler war dann zuviel. Die Aktion war schön anzuschauen. Mehr auch nicht. Das passte sehr hübsch zur ersten Hälfte des Titelverteidigers.

Die zweite Halbzeit: Man kennt sich, vielleicht fürchtet man sich sogar ein wenig voreinander. Nur eben nicht mehr so sehr wie in Hälfte eins. Kroos' Querschläger (51.) konterte Dortmund durch Ilkay Gündogan (53.) und Lukasz Piszczek (55.). Als Drangphase ging das aber nicht durch. Müller per Hacke auf Kroos (59.) - das sah alles viel gefährlicher aus. Als Martínez aus 30 Metern draufknallte (71.), Daniel van Buyten frei drüberköpfte (72.) und Dante erst an Götze und dann an Weidenfeller scheiterte (80.), wurde auch dem letzten BVB-Fan klar: Mit dem 0:1 war man richtig gut bedient.

Bayerns Dante: Grandios gegen Dortmunds Angriff
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Bayerns Dante: Grandios gegen Dortmunds Angriff

Duell des Spiels: Dante gegen Robert Lewandowski. Sensationell, was der Bayern-Innenverteidiger leistete. Nahm den BVB-Angreifer komplett aus dem Spiel, Dortmunds erste Anspielstation im Sturm war keine. Ergebnis: Die Gäste blieben ungefährlich.

Mann des Spiels: Dante. Siehe oben.

Foul des Spiels: Martínez räumte an der Außenlinie Lewandowski ab (63.), ohne Chance auf den Ball. Schiedsrichter Knut Kircher zeigt Gelb. Gleichzeitig die Fehlentscheidung des Spiels.

Bayerns Martínez: Hartes Foul gegen Lewandowski
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Bayerns Martínez: Hartes Foul gegen Lewandowski

Dauerläufer des Spiels: Mario Mandzukic. Zweikampf in der gegnerischen Hälfte? Machte Mandzukic. Zweikämpfe an der Mittellinie? Machte Mandzukic. Und hinten? Half er auch noch aus. Der Kroate begeisterte durch enormes Laufpensum und unbändige Einsatzbereitschaft. Klares Signal an den anderen Mario im Bayern-Kader: Mit 'nem Stammplatz wird es auch künftig schwer.

Fairplay-Preis des Spiels: Geht an Bayerns Thomas Müller, der in der 18. Minute das Elfmeterangebot von Felipe Santana nicht annahm und weiterspielte, statt hinzufallen. Macht - beim Stand von 0:0 in einem solchen Spiel - nicht jeder.

Geburtstag des Spiels: Bayern München. Wurde am Mittwoch 113 Jahre alt und ist es jetzt auch endlich "BVB-Bezwinger". Perfekter Tag für Fans.

Zahlen des Spiels: 14:8 Torschüsse, 10:2 Ecken. Oder auch: Bayerns Sieg war verdient: "In einem Spiel auf diesem Niveau entscheiden Kleinigkeiten. Wir waren heute ein wenig aggressiver, bissiger", sagte Münchens Trainer Jupp Heynckes.

Lektion des Spiels: Sorry, Stuttgart, Wolfsburg und Freiburg: Die Bayern werden nicht nur Meister, sondern auch Pokalsieger. Manche dürften auch sagen: Die Machtverhältnisse im deutschen Fußball sind spätestens dann wieder hergestellt. Die Rivalität zwischen Bayern und Dortmund aber geht weiter, auch wenn Uli Hoeneß ganz unbescheiden feststellte: "Die deutschen Verhältnisse sind geklärt!"

insgesamt 9 Beiträge
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Seite 1
Talan068 28.02.2013
1. War Bayern zu gut?
Ich fand das Spiel jedenfalls ziemlich langweilig. Okay, 2 Topteams die sich neutralisiert haben, zumindest die 1.HZ. sah es so aus. BVB hat viel probiert, aber Bayern hatte alles im Griff, taktisch war das ganz interssant. Mit dem 1-0, also der zeiten HZ, war dann irgendwie die Luft raus. Bayern lies etwas nach, aber Dortmund machte einfach zu wenig. Okay, Bayern war sehr gut, aber die mitreissenden Szenen fehlten.
dus–ber 28.02.2013
2. bitte mal auf dem Teppich bleiben . . .
war doch nur ein Provinzclub . . .
schalkefan 28.02.2013
3. Verdient
Bayern hatte den BVB voll im Griff. Vielleicht war Klopp in der Aufstellung zu zurückhaltend. Erst in der zweiten hat er etwas umgestellt.
deus-Lo-vult 28.02.2013
4. ...
Zitat von sysopDPAEs war alles drin, was drin sein sollte: Ein Traumtor, ein fieses Foul und ganz viel Kampf. Bayern und Dortmund lieferten den ersehnten Schlagabtausch im Viertelfinale des DFB-Pokals. SPIEGEL ONLINE hat beim vorgezogenen Endspiel genau hingeschaut. Alles Wichtige im Spielfilm. http://www.spiegel.de/sport/fussball/bayern-gegen-dortmund-alle-highlights-des-pokal-duells-a-885980.html
Ich vermute einmal Lewandowski wollte es sich mit seinem zukünftigen Arbeitgeber nicht verscherzen. Denn der war ein Totalausfall.
scooby11568 28.02.2013
5. @ deus-Lo-vult: genau, Bayern hat den kompletten BVB gekauft
nur für Weidenfeller hatten sie dann kein Geld mehr.
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