Bayern-Keeper Fans fordern von Neuer gutes Benehmen

Der Protest einiger Bayern-Fangruppen gegen Nationaltorwart Manuel Neuer hält an. Auch ein Treffen mit dem Keeper hat daran wenig geändert. Allerdings werde man künftig auf Aktionen gegen Neuer verzichten - wenn dieser bestimmte Regeln einhält.

Nationaltorwart Neuer: "Schickeria" stellt Benimmregeln für ihn auf
dapd

Nationaltorwart Neuer: "Schickeria" stellt Benimmregeln für ihn auf


Hamburg - Das Management des FC Bayern München bewies ein gutes Timing. Am Donnerstag Mittag vermeldete der Club die Verpflichtung von Nationalspieler Jérôme Boateng und hatte damit den Großteil der medialen Aufmerksamkeit vom Thema Manuel Neuer umgelenkt. Zuvor hatten vier Fangruppen mitgeteilt, dass Neuer für sie noch immer einen schwer zu akzeptierender Zugang in München sei. In einer gemeinsamen Erklärung ließen sie sich immerhin dazu herab: Wenn Neuer bestimmte Benimmregeln einhalte, werde man keine Protestaktionen gegen den Nationaltorhüter mehr planen. Wie diese Regeln genaus auszusehen haben, ließen sie allerdings offen.

"Ihm wurde von uns mitgeteilt, wie er sich zukünftig in Bezug auf unsere Kurve zu verhalten hat", hieß es in einer von der Gruppierung "Schickeria" und vier weiteren Fanclubs verfassten Erklärung. Bayerns Coach Jupp Heynckes reagierte mit Unverständnis: "Eine Minderheitsgruppe kann nicht fordern, dass sich ein Spieler so oder so zu verhalten hat", sagte er der "Bild"-Zeitung.

Nach einem Treffen mit Neuer am Dienstagabend teilten die Ultra-Fanclubs mit, dass sich an ihrer Meinung zu dem ehemaligen Gelsenkirchener Torwart nichts geändert habe. "Wenn sich Manuel Neuer aber an die besprochenen Verhaltensregeln und eine respektvolle Distanz hält, wird es keine weiteren organisierten Proteste und Aktionen geben", betonten sie. Die fünf Gruppierungen lehnen Neuer ab, weil er vom ungeliebten Bundesliga-Rivalen FC Schalke 04 kam und über Jahre die große Identifikationsfigur der "Königsblauen" gewesen war.

Kein Kommentar von Neuer dazu

Neuer und die Fanproteste - weder der Torwart selbst noch der Verein möchten dazu noch viel sagen. Präsident Uli Hoeneß kommentierte lediglich: "Ich kann mir gut vorstellen, dass es den übrigen Zuschauern irgendwann dermaßen auf die Nerven geht, dass sie diese Leute aus der Arena rausbrüllen werden." Präsidium und Management wollen das Thema am liebsten durch Schweigen erledigen, um den Fangruppen nicht noch mehr öffentliche Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Die "Schickeria" ist schließlich seit Monaten allein durch ihren Protest gegen Neuer in den bundesweiten Schlagzeilen. Manchen Fans gefällt das durchaus, auch deswegen wird immer wieder nachgelegt.

Zudem wollen sich die Anhänger offensichtlich nicht nachsagen lassen, dass sie all ihre Grundsätze von gestern sofort vergessen, wenn Neuer seine ersten Paraden zeigt, die den Bayern Siege retten. Deswegen kann man die jetzige Erklärung auch als gesichtswahrende Maßnahme verstehen.

Bereits vor seiner Verpflichtung wurde der für mindestens 18 Millionen Euro verpflichtete Neuer von Schmähungen und Protesten ("Koan Neuer") verfolgt. In der vergangenen Saison hatten sich einzelne Gruppierungen mit Anti-Neuer-Plakaten gegen den Nationaltorhüter gewandt. Fünf Tage nach einer Aussprache am "Runden Tisch" Anfang Juli hatten einige Fans im Trainingslager der Bayern am Gardasee mit einem Transparent gegen Neuer protestiert.

aha/dpa

insgesamt 49 Beiträge
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Radmilo 14.07.2011
1. radikale Randfiguren
Ich glaube, dass Radikalismus nie gut ist und somit radikale Fangruppen auch keine Berechtigungsgrundlage haben, freie Meinungsäußerung hin oder her. Vielleicht wird ihnen ihr Protest irgendwann auf die eigenen Füße fallen, dann nämlich, wenn wie Hoeneß hofft, die anderen Fans aufmucken und sie endgültig an den Rand stellen. Dann hätte das ganze durchaus sein Gutes. Denn immer nur wegschauen, wenn irgendwelche Radikalen meinen, sie müssten Gesetz machen, führt auf Dauer zu nichts.
chameleon2000 14.07.2011
2. Peinlich
Wie kann man sich nur so wichtig nehmen mit seiner grenzenlosen, menschenverachtenden Intoleranz. Neuer wird eine glänzende Rolle beim FC Bayern spielen und von den echten Fans als Sportler und Mensch gleichermaßen geschätzt werden. Da spielt es langfristig zum Glück keine Rolle, was ein paar sich selbst selbstüberschätzende, aggressive Dumpfbacken erzählen, die so gern wichtiger wären als sie sind. Demokratie heißt, die Mehrheit hat Recht und die Ultras sind, wie Heynckes richtig sagt, ein kleines Häuflein Verwirrter, die denken, sie müssten besonderes Gehör finden, nur weil sie besonders laut brüllen.
ToertjeX 14.07.2011
3. Ultra-Fremdschämen
Zitat von sysopDer Protest einiger Bayern-Fangruppen gegen Nationaltorwart Manuel Neuer hält an.*Auch ein Treffen mit dem*Keeper hat daran wenig geändert. Allerdings werde man auf Proteste gegen Neuer verzichten - wenn dieser bestimmte Regeln einhält. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,774417,00.html
Das ist ja ein ultra-peinlicher Kindergarten mit den Ultra-Fans.
seduro34 14.07.2011
4. Probleme?
Also die Probleme dieser "Fans" möchte ich gerne haben. Eine "Benimmfiebel" für Neuer, wie affig ist das denn? Sie sollten sich freuen, das sie so einen guten Torwart haben, er wird den Bayern in Zukunft viel Freude bereiten. Und sympatisch ist er dazu auch noch.
lassehoffe, 14.07.2011
5. Raus damit
Zitat von sysopDer Protest einiger Bayern-Fangruppen gegen Nationaltorwart Manuel Neuer hält an.*Auch ein Treffen mit dem*Keeper hat daran wenig geändert. Allerdings werde man auf Proteste gegen Neuer verzichten - wenn dieser bestimmte Regeln einhält. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,774417,00.html
Zeit für ein "Hausverbot". Gibt genug Menschen in München, die gerne Karten hätten, aber keine bekommen...
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