Bayern-Krise Hoeneß poltert und verspricht ein neues Team

Nach der Niederlage gegen den HSV wettert der Bayern-Manager gegen die Spieler des Rekordmeisters. Mit Millionen-Investitionen will er der Mannschaft ein neues Gesicht verpassen. Luca Toni soll dazu gehören, ebenso ein alter Bekannter.


Hamburg - "All unsere Kraft setzen wir darauf, in der neuen Saison eine Mannschaft auf den Platz zu bringen, die mit dieser nichts mehr zu tun hat. Diese Mannschaft hatte ihre Chancen. Wer eine Chance ein ganzes Jahr nicht nutzt, hat auch keine zweite verdient", sagte Bayern-Manager Hoeneß nach der gestrigen 1:2 Niederlage gegen den Hamburger SV. "Das lassen wir uns nicht mehr länger bieten", so Hoeneß. Mit sieben Punkten Rückstand auf den dritten Platz muss Bayern wohl ohne die Einnahmen aus der Champions League planen.

Bayern-Manager Hoeneß: "Das lassen wir uns nicht länger bieten"
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Bayern-Manager Hoeneß: "Das lassen wir uns nicht länger bieten"

Dennoch: Für einen Neuanfang will der Manager tief in die Tasche greifen. "Wir haben genug Geld, um einzukaufen", so Hoeneß. Bisher hat der Rekormeister für die neue Spielzeit die Bundesliga-Spieler Jan Schlaudraff (Alemannia Aachen) und Hamit Altintop (Schalke 04) verpflichtet, mit Ernesto Sosa kommt ein 21-jähriges Talent aus Argentinien an die Isar. Ein internationaler Star ist noch nicht dabei. Dabei hatte die italienische Sportzeitung "Gazetta dello Sport" gestern berichtet, dass Weltmeister Luca Toni vom AC Florenz für 18 Millionen Euro zu den Münchnern wechselt und eine Jahresgage von 5,5 Millionen Euro erhalten soll. "Wir beteiligen uns nicht an Spekulationen und werden uns nur äußern, wenn ein Wechsel perfekt ist", sagte Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld zu der Meldung.

Nachdem bereits über Miroslav Klose (Werder Bremen), mit dem sich die Verantwortlichen bereits zu Gesprächen getroffen hatten , oder Arjen Robben vom englischen Meister FC Chelsea als mögliche Neuzugänge spekuliert worden war, rückt nun ein alter Bekannter wieder in den Fokus: So bestätigte Trainer Ottmar Hitzfeld, dass die Rückkehr des Mittelfeldspielers Zé Roberto im Gespräch sei. "Er ist eine Alternative, die man beobachtet", so Hitzfeld. Der 32-Jährige, der momentan beim FC Santos unter Vertrag steht und nach der vergangenen Saison die Bayern verlassen hatte, habe nach wie vor die nötige Klasse und er spreche Deutsch. Überhaupt sei der Verein auf der Suche nach deutschsprachigen Spielern. Auch Borussia Dortmund hatte sich um die Dienste des Brasilianers bemüht. Die Personalie Rafael van der Vaart vom HSV, dem gegen die Bayern ein Traumtor gelang, ist hingegen vom Tisch. "Wir haben uns um van der Vaart nie bemüht und werden das auch nicht tun", behauptete Hoeneß.

Hitzfeld will das Team schon in den letzten Bundesligaspielen umkrempeln. "Ich werde mir Gedanken machen, ob ich auf den Stamm zählen kann oder ein, zwei Amateure dazunehme", sagte Hitzfeld "Ich bin 23 Jahre Trainer, eine solche Situation habe ich noch nicht erlebt", so der 58-Jährige. Am kommenden Samstag bekommt die Mannschaft beim Tabellenletzten Borussia Mönchengladbach (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) die Chance zur Wiedergutmachung.

Bayerns Torhüter Oliver Kahn äußerte sich vorsichtig zu der Misere: "Wenn ich wirklich sagen würde, was ich denke, dann würden sie mich hier suspendieren, deshalb behalte ich es lieber für mich", so der Kapitän, "es ist für mich eine bittere Stunde, wenn man sieht, was für Verfallserscheinungen die Mannschaft hat."

guv/sid/dpa



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