Bayern-Manager Hoeneß "Natürlich sind wir besser als Hoffenheim"

Verbalduell vor dem Bundesliga-Spitzenspiel: Bayern-Manager Uli Hoeneß lässt einige Spitzen in Richtung Tabellenführer Hoffenheim los. Dessen Mäzen Dietmar Hopp reagiert mit Unverständnis, 1899-Manager Jan Schindelmeiser kontert die Attacken.


Hamburg - Der FC Bayern München stimmt sich auf das Spitzenspiel gegen 1899 Hoffenheim ein: "Natürlich sind wir besser als Hoffenheim. Da wird übrigens mehr Geld bezahlt, als sie überall rumerzählen. Trotz der Finanzkrise hat der Herr Hopp schon noch ein paar Euro übrig", sagte Bayern-Manager Uli Hoeneß - vor dem Aufeinandertreffen des Rekordmeisters gegen den Tabellenführer der Bundesliga am Freitag (20.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) in München.

Bayern-Manager Hoeneß: "Trotz der Finanzkrise hat der Herr Hopp schon noch ein paar Euro übrig"
DDP

Bayern-Manager Hoeneß: "Trotz der Finanzkrise hat der Herr Hopp schon noch ein paar Euro übrig"

"Ich weiß nicht, warum Herr Hoeneß es nötig hat, sich über die Gehälter anderer Vereine auszulassen. Er will nur Unruhe stiften", entgegnete Dietmar Hopp, der Mäzen des Aufsteigers, in der "Bild"-Zeitung. Der SAP-Mitbegründer befindet sich derzeit in Florida und wird wohl auch nicht zum Spiel in der Münchner Arena einfliegen. Im Sportmagazin "kicker" tippte Hopp auf ein 2:2 - das würde den Hoffenheimern trotz der noch ausstehenden letzten Vorrunden-Partie gegen Schalke 04 wohl zur Herbstmeisterschaft reichen.

Jan Schindelmeiser wehrte sich gegen die Verbalattacken seines Münchner Kollegen. "Mit den Gehältern von Ribéry, Toni und Klose könnten wir unseren gesamten Kader finanzieren", sagte der 1899-Manager.

Zudem kündigte er für den Fall, dass die Münchner versuchen, einen Profi abzuwerben, schon mal an: "Wir werden keinen Spieler an einen anderen Bundesligisten abgeben, das gilt auch für die Bayern. Unsere Spieler sind schlau. Die wissen, was sie hier haben", so Schindelmeiser und verwies auf Mittelfeldspieler Sejad Salihovic. Der Freistoßspezialist, der angeblich auch vom FC Bayern umworben war - was die Hoffenheimer wiederum als Störmanöver werteten - hat seinen Vertrag kürzlich bis 2012 verlängert.

"Wir sehen uns nicht auf Augenhöhe mit den Bayern, was die Struktur angeht. Aber für uns spricht die Unbekümmertheit und die Art und Weise, wie die Mannschaft Fußball spielt", sagte Schindelmeiser. Hoeneß hingegen hatte nach dem 2:0-Sieg im Verfolgerduell am Samstag bei Bayer Leverkusen gemeint: "Die Leistung der zweiten Halbzeit von Leverkusen reicht auch gegen Hoffenheim, da können Sie sicher sein."

1899-Trainer Ralf Rangnick macht dieser Tage jedoch nicht den Eindruck, als denke er nur eine Sekunde daran, in München zu verlieren. "Wenn wir ganz couragiert auftreten, können wir auch dort was holen", sagte der 50-Jährige. Respektvolle Worte hat Franz Beckenbauer für die Hoffenheimer übrig. "Da kann man nur den Hut vor ziehen und gratulieren", sagte der Bayern-Präsident zu dem Aufstieg und kündigte an. "Die werden am Freitag in München verlieren, aber ich glaube, Hoffenheim wird trotzdem Herbstmeister."

Ebenso wie die Funktionäre und Trainer fiebern die Spieler der Partie entgegen. "Das wird eine heiße Schlacht, ein echter Fight", sagte Bayern-Torwart Michael Rensing. Für seinen Kollegen Zé Roberto ist die Begegnung "fast ein Finale. Endlich haben wir die Möglichkeit, Hoffenheim zu schlagen. Wir gehören einfach auf Platz eins." Viel Respekt vor Hoffenheim hat Trainer Jürgen Klinsmann: "Da werden zwei Klassemannschaften aufeinandertreffen."

wit/dpa



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