Bayerns Sieg gegen Anderlecht Gegen PSG und Neymar reicht das nicht

Der FC Bayern hat seine Pflichtaufgabe zum Start der Champions League bestanden - mehr nicht. Stattdessen hatte der Rekordmeister in Überzahl Probleme, auch weil Ancelottis Rotation eine schlechte Idee war.

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Blackout des Spiels: Wie man es dem FC Bayern in einem Heimspiel besonders einfach macht, zeigte Münchens erster Gruppengegner Anderlecht in der elften Minute: RSC-Verteidiger Sven Kums zerrte an Stürmer Robert Lewandowski, der Pole ging zu Boden, Rote Karte wegen Notbremse. Der Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Paolo Tagliavento war allerdings falsch, da das Foul vor dem Strafraum begann. Lewandowski hat seine Kaltschnäuzigkeit nach seinem SPIEGEL-Interview nicht verloren und traf vom Punkt - 1:0. Das sollte nach der Hoffenheim-Pleite doch Sicherheit geben, oder?

Ergebnis des Spiels: Bayern tat sich trotz Überzahl und früher Führung schwer, sehr schwer sogar. Für einen 3:0-Auftaktsieg in der Champions League hat es am Ende aber gereicht. Es war der 14. Startsieg in diesem Wettbewerb in Serie - Rekord. Hier geht es zur Meldung.

Die erste Hälfte nach dem Blackout: Wer nach dem schnellen 1:0 fest mit einem Schützenfest des FC Bayern rechnete, lag daneben. Es war nicht einmal ein Chancenfestival. Bis auf zwei Versuche von Arjen Robben und einem Fallrückzieher von Javi Martínez blieben die Hausherren harmlos, wirkten lethargisch und boten in der eigenen Hälfte Platz. Dadurch kam Anderlecht mit schnellem Umschalten auch mal vor das Bayern-Tor. So geschehen in der 41. Minute, als Nicolae Stanciu den Ausgleich freistehend verpasste. Die gewohnt hochstehende linke Augenbraue von Trainer Carlo Ancelotti erreichte nach dieser Szene gefühlt Rekordhöhe.

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Bayerns Start in die Königsklasse: Arbeitssieg, keine Fußballparty

Der Bankdrücker: Dass Mats Hummels beim Rekordmeister auf der Bank sitzt, ist selten. Zuletzt war das am 32. Spieltag der Vorsaison der Fall, beim unwichtigen Heimspiel gegen den SV Darmstadt. Nun, beim nicht ganz so unwichtigen Champions-League-Auftakt setzte ihn Ancelotti dort wieder hin (mit Thomas Müller in bester Gesellschaft). Dafür kam Niklas Süle zu seinem CL-Debüt, Martínez spielte an seiner Seite. Bald wird auch der wieder gesunde Jérôme Boateng und später eingewechselte zum Stammpersonal gehören wollen und den Konkurrenzdruck weiter erhöhen. Das klingt nach Luxusproblemen in der Innenverteidigung.

Die zweite Hälfte: Spätestens mit Beginn der zweiten 45 Minuten musste die Frage erlaubt sein: Hat Ancelotti mit Hummels' Nichtnominierung eine unnötige Baustelle eröffnet? Ohne den Nationalverteidiger, einer der wenigen starken Münchner zuletzt, ließ sich die Abwehrkette mehrfach überspielen. Die Lücken waren groß. In der 49. vergab Anderlecht eine weitere Großchance, Alexandru Chipciu schoss aus wenigen Metern an den Pfosten. Nach über einer Stunde erlöste Thiago dann die schwachen Bayern mit dem 2:0 (65. Minute). In der Schlussphase - als Anderlecht körperlich platt war - erzielte Joshua Kimmich das dritte Tor, so hörte sich das Ergebnis dann immerhin ganz passabel an (90.).

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James Rodríguez

James oder nix: 2013 bekam Pep Guardiola mit Thiago seinen Wunschspieler. Nicht erst seit heute ist bekannt: Der Transfer des Mittelfelddirigenten hat sich gelohnt. In diesem Sommer erhielt nun auch Ancelotti seinen Wunschspieler: James Rodríguez soll Bayerns neue Offensivwaffe werden, und gegen Anderlecht feierte die Real-Leihgabe sein Startelfdebüt. Das erste Fazit? So stark wie in seiner Madrid-Zeit unter Ancelotti (Saison 2014/2015, 46 Pflichtspiele, 17 Treffer, 18 Vorlagen) spielte Rodríguez noch nicht. Der Kolumbianer versuchte es vor allem mit Flanken oder zu überhasteten Torschüssen, einige Fehlpässe waren dabei. Nach 85 eher ereignislosen Minuten war für ihn Feierabend. Die nächste Bewährungsprobe wartet auf ihn am Samstag gegen Mainz (15.30 Uhr).

Erkenntnis des Spiels: Bayern-Fans werden nicht allzu freudig auf das Ergebnis der zweiten Gruppenpartie zwischen Celtic und PSG geblickt haben (0:5). Neymar zeigte direkt, dass er viel Geld wert ist. Auch der zweite Millioneneinkauf Kylian Mbappé schoss ein Tor. Bereits in zwei Wochen muss Bayern zum Kräftemessen nach Paris. Ein Sieg gegen die Millionentruppe - über die Präsident Uli Hoeneß zuletzt nur allzu gerne lästerte - wäre für die Münchner Seele wichtig. Ob das klappt? Vielleicht kann das Team ja beim anstehenden Oktoberfest (ab dem 16. September) für die kommenden Aufgaben zusammenfinden. Bereits am Mittwoch trifft sich die Mannschaft zum sogenannten "Lederhosen-Shooting".

FC Bayern München - RSC Anderlecht 3:0 (1:0)
1:0 Lewandowski (12./Foulelfmeter)
2:0 Thiago (65.)
3:0 Kimmich (90.)
FC Bayern: Neuer - Kimmich, Martínez (77. Boateng), Süle, Rafinha - Tolisso, Rodríguez (85. Coman), Thiago - Robben, Lewandowski, Ribéry (78. Müller).
Anderlecht: Sels - Chipciu, Spajic, Kums, Deschacht, Najar (26. Appiah) - Stanciu (58. Onyekuru), Dendoncker, Trebel, Hanni - Teodroczyk (84. Harbaoui).
Schiedsrichter: Tagliavento (Italien)
Gelbe Karten: Ribéry, Tolisso - Trebel, Stanciu
Rote Karte: Kums (11.)

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Drunken Masta 13.09.2017
1. Fazit
Mir fällt es etwas schwer eine klare Meinung zum Bayernspiel zu finden. War der Sieg geschenkt? Am Ende doch verdient? Auf jeden Fall schnellstens auch in der CL den Videobeweis einführen! Ansonsten hab ich mich gefragt was mit der Abstimmung Lewandowski - Robben los ist? Spielen ja nicht erst seit gestern zusammen... Dennoch erster Sieg, das zählt am Ende. Und dann schauen wir mal wie es gegen PSG aussieht. Im Moment hab ich da so das Bild vor Augen. Ancelotti sitzt im R8, den sicher jeder gerne hätte, an der Ampel. Guckt nach Rechts und sieht nen Chiron mit PSG Wappen drauf und denkt nur so: "oh oh, schei..." Aber gut, es ist spät, die Gedanken werden wirrer und das Spannende im Fußball ist ja gerade auch, dass eben nicht immer alles so eintrifft wie erwartet.
micheleyquem 13.09.2017
2. Derselbe MIst wie in Hoffenheim gegen einen schwächeren Gegner.
Die Bayern zeigten dieselbe miserable Leistung wie gegen Hoffenheim, individuelle Klasse alleine reicht nicht! Ja, das Fouls war ausserhalb, aber keiner hat seit Jahren so vehement den Video Beweis gefordert wie Bayern. Dafür hat man, und das verschweigt der Spiegel seinen Lesern, ein völlig einwandfreies Kopfball Tor von Süle aberkannt. Der Spiegel vertraut wohl drauf dass das Spiel kaum einer gesehen hat? Deswegen wohl auch das Loblied auf Hummels der BEIDE hoffenheimer Tore verschuldet hatte! Aber dann kam in der 41. die Szene die eine perfekte Wiederholung des zweiten Hoffenheimer Tores war. Einer ging auf aussen druch und ein Stürmer sprintete auf das Tor zu, neben ihm ein Bayern Verteidiger. Am Elfmeterpunkt blieb der Belgier stehen, während der Bayer auf die Grundlinie raste. Es folgte derselbe Rückpass wie auf Uth, nur misslang der Schuss völlig. Und Anderlecht hatte noch beim Stande von 1:0 eine zweite klare Torchance, traf aber nur den Pfosten. Und dann spielten bei Bayern zum ersten Mal Kimmich und Thiago so, wie man das eigentlich kennt. Kimmich wird steil geschickt nimmt den Ball direkt und schiesst in vors Tor, aber weit genug vom Torwart weg. Thiago war durchgelaufen und schob den Ball ein. Ein wunderschönes Tor, wie früher… und man hofft wieder… aber dann? Lewa lief auf Linksaussen durch zur Strafraumkante, und Robben hatte das richtig erkannt. Er sprintete an allen Gegnern vorbei stand wie Thiago vorher völlig frei…. Aber anstatt den Ball einfach in die Mitte zu schieben, drehte Lewa ab, und begann um einen Gegenspieler zu dribbeln und verlor natürlich auch noch den Ball. Genau das ist der Mist den die Bayern seit der Vorbereitung spielen und anscheinend ist Ancelotti ein Trainer der das den Einzelnen nicht austreiben kann. Statt dessen hat er so ziemlich jeden einzelnen Spieler schlechter gemacht. Oder kennt jemand einen Bayern Spieler der jetzt besser ist? Er ist ein Trainer aus dem vorigen Jahrhundert, da war er gut. Aber der Fussball hat sich weiter entwickelt, und den Fussball der Pep, der Mourinho, der Nagelsmann usw. den kann er nicht! In der Winterpause muss Schluss sein damit! Sein Wunschspieler James hat bei den Bayern ebenso NIcht verloren wie Sanchez! Erfreulich dann das Ende des Spiels, nach Boatengs Einwechslung noch ein wunderschönes Bayern Tor, wie es eigentlich normal ist, von Boateng und Kimmich.
illimani 13.09.2017
3. Mit ein wenig Glück,
könnte man es bis zum 1/8 Finale schaffen, um sich dann sang- und klanglos zu verabschieden. Früher habe ich mir immer und sehr gerne Bayern-Spiele angesehen, inzwischen frage ich mich, ob ich mir das noch antun soll, vermiest es doch nur meine Laune. Ancelotti hat offensichtlich keinen Zugang zu den Spielern und ruinierte die Mannschaft im Alleingang. Gehörten die Bayern vor Ancelotti noch zu den Top 3 in Europa, reicht es inzwischen nicht mehr für die Top 10. Frage mich, wie lange Hoeneß sich diese Vergiss-es-Spiele noch antun will.
SF49er 13.09.2017
4. Mehr Kaugummi zum Abschied für Ancelotti
Ich bin eigentlich nicht einer der vorschnell alle Probleme auf einen Trainer abschiebt, bei Ancelotti hatte mich schon seine Verpflichtung sprachlos gemacht. Völlig unzeitgemässe Art und Weise wie er Fussball spielen (und trainieren) lässt. Schweinsteiger, Lahm, Müller und Alaba das sind Identifikationsfiguren und die jungen Wilden wie Kimmich sind die Zukunft. Mein Fazit: Ciao Ancelotti, verliere mit einem anderen Team!
stoffi 13.09.2017
5.
Zitat von SF49erIch bin eigentlich nicht einer der vorschnell alle Probleme auf einen Trainer abschiebt, bei Ancelotti hatte mich schon seine Verpflichtung sprachlos gemacht. Völlig unzeitgemässe Art und Weise wie er Fussball spielen (und trainieren) lässt. Schweinsteiger, Lahm, Müller und Alaba das sind Identifikationsfiguren und die jungen Wilden wie Kimmich sind die Zukunft. Mein Fazit: Ciao Ancelotti, verliere mit einem anderen Team!
So sehe ich das auch. Der FC spielt immer mehr wie eine italienische Mittelklasse Mannschaft. Ich denke, Nagelsmann wäre der Richtige für den FC. Bleibt Angelotti, gibt es in diesem Jahr keinen Pokal.
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