Bayern-Sieg gegen Freiburg: Shaqiris kleine Show

Von Sebastian Winter, München

Ein Arbeitssieg und ein Dauerproblem: Bayern Münchens Auftritt gegen Freiburg stand im Zeichen der Personalschonung. Dass der Club gewann, lag an Xherdan Shaqiri - dass er nicht zur Ruhe kommt, liegt an der Causa Hoeneß. Sportvorstand Matthias Sammer bietet dem Präsidenten seine Hilfe an.

Bayern vs. Freiburg: "Sie war sehr sportlich, fit"
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DPA

Wenigstens hatte der laue Sommerkick noch eine aufsehenerregende Pointe. Denn ganz am Ende der für die Meister-Bayern bedeutungslosen Bundesliga-Partie gegen den SC Freiburg flitzte eine junge, leicht bekleidete Frau über den regennassen Rasen. Sie schien kaum zu stoppen zu sein, bis drei Ordner sie doch noch erwischten. Auch Jupp Heynckes hatte dieser Sprint nach dem 1:0-Sieg der Bayern sehr amüsiert: "Sie war sehr sportlich, fit, ist ganz schön gelaufen. Die Ordner haben ziemlich Stress gehabt", sagte Bayern Münchens Trainer.

Ansonsten bot die zwischen den Barcelona-Krachern versteckte Partie auch kaum Anlass zu Begeisterungsstürmen der Fans, außer hinsichtlich des nun erreichten Punkterekords. Zumal Heynckes sein Rotationsprinzip auf die Spitze getrieben hatte: Zehn neue Spieler hatte er im Vergleich zum glanzvollen 4:0-Sieg im Halbfinal-Hinspiel der Champions League aufgestellt, nur Innenverteidiger Jérôme Boateng stand gegen Barcelona und Freiburg in der Startelf - er sollte Spielpraxis sammeln.

Während Schweinsteiger, Müller und Lahm das Spiel entspannt auf der Tribüne verfolgten, bahnte sich für die Reservisten ein undankbarer Nachmittag an. Es ging nicht nur um nichts mehr in dieser Partie. Auch die Aussichten, im Rückspiel gegen Barcelona von Beginn an zum Einsatz zu kommen, sind für Spieler wie Diego Contento, Emre Can oder Anatoliy Timoschtschuk äußerst begrenzt. Dennoch sagte Heynckes: "Unsere Mannschaft war nicht so perfekt wie in anderen Spielen, hat das aber trotzdem gut gemacht heute."

"Arbeitssieg mit Licht und Schatten"

Xherdan Shaqiri stach aus dem Ersatzbank-Ensemble deutlich heraus, nicht nur wegen seines fein ins lange Toreck gezirkelten Freistoßes zum 1:0 in der 35. Minute. Der 21-Jährige, der gerne Brillanten im Ohr und große Uhren an der Hand trägt, spielte Freiburgs Defensive mitunter schwindelig - und bekam ein Lob von höchster Stelle: "Er hat sich gut eingelebt, gut adaptiert und setzt seine Kreativität auch immer mehr in Geschwindigkeit um", sagte Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer. "Heute hat er gut gespielt, aber nicht sehr gut. Er war schon viel besser."

Shaqiri selbst schien die Partie schnell abgehakt zu haben. Der flinke, kraftvolle Schweizer blickte kurz nach der Partie bereits Richtung Barcelona: "Die Gefahr ist, wenn man überheblich ins Spiel geht, keinen klaren Kopf hat und denkt, dass man schon im Finale ist. Aber wir wissen, was auf uns zukommt in Barcelona."

Auch Sammer legte das Spiel schnell ad acta, er bezeichnete es als "Arbeitssieg mit Licht und Schatten", und blickte dann mahnend nach Katalonien: "Die Führungsspieler müssen präsent sein, wir müssen genauso gegen den Ball spielen und unsere Kreativität und Gefährlichkeit an den Tag legen wie im Hinspiel."

Hoeneß lange in der Mannschaftskabine

Damit war eigentlich alles gesagt. Eigentlich. Und doch kam auch an diesem ansonsten gemächlichen Samstag wieder große Unruhe auf bei den Bayern. Nach SPIEGEL-Informationen hat Präsident Uli Hoeneß seine Selbstanzeige in der Steueraffäre innerhalb weniger Tage anfertigen lassen. Und zwar nachdem er von Recherchen zu diesem Thema gehört hatte. Die nachgebesserte Version ließ er demnach erst nach der Durchsuchung seines Hauses am Tegernsee vorlegen. Damit würde eine mögliche Strafbefreiung unwahrscheinlicher werden.

Hoeneß war auch gegen Freiburg im Stadion, nach dem Spiel lief er durch die Interview-Zone in die Bayern-Kabine zur Mannschaft - und hielt sich dort sehr lange auf. Auf dem Rückweg wollte er keinen Kommentar abgeben. Sportvorstand Sammer sagte: "Uli Hoeneß macht einen guten Eindruck. Und wenn ich irgendetwas tun könnte, dass es ihm noch besser geht, dann würde ich das tun. Ich werde immer an seiner Seite sein und hoffe, dass das andere gut geklärt wird. Der Mensch steht für mich im Mittelpunkt. Er kann sich auf mich verlassen."

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insgesamt 29 Beiträge
nick2011 28.04.2013
... alles nur noch schlimmer machen: "Ich werde immer an seiner Seite sein und hoffe, dass das andere gut geklärt wird. Der Mensch steht für mich im Mittelpunkt. Er kann sich auf mich verlassen." Ich kann doch nicht die [...]
... alles nur noch schlimmer machen: "Ich werde immer an seiner Seite sein und hoffe, dass das andere gut geklärt wird. Der Mensch steht für mich im Mittelpunkt. Er kann sich auf mich verlassen." Ich kann doch nicht die Schwächen eines Menschen und Fehler, die er macht (hier immerhin Betrug), wie eine Bad Bank auslagern. Da biegen die Mächtigeren sich ihre Welt wieder zurecht, wie es ihnen passt.
dorianhunter 28.04.2013
Wieder einmal steht der Mensch Hoeneß im Mittelpunkt und nicht die Straftat. So wäre es bei 99 Prozent der anderen Mitbürger angesiedelt. Diese Gefühlsduselei geht mir dermaßen auf den Geist. Gut, Herr Hoeneß, Sie haben niemanden [...]
Wieder einmal steht der Mensch Hoeneß im Mittelpunkt und nicht die Straftat. So wäre es bei 99 Prozent der anderen Mitbürger angesiedelt. Diese Gefühlsduselei geht mir dermaßen auf den Geist. Gut, Herr Hoeneß, Sie haben niemanden überfallen sondern nur betrogen. Gut Herr Hoeneß´, sie sind auch eine Art Robin Hood, nur dass der nie vom Volke stahl.
Doylebeule 28.04.2013
"der Club kommt nicht zur Ruhe." Eine Aussage die einzig dadurch belegt ist, das die berichtenden Medien keine Ruhe geben. Von wirklicher Unruhe im Verein, genauer bei den Spielern weiss keiner wirklich zu berichten. Da [...]
"der Club kommt nicht zur Ruhe." Eine Aussage die einzig dadurch belegt ist, das die berichtenden Medien keine Ruhe geben. Von wirklicher Unruhe im Verein, genauer bei den Spielern weiss keiner wirklich zu berichten. Da könnte die Gemengelage zwischen "juckt hier absolut keinen" und "die Meinungsmacher haben Recht, Uli sollte zurücktreten" liegen, aber keiner weiss es genau. Nun mag es ne unglückliche Formulierung sein, vielleicht macht grad jemand nen Praktikum inner Sportabteilung, oder es ist einfach nur ne reisserische Formulierung um mehr clicks zu generieren, beides sollte vermieden werden. Ansonsten kommt der Leser noch irgendwann auf die Idee das alle möglichen Skandälchen oder Staatsaffären ihre größtmögliche Verwerflichkeit nur daraus beziehen das sie nen großen kommerziellen Nachrichtenwert haben. Hier gehts ja schließlich um Uli H. vom FCB, bevor da nen Richter ein Urteil spricht, lässt sich doch bestimmt noch der ein oder andere Groschen verdienen mit den neuesten Vermutungen, Halbwahrheiten und minimalen Pegelstandsänderungen. Und sollte es in Zeiten von 24h Nachrichtenzirkeln mal passieren das die sonst so tödliche 48h-nix-neues-passiert-Marke erreicht wird, dann kommt halt der FC Bayern "nicht zur Ruhe". Wird ja niemand als Unwahrheit entlarven können, Aussagen von Spielern und sportlicher Leitung sind dann 'verzweifelte Versuche der Autosuggestion'. Das hat sich dann in knapp nem Monat erledigt weil Sommerpause ist, aber solange darf der Praktikant den Venitlator noch vors Windrad halten.
dorianhunter 28.04.2013
Ich werde immer an seiner Seite sein und später haue ich ihm die Fresse ein dann ist sein Büro mein! Ein Top Verein wie Bayern hat nunmal auch Dreck am stecken. ABER: Ohne Hoeneß gäbe es keine Mannschaft wie in dieser Saison [...]
Zitat von nick2011... alles nur noch schlimmer machen: "Ich werde immer an seiner Seite sein und hoffe, dass das andere gut geklärt wird. Der Mensch steht für mich im Mittelpunkt. Er kann sich auf mich verlassen." Ich kann doch nicht die Schwächen eines Menschen und Fehler, die er macht (hier immerhin Betrug), wie eine Bad Bank auslagern. Da biegen die Mächtigeren sich ihre Welt wieder zurecht, wie es ihnen passt.
Ich werde immer an seiner Seite sein und später haue ich ihm die Fresse ein dann ist sein Büro mein! Ein Top Verein wie Bayern hat nunmal auch Dreck am stecken. ABER: Ohne Hoeneß gäbe es keine Mannschaft wie in dieser Saison und ohne Hoeneß keinen FCB in dieser Situation. Trotzdem muss er abtreten, solange noch etwas Ehre in ihm wohnt! Aus dem Hintergrund kann man auch gut poltern.
WasserTrinker 28.04.2013
Finden Sie es denn wirklich für unmöglich jemand menschlich zur Seite zu stehen? Es bedeutet doch noch lange nicht, dass man dessen Taten damit unterstützt und ihn quasi für unschuldig befindet. Ganz ehrlich, da möchte ich [...]
Zitat von dorianhunterWieder einmal steht der Mensch Hoeneß im Mittelpunkt und nicht die Straftat. So wäre es bei 99 Prozent der anderen Mitbürger angesiedelt. Diese Gefühlsduselei geht mir dermaßen auf den Geist. Gut, Herr Hoeneß, Sie haben niemanden überfallen sondern nur betrogen. Gut Herr Hoeneß´, sie sind auch eine Art Robin Hood, nur dass der nie vom Volke stahl.
Finden Sie es denn wirklich für unmöglich jemand menschlich zur Seite zu stehen? Es bedeutet doch noch lange nicht, dass man dessen Taten damit unterstützt und ihn quasi für unschuldig befindet. Ganz ehrlich, da möchte ich sie nicht unbedingt als Freund haben.
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  • Sonntag, 28.04.2013 – 06:54 Uhr
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