Gegen Medien, Experten, Ex-Spieler Bayern-Bosse holen zum Rundumschlag aus

Abteilung Attacke: Die Bosse des FC Bayern München haben zum verbalen Rundumschlag gegen Medien und Experten angesetzt. Man werde sich "herabwürdigende Berichterstattung" nicht mehr bieten lassen.

Karl-Heinz Rummenigge (l.), Uli Hoeneß
MARC MUELLER/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Karl-Heinz Rummenigge (l.), Uli Hoeneß


Bayern Münchens Führung hat zur großen Medienschelte ausgeholt. Der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge übte harte Kritik an der Berichterstattung über Spieler des Rekordmeisters, insbesondere nach der Niederlage der Nationalmannschaft gegen die Niederlande.

Nachdem er Artikel 1 des Grundgesetzes zitierte ("Die Würde des Menschen ist unantastbar"), sagte er: "Wir werden das nicht mehr akzeptieren." Man werde sich "die herabwürdigende Berichterstattung nicht mehr bieten lassen". Rummenigge sprach von "respektlosen Kommentaren" und "falschen Fakten".

Rummenigge nannte konkrete Beispiele: "Was ich über Manuel Neuer lesen musste, darüber fehlen mir jegliche Worte", sagte er. "Wenn ich über Jérôme Boateng und Mats Hummels 'Altherrenfußball' lesen muss, kann ich nur noch sagen: 'Geht's eigentlich noch?'" Eine Altersgrenzendebatte hinsichtlich Ribéry und Robben sei "unverschämt und polemisch".

"Wir werden keine Respektlosigkeit mehr akzeptieren"

Rummenigge und Hoeneß sprachen mehrere Medien direkt an. Man wolle beim FC Bayern nun eine Einheit bilden: "Wichtig ist, dass sich der wichtigste Klub in Deutschland klar positioniert", sagte Hoeneß: "Wir werden keine Respektlosigkeit mehr akzeptieren." Man habe sich bereits juristisch zur Wehr gesetzt und werde das auch in Zukunft tun. Man werde verstärkt auch die eigenen Medienkanäle nutzen.

Die Münchner haben aus den vergangenen vier Spielen keinen Sieg geholt. Zuletzt gab es in der Bundesliga sogar zwei Niederlagen gegen Hertha BSC und Borussia Mönchengladbach. Bayern steht in der Tabelle nur auf Platz sechs und hat vier Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Borussia Dortmund.

bka



insgesamt 130 Beiträge
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bayerns_bester 19.10.2018
1.
Peinlich und zum Fremdschämen. Und das sage ich als Bayernfan.
radioactiveman80 19.10.2018
2. Art. 1 GG?
Ich dachte anfangs wirklich dass das ein schlechter Scherz des Autors war. Juristisch zur Wehr setzen? Ernsthaft? Sinngemäss fordern die Herren eine Hofberichterstattung nach Massgabe der Clubführung ein. Mal eben so an der Meinungs- und Pressefreiheit gesägt, anstatt mal die eigene beschissene Kaderplanung zu reflektieren. Höchst peinlich und einmal mehr der Beweis, dass der FC Hollywood alles kann, nur keine Krise...
spmc-125536125024537 19.10.2018
3. Ist das alles?
und dafür extra ein PK?
Daedalus 19.10.2018
4.
Nunja...ganz unrecht haben sie nicht, die Kritik an einzelnen Spielern war schon stellenweise überzogen und unfair. Aber man muss eben auch sehen, dass viele Spieler von der Bestform weit entfernt sind und es aufgrund des teilweise (für einen Fußballer) fortgeschrittenen Alters fraglich ist, ob sie die Bestform noch einmal erreichen werden. Ich vermute mal, dass die Bayern jetzt so scharf gegen die Medien schießen, um völlig klar zu machen, dass man sich vor die Spieler stellt. Dafür muss man vielleicht dann auch im heutigen Medienzirkus so drastisch werden. Das tun die Journalisten ja genauso.
the.anthony 19.10.2018
5. Sachlich bleiben...
...und höchste Zeit, in den nicht Bayern-eigenen Medienkanälen eine Altersgrenzendebatte für Funktionäre ehemaliger Meister der Bundesliga zu beginnen.
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