Babbel über Druck im Fußball "Froh, als United das 2:1 geschossen hat"

Mit seinen Äußerungen im SPIEGEL hatte Per Mertesacker ein großes Echo ausgelöst. Nun reagierte auch Markus Babbel - und berichtete von einem Moment der Erleichterung im dramatischen Champions-League-Finale 1999.

Bayern München kassiert das 1:2 gegen Manchester United (1999)
Getty Images

Bayern München kassiert das 1:2 gegen Manchester United (1999)


Der frühere Bayern-Profi Markus Babbel hat Verständnis für Per Mertesacker und seine Aussagen im SPIEGEL über mentalen Druck im Profifußball geäußert. Babbel erinnerte sich in diesem Zusammenhang im Fachmagazin "Kicker" an die 1:2-Niederlage mit dem FC Bayern im Champions-League-Finale 1999 gegen Manchester United.

"Für mich war es immer das Größte, die Champions League zu gewinnen, wertvoller als eine EM oder WM. Als ich mit Bayern 1999 endlich im Finale stand, war ich an dem Tag mental völlig kaputt", sagte Babbel und schob nach: "Ich war froh, als Manchester United das 2:1 geschossen hat. Beim 1:1 in der Nachspielzeit dachte ich: oh, nein! Und jetzt noch Verlängerung. Ich kann nicht mehr. Das 1:2 nur Sekunden später war fast befreiend."

Markus Babbel (ehemaliger Luzern-Trainer)
DPA

Markus Babbel (ehemaliger Luzern-Trainer)

Bis zur 90. Minute hatten die Bayern dank eines Treffers von Mario Basler 1:0 geführt, doch in der Nachspielzeit drehten Teddy Sheringham (90.+1 Minute) und Ole Gunnar Solskjaer (90.+3) mit zwei Treffern die Partie. Es ist bis heute eines der dramatischsten Finals in der Geschichte der Champions League. Der heute 45 Jahre alte Babbel sagte: "Im Nachhinein fand ich es so schade, dass ich mich so unter Druck setzte, dieses Finale, das ich mir so sehr gewünscht hatte, gar nicht genießen zu können."

Zuletzt hatte Mertesacker den Druck im Profigeschäft beklagt. Der Profi des FC Arsenal sagte, die Privilegien im Spitzenfußball seien ihm bewusst, aber "irgendwann realisierst du, dass alles eine Belastung ist, körperlich und mental. Dass es null mehr um Spaß geht, sondern dass du abliefern musst, ohne Wenn und Aber. Selbst wenn du verletzt bist." (Lesen Sie hier die ganze Story.)

Mertesacker hatte auch über den Druck bei der Heim-Weltmeisterschaft 2006 gesprochen. Die Angst vor einem Fehler, die er empfunden habe, sei "unmenschlich" gewesen. Babbel - zuletzt Trainer beim FC Luzern - sagte: "Er ist eben Verteidiger wie ich früher. Und da hat man bei Top-Vereinen extrem hohe Verantwortung, der kleinste Fehler kann fatal sein."

jan/dpa

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