Nach Pokalfinal-Skandal FC Bayern stellt neuen Antrag auf Torlinientechnik

Kommt die Torlinientechnik doch noch? Der FC Bayern unternimmt einen neuen Anlauf und hat einen Antrag auf Einführung gestellt. Die Münchner hatten im Pokalfinale von einem nicht anerkannten Tor profitiert. DFB-Präsident Wolfgang Niersbach begrüßt den Vorstoß.

Torskandal von Berlin: Bayern drängt auf Torlinientechnik
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Torskandal von Berlin: Bayern drängt auf Torlinientechnik


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Hamburg - Der FC Bayern München hat bei der Deutschen Fußball Liga einen Antrag auf Einführung der Torlinientechnologie für die erste Bundesliga gestellt. Darüber solle auf der nächsten DFL-Mitgliederversammlung abgestimmt werden, teilte der Rekordmeister am Mittwoch mit.

"Wir haben diesen Antrag heute zur Einführung der Torlinientechnologie zum frühesten möglichen Zeitpunkt gestellt," begründete Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, "weil wir den Fußball und vor allem die Schiedsrichter künftig besser schützen müssen. Es ist unerträglich, in welchem Maße die Unparteiischen, die nicht auf Wiederholung, Zeitlupen und sogar mathematische Berechnungen zurückgreifen können, öffentlich an den Pranger gestellt werden. Dies kann und sollte künftig verhindert werden."

Wolfgang Niersbach, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), erhöhte den Druck auf die Liga. "Wir begrüßen die Initiative, die Vereine erneut über das Thema abstimmen zu lassen. Wenn ein positives Votum vorliegt, würden wir parallel zu den Plänen der Liga die Torlinientechnik im DFB-Pokal ab dem Viertelfinale einführen", sagte der 63-Jährige der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung": "Sollte es so kommen, könnten wir bereits im Pokal-Finale 2015 den Einsatz der Technik vorziehen."

Die Bayern hatten am vergangenen Wochenende beim Endspiel in Berlin noch davon profitiert, dass es diese Technik in Deutschland nicht gibt. Gegner Borussia Dortmund hatte beim Stand von 0:0 ein reguläres Tor erzielt. Schiedsrichter Florian Meyer hatte jedoch nicht erkannt, dass der Ball eindeutig hinter der Torlinie der Bayern war und hatte weiterspielen lassen. Die Bayern hatten das Endspiel danach 2:0 nach Verlängerung gewonnen.

Erst im März hatte bei einer DFL-Mitgliederversammlung die Mehrheit der deutschen Profiklubs aus den beiden Bundesligen gegen technische Hilfsmittel bei der Tor-Entscheidung votiert. Weil es sich dabei laut Rummenigge vorwiegend um Zweitligisten handelte, die sich die Neuerung nicht leisten konnten, betreffe der jetzige Antrag nur die Vereine der ersten Liga. Über den Antrag soll auf der nächsten Mitgliederversammlung beraten werden, die nach DFL-Angaben voraussichtlich Anfang Dezember dieses Jahres stattfinden wird.

aha/buc/dpa



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insgesamt 329 Beiträge
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spon_2294391 21.05.2014
1. Eine
ganz neue Strategie. Mitleid mit SR und Gegner. Nur so durchsichtig.
neu_im_forum 21.05.2014
2. Zustimmung
100% Zustimmung!
das-joe 21.05.2014
3.
gute pr-berater!
fempton 21.05.2014
4. Ist de Bayern wohl selber peinlich,
dass sie den Pokal geschenkt bekommen haben.
lennoneales 21.05.2014
5. Skandal?
Von welchem Skandal ist hier die Rede, lieber SPON?
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