Krise beim FC Bayern Hoeneß will Kovac "bis aufs Blut" verteidigen

Seit vier Spielen ohne Sieg: Der FC Bayern durchlebt derzeit eine schwierige Phase. Doch einen Trainerrausschmiss soll es nicht geben, sagt Bayern-Boss Uli Hoeneß. Das überrascht wenig.

Uli Hoeneß
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1:1 gegen Augsburg, 0:2 bei Hertha verloren, in der Champions League gepatzt, 0:3-Heimdebakel gegen Borussia Mönchengladbach kassiert: Uli Hoeneß will Bayern-Trainer Niko Kovac auch nach vier Pflichtspielen ohne Sieg weiter unterstützen. "Ich werde Niko Kovac verteidigen bis aufs Blut", sagte der Präsident des Münchner Fußball-Bundesligisten dem Fachmagazin "Kicker". Nach einem guten Start (sieben Pflichtspielsiege) mit dem Rekordmeister musste der neue Coach zuletzt zwei Bundesliga-Niederlagen in Folge hinnehmen.

"Bei uns herrscht die totale Ruhe", sagte Hoeneß trotz der sportlich enttäuschenden Situation. Er habe "nicht eine Sekunde daran gedacht", Kovac zu beschädigen, sagte der Präsident zu seinen vorherigen Aussagen, die Rotation sei Sache des Trainers, dieser müsse dafür "auch den Kopf hinhalten".

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Die aktuelle Unterstützung des Bayern-Bosses überrascht wenig: Der FC Bayern hatte Niko Kovac auch deswegen verpflichtet, weil ihm Alternativen auf der Trainerposition fehlten. Hoeneß hoffte zu lange auf einen Verbleib von Jupp Heynckes. Als schließlich auch Hoeneß erkannte, dass diese Option nicht zustande kommen wird, hatte Thomas Tuchel - diesen Kandidaten soll Karl-Heinz Rummenigge favorisiert haben - bereits in Paris bei PSG unterschrieben.

Andere Toptrainer wie etwa Jürgen Klopp (FC Liverpool) waren nicht verfügbar. So landete man bei Niko Kovac. Ein vorzeitiger Rausschmiss des Kroaten würde somit Hoeneß selbst schaden.

Die Krise beim FC Bayern erinnert ein wenig an das Vorjahr. Damals hatte sich der FC Bayern nach einer schwächeren Phase von Carlo Ancelotti getrennt. Der Unterschied zu heute: Der Italiener brachte einige Führungsspieler gegen sich auf, auch deswegen erschien die Trennung unausweichlich. Nach dem Gladbach-Debakel am Samstag betonten hingegen mehrere Bayern-Spieler, das derzeitige Problem sei nicht Kovac.

Im Training muss Kovac in dieser Länderspielwoche auf einige Nationalspieler verzichten. Die Chance auf eine sportliche Wende bietet sich für den FC Bayern frühestens am 20. Oktober im Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg.

jan



insgesamt 67 Beiträge
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Bueckstueck 08.10.2018
1. Amüsant
Immer wieder wird suggeriert, Kovac sei nur der Notnagel weil sonst keiner kommen wollte - Aber mehr als die zwei Namen Tuchel und Klopp fallen nicht. Gleichzeitig wurde Kovac bei Frankfurt gepriesen. Er wurde in der Presse mehrheitlich als der Richtige für die Bayern gepriesen und er wurde für den Start in die Saison gepriesen - jetzt vier Spiele nicht gewonnen, davon 2 verloren und Kovac wird von der Journaille bereits wieder beerdigt. Hoeneß will da offenbar nicht mitspielen, was einige dieser Zunft als Beleidigung auffassen und das Trommelfeuer intensivieren lässt, wetten?
vonschnitzler 08.10.2018
2. Kovac sollte sich Sorgen machen
Der Spruch klingt nach allem nur nicht nach Ruhe ud Gelassenheit - auch wenn es in meinen Augen richtig wäre, Kovac zu halten. Wenn nach der Länderspielpause gegen Wolfsburg nicht gewonnen wird, darf Kovac trotzdem seine Koffer packen.
Witzlos2018 08.10.2018
3. Endlich
Die Stuation des FC Bayern macht die Bundesliga wieder interessant! Danke Hoeneß
Pela1961 08.10.2018
4. Das Problem bei Bayern
heißt nicht Kovac und auch nicht Hoeness oder Rummenigge, es heißt schlicht "Umbruch". In einer Umbruchphase muss man halt das Anspruchsniveau etwas runterschrauben. Oder aber - wie Paris SG - mit Unsummen fertige Weltklassespieler verpflichten. Das will und kann man wohl nicht, also heißt das Zauberwort Geduld. Von Präsidium, Fans und vor allem auch den Medien. Denn DIE sind es in den meisten Fällen, die die Trainer zum Abschuß freigeben.
auweia 08.10.2018
5. "Bis aufs Blut..."
Die Frage ist doch, auf wessen Blut....
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