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Hoeneß über seine Börsen-Zockereien : "Das war der Kick, das pure Adrenalin"

Er hat lange geschwiegen. Jetzt redet Uli Hoeneß über die Steueraffäre. In der "Zeit" spricht der Bayern-Präsident über die Enthüllungen der vergangenen Tage, seinen Fall vom Vorbild zum falschen Moralapostel und die Lust am Zocken.

Bayern-Präsident Hoeneß: "Diese Beträge waren schon teilweise extrem"Zur Großansicht
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Bayern-Präsident Hoeneß: "Diese Beträge waren schon teilweise extrem"

Hamburg - Reue, das ist es, was Hoeneß in dem Interview vor allem ausdrückt. "Ich habe eine große Torheit begangen, einen Riesenfehler, den ich so gut wie möglich korrigieren will." Und dann gibt er einen Einblick in sein Seelenleben: "Sie glauben gar nicht, was ich alles spüre. Es ist eine Situation, die kaum auszuhalten ist."

Vor grob einer Woche wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft München gegen Hoeneß wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung ermittelt. Der Bayern-Präsident hatte im Januar eine Selbstanzeige beim Finanzamt eingereicht. Der 61-Jährige soll Kapitalerträge verheimlicht haben.

Der "Zeit" sagte Hoeneß nun: "In den Jahren 2002 bis 2006 habe ich richtig gezockt, ich habe teilweise Tag und Nacht gehandelt, das waren Summen, die für mich heute auch schwer zu begreifen sind, diese Beträge waren schon teilweise extrem. Das war der Kick, das pure Adrenalin." Verbindungen seines Schweizer Kontos zum FC Bayern München schloss er aus. "Dieses Konto war ganz allein Uli Hoeneß."

Dennoch steht er nun massiv unter Druck. Einerseits in der Öffentlichkeit, die teils genüsslich seine Rolle als moralische Instanz auseinandernahm. "Das ist für mich ein ganz großes Problem. Ich fühlte mich in diesen Tagen auf die andere Seite der Gesellschaft katapultiert, ich gehöre nicht mehr dazu", sagte Hoeneß.

"Da begann die Hölle für mich"

Andererseits geriet er auch in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender des FC Bayern unter Druck, der am 6. Mai wieder zusammenkommt. Der SPIEGEL hatte berichtet, dass einige Mitglieder des Gremiums enttäuscht über Hoeneß seien. Nach dem Bekanntwerden seiner Selbstanzeige hatte Hoeneß einen Rücktritt von seinen Ämtern ausgeschlossen. Von der Tatsache, dass seine Selbstanzeige öffentlich wurde, sei er vollkommen überrascht worden: "Es gab bislang Tausende von Selbstanzeigen, ich hatte noch von keiner gehört, die öffentlich wurde."

Vom Besuch der Staatsanwaltschaft habe er nichts gewusst, bis die Beamten vor seiner Tür standen. "Am 20. März änderte sich dann mein Leben, morgens um sieben. Da läutete es an der Tür in meinem Haus am Tegernsee, ich war im Bademantel, und da stand die Staatsanwaltschaft vor der Tür. Da begann die Hölle für mich", sagte Hoeneß in dem Interview mit der "Zeit".

Die Zeiten seiner Zockerei an der Börse seien vorbei, er halte sich inzwischen für "kuriert". Er sei nun "nicht mehr so wie früher auf der ständigen Suche nach dem großen Kick. Ich werde älter." Gedanken an eine mögliche Gefängnisstrafe könne er nicht zulassen. "Ich denke Tag und Nacht an meinen Fehler und an das, was ich meiner Familie angetan habe."

chp

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insgesamt 564 Beiträge
TS_Alien gestern, 12:35 Uhr
Manche Firma würde einen Glücksspielsüchtigen aus der Firma entfernen, ihm zumindest die Prokura entziehen. Das Risiko ist zu groß.
Manche Firma würde einen Glücksspielsüchtigen aus der Firma entfernen, ihm zumindest die Prokura entziehen. Das Risiko ist zu groß.
MarkusW77 gestern, 12:36 Uhr
Jetzt beginnt die Mitleids Masche ?
Jetzt beginnt die Mitleids Masche ?
iradei gestern, 12:37 Uhr
Kann mir jemand ein Taschentuch reichen, mir kommen die Tränen. Der arme arme Uli. Ich würde sagen, wir rufen zu einer Spendenaktion für den Armen auf.
Kann mir jemand ein Taschentuch reichen, mir kommen die Tränen. Der arme arme Uli. Ich würde sagen, wir rufen zu einer Spendenaktion für den Armen auf.
blowup gestern, 12:38 Uhr
Aha, so wird das also mit der Verteidigungsstrategie laufen. Der arme Spielsüchtige, den es überkommen hat. Hat eigentlich gar nichts mit Gier, Geiz etc. zu tun. Die massiveSteuerhinterziehung war nur ein bedauerlicher [...]
Aha, so wird das also mit der Verteidigungsstrategie laufen. Der arme Spielsüchtige, den es überkommen hat. Hat eigentlich gar nichts mit Gier, Geiz etc. zu tun. Die massiveSteuerhinterziehung war nur ein bedauerlicher Collateralschaden. Fein ausgeheckt.
ellereller gestern, 12:38 Uhr
Ohne die Affäre im Einzelnen zu kennen, müsste man nach diesem Artikel den Eindruck gewinnen, dass Hoeneß wegen seiner Börsen-Zockerei in der Kritik steht. Das ist lachhaft. Zocken ist - wohlgemerkt: an der Börse - erlaubt, aber [...]
Ohne die Affäre im Einzelnen zu kennen, müsste man nach diesem Artikel den Eindruck gewinnen, dass Hoeneß wegen seiner Börsen-Zockerei in der Kritik steht. Das ist lachhaft. Zocken ist - wohlgemerkt: an der Börse - erlaubt, aber die so erzielten Gewinne sind steuerpflichtig. Vielleicht hätte gerade das Versteuern der Gewinne Herrn Hoeneß geholfen, der Sucht schneller Herr zu werden.
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  • Mittwoch, 01.05.2013 – 12:27 Uhr
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