Bayern-Sieg gegen Fürth: Vorne wird's voll

Aus Fürth berichtet Sebastian Winter

Die Bayern haben ihr Auftaktspiel gegen Fürth überlegen gewonnen - überzeugen konnte der Rekordmeister aber nur 45 Minuten lang. Dabei verfügt Trainer Jupp Heynckes über ein schier unerschöpfliches Offensiv-Reservoir. Doch genau das könnte bald zu Problemen führen.

Bayern-Spieler Toni Kroos, Arjen Robben: Überangebot im FCB-Angriff Zur Großansicht
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Bayern-Spieler Toni Kroos, Arjen Robben: Überangebot im FCB-Angriff

Es war eine Szene mit viel Aussagekraft, die sich nach Schlusspfiff in Fürth abspielte. Die Bayern hatten locker 3:0 (1:0) gegen den Aufsteiger gewonnen, eine Pflichtaufgabe für die routinierten Münchner Spieler. Doch nicht für alle. Bastian Schweinsteiger, 20 Minuten vor dem Ende beim Stand von 2:0 eingewechselt, stürmte direkt vor die Fankurve, vergaß sogar, auf seine Kollegen zu warten.

Nach diesem Sommer, der so reich an Rückschlägen war für den 28-Jährigen, schien Schweinsteiger diesen so scheinbar alltäglichen Sieg voll auskosten zu wollen. Kurz darauf schien die Freude auch schon wieder gewichen, mit einem Kopfschütteln lief er an den Fragestellern in der Interviewzone vorbei zum Bayern-Bus, als sei ein Rest Unsicherheit geblieben.

Auf dem Feld hatte er souverän gewirkt auf seiner angestammten Position im linken defensiven Mittelfeld. Es war keine schwere Übung, denn die Bayern führten bereits 2:0 durch Treffer von Thomas Müller (43. Minute) und Mittelstürmer Mario Mandzukic (59.), als der 28-Jährige auf das Feld kam. Kurz danach fälschte Fürths Innenverteidiger Thomas Kleine eine Robben-Flanke zum Endstand ins Tor ab.

Dennoch ist das eine wichtige Erkenntnis für die Bayern nach diesem Spiel: Dass ihr Stratege Schweinsteiger wieder näher an die Startelf rückt. Mit dieser Möglichkeit tauchen zugleich Fragen auf. Denn sobald Schweinsteiger wieder von Beginn an spielt, wird es eng in der Bayern-Offensive.

Robben: "Es gibt noch viel zu verbessern"

Sein Ersatz auf der Sechs, Toni Kroos, dürfte dann wieder auf die Zehn rücken, dorthin, wo Trainer Jupp Heynckes jetzt fast schon zu viele Optionen hat. Selbst an Tagen wie in Fürth, wo Franck Ribéry krankheitsbedingt fehlte. Heynckes ließ den jungen Schweizer Xherdan Shaqiri als Ribéry-Ersatz spielen. Jedoch nicht auf dessen Position auf dem linken Flügel, sondern als quirligen, flinken Mann hinter der Sturmspitze Mario Mandzukic - auf der Zehn. Wie schon im lässig gewonnenen Pokalspiel gegen Regensburg.

Auf den Flügeln begann Müller rechts, der effektive Robben startete links, sie wechselten immer wieder hin und her. Wenn Kroos und Ribéry noch in diese Formation hineindrängen, dürfte es einen heftigen Konkurrenzkampf um die Plätze geben. Heynckes wird sich genau überlegen müssen, wem er Vertrauen schenken will - oder ob er einer ständigen Rochade den Vorzug gibt während der langen Saison.

In einem Spiel, in dem die Abwehrreihe der Bayern kaum gefordert wurde, ist Heynckes und auch den Spielern allerdings eines nicht entgangen. Dass die Bayern - vor allem in der ersten Halbzeit - erhebliche Probleme im Spielaufbau und auch Konzentrationsschwächen vor dem Fürther Strafraum hatten. "Wir hatten keinen Tempowechsel und Überraschungsmoment, in der zweiten Halbzeit haben wir das aber besser gemacht", sagte Heynckes. Kroos bemängelte "zu wenig Bewegung vor der Pause", Robben holte noch weiter aus: "Es gibt noch viel zu verbessern. Da waren einige Situationen, in denen wir den Ball zu einfach verloren haben. Da müssen wir aufpassen."

Die Bayern feiern wieder Siege in Serie

Auch Shaqiri, dessen Ecke in der 43. Minute im Führungstreffer von Müller mündete, war gegen Fürth längst nicht so präsent wie noch in der Pokalpartie in Regensburg. "Shaqiri kann jede Position spielen. Man hat heute aber gesehen, dass die Bundesliga nicht so einfach ist. Er ist ein Riesentalent, muss sich aber auch erst einmal durchsetzen", sagte Heynckes. Shaqiri lobte die anderen: "Es ist gut, dass wir hin und wieder wechseln können auf den Positionen. Das macht uns unberechenbar."

Karl-Heinz Rummenigge, der Vorstandsvorsitzende der Bayern, freute sich derweil über die zuletzt gezeigte Berechenbarkeit der Mannschaft - was eingeplante Siege angeht. Dortmund, Regensburg, Fürth, alle drei Spiele hat der nach zwei Saisons ohne Titel in der Bringschuld stehende Rekordmeister gewonnen. Im kommenden Heimspiel gegen Stuttgart soll dieser Erfolg bleiben.

Die Bayern sind nun Erster, was nach dem ersten Spieltag eine Momentaufnahme mit keinerlei Aussagekraft ist. Doch genau das ist ihr Selbstverständnis. Und aus diesem Selbstverständnis fällt es ihnen auch viel leichter, über den schwelenden Diskussionen zu stehen, wie etwa zum nervtötenden Poker um den Martinez-Transfer und neue Wasserstandsmeldungen aus Bilbao. "Wir machen uns nicht von Athletic Bilbao abhängig", sagte Rummenigge.

Abhängig zu sein von der Konkurrenz, das wollen die Bayern nicht mehr in dieser Saison. Nach zwei Jahren, in denen sie meist hinter ihr hergelaufen sind.

SpVgg Greuther Fürth - Bayern München 0:3 (0:1)
0:1 Thomas Müller (43.)
0:2 Mandzukic (59.)
0:3 Robben (79.)
Fürth: Grün - Nehrig, Mavraj, Kleine, Schmidtgal - Fürstner, Prib - Sararer - Tyrala (69. Stieber), Klaus - Fall (62. Azemi)
München: Neuer - Lahm, Boateng, Dante, Badstuber - Luiz Gustavo, Toni Kroos (88. Timoschtschuk) - Thomas Müller, Shaqiri (72. Schweinsteiger), Robben - Mandzukic (81. Pizarro)
Schiedsrichter: Gagelmann
Zuschauer: 18.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Fall, Kleine - Luiz Gustavo, Boateng

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Forum - Was erwarten Sie von der Bundesliga-Saison 2012/2013?
insgesamt 3069 Beiträge
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1.
Mitschka 17.08.2012
Zitat von sysopDie neue Saison der Fußball-Bundesliga startet, und es kann wieder spannend werden. Gelingt Borussia Dortmund das Meister-Triple, oder gewinnt Bayern München wieder alte Stärke und Meister-Ehren? Wer überrascht, und wer muss gegen den Abstieg kämpfen? Was erwarten Sie von der neuen Spielzeit?
Erster...;-)) auf eine schöne saison!!!
2. wow
Seffi 17.08.2012
Zitat von MitschkaErster...;-)) auf eine schöne saison!!!
Gratulation an Dich und an den Sysop - den wahren Ersten!
3.
ray4912 17.08.2012
Zitat von MitschkaErster...;-)) auf eine schöne saison!!!
hast mir den Platz weggeschnappt! ich aber frage: "wer hats erfunden?" als erster nun konkret;-) Bayern schaffts klar und deutlich BVB 2. VFB 3. Schalke 4. MGB hat Mühe (9.) SCF 10. besser als letzte Saison: u.a. Wolfsburg, Hoffenheim der ganze Norden schwächelt, ebenso Mainz
4. Noch mal zum Argentinienspiel.
Jupp Koschkoweit 17.08.2012
Als Kahn lospolderte, dachte ich zunächst, was ist denn nun los. Dann viel mir allerdings ein, dass wir nicht mehr beim Olympia-Schwimmen waren sondern beim Nationalmannschaftsfußball. Also nichts mehr mit um den heißen Brei herumreden und sich am schnellen Schwimmen der anderen erfreuen. Jetzt heißt es also wieder hohe Maßstäbe setzen und knallharte Kritik an der eigenen Mannschaft üben. Aber was die Defensive angeht, hat Kahn auch recht. Selbst Jogi konnte da wenig widersprechen. Kahn bezog sich zwar nur auf die EM, aber unsere Abwehr war schon in der EM-Quali gegen schwächste Gegner immer für mindestens ein Gegentor gut. Und trotz Hype um Hummels und der Beweihräucherung unserer Abwehr bei der EM, hatten wir von den Teams, die das VF und HF erreichten, die meisten Gegentreffer kassiert. Das 0:1 war mal wieder typisch. Mich wundert nur, dass das sonst keinem (auch den Medien nicht) auffällt. Ich könnte es nämlich inzwischen nach fast jedem zweiten Spiel der NM schreiben: Bei eigenen Ecken gefahrlos und bei gegnerischen Ecken äußerst anfällig. Ich kann es inzwischen wirklich nicht mehr sehen, wie die eigenen Ecken, eine nach der anderen, in die Arme des Torwarts geschlagen werden. Noch weniger kann ich bei gegnerischen Ecken diese seltsame Staffelung unserer Spieler auf der Linie des 5m-Raumes verstehen. Deshalb jetzt für Jogi persönlich: wir müssen Manndeckung bei Ecken spielen! Macht jeder andere auch, siehe Argentinien. Die haben dem Höwedes fast das Trikot runtergezogen, so eng ist der gedeckt worden. Schon bei der EM hat uns ein 1,70m kleiner Däne nach Ecke einen reingeköpft, weil ihn keiner manngedeckt hat. Der Portugiese Pepe stand bei seinem Lattenknaller auch völlig ungedeckt im Strafraum. Nun standen die Argentinier frei. Der Ball wird also in Höhe 5m-Raum zu einem freien Argentinier gespielt, den dieser schon hätte gefährlich aufs Tor bringen können. Keiner da, der ihn bei der Ballannahme stört. Denn unsere Abwehrreihe bleibt zu viert innerhalb des 5m-Raumes stehen, dem eigenen Torwart schön vor der Nase. Wenn aus der kurzen Entfernung einer unglücklich angeschossen wírd, braucht man sich nicht zu wundern. Das Defensivverhalten war insgesamt nicht gut, da hat Kahn vollkommen recht. Wie etwa beim 0:2, waren unsere Spieler viel zu weit vom Gegner weg. So was nutzt eine Mannschaft mit so einem Angriffspotential (im Juni 4 Tore gegen Brasilien) gnadenlos aus. Gut, so katastrophale Abwehrfehler wie gegen die Schweiz oder im EM-Halbfinale gab es zwar nicht, sonst hätte es gegen die Gauchos mindesten ein halbes duzend Mal geklingelt. Aber die Baustelle bleibt weiterhin die Abwehr bzw. Defensive. Das Pressing war wieder so lasch wie gegen die Italiener. Die Argentinier haben es dankbar entgegengenommen und sich locker durch unsere löchrige Abwehr kombiniert. Dabei waren die Löcher manchmal so groß, dass man schon gar nicht mehr von Löcher reden konnte. Da lag ja manchmal eine ganze Abwehrseite brach. Jedenfalls sind uns die Spanier im Defensivverhalten meilenweit voraus. Und solange das so bleibt, gewinnen die die Turniere und nicht wir. Bis Rio hat Jogi also noch eine Menge Arbeit vor sich. Am besten gleich mit Eckballtrainig anfangen.
5. Nur der HSV
1Piantao, 17.08.2012
aus dem (Zitat)"HSV verseuchten Schl.-Holst." wird der Dino auch diese Saison in der 1. Liga überleben. Trotz Fink (sollte er die Hinrunde überleben), trotz Arnesen (sollte er zum 1. Spieltag noch da sein), trotz Geldmangel und trotz fehlender Einkäufe "die uns sofort weiterhelfen" (abgedroschene Phrase, aber gibt keine bessere), Talente gespickt für den Titel in 2018. Aber das ist ja hier nicht gefragt. Titel geht an den BVB Vice Gladbach Bayern Schalke, VW, Aspirin ("Si es Bayer, es bueno"), Vom Abstieg jetzt zu reden ziemt sich nicht, noch können alle Meister werden .
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