Bayern vs. BVB: Die Highlights des Giganten-Duells

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Das Duell zwischen Bayern München und Borussia Dortmund war ein Aufeinandertreffen auf Augenhöhe. Wer war aber der entscheidende Mann? Was war der Aufreger des Abends? Wer war der Depp des Spiels? Die wichtigsten Fakten rund um den Bundesliga-Gipfel.

Bayern-Profi Müller: 57 Prozent Ballbesitz schießt keine Tore Zur Großansicht
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Bayern-Profi Müller: 57 Prozent Ballbesitz schießt keine Tore

Die Ausgangslage: Bayern vor dem Spiel schon Herbstmeister, Dortmund mit elf Punkten Rückstand auf dem besten Weg, frühzeitig Meister der Herzen zu werden.

Die erste Halbzeit: Hält nicht, was die Top-Ansetzung verspricht. Dortmund zunächst mit aller Macht bemüht, im Mittelfeld kompakt zu stehen und dadurch möglichst nichts zuzulassen. Die Gäste sind nach vorne zudem harmlos.

Die zweite Halbzeit: Entschädigt für einiges. Bayern sieht nach dem Treffer von Kroos schon wie der sichere Sieger aus. Dann trifft Götze in Chelsea-Manier nach einer Ecke. Danach spielt Bayern gegen Weidenfeller. Der Dortmund-Torhüter gewinnt immerhin dieses Spiel.

Der Schlüsselspieler: Das macht der Toni doch mit links, das 1:0 in der 68. Minute. Kroos verlädt Subotic und Hummels, schiebt den Ball präzise aus 16 Metern ins lange Eck. "Das war ein wichtiges Tor, das ich gerne gegen einen Sieg eintauschen würde." Damit bestätigt der Nationalspieler den Trend, dass er immer wichtiger für den FC Bayern wird. In bislang 15 Ligaspielen erzielte Kroos sechs Tore und bereitete fünf vor. In 31 Spielen der vergangenen Saison waren es vier Tore und zehn Vorlagen. Bei der Ecke, die zum Ausgleich für Dortmund durch Götze (74.) führt, steht Kroos zu weit weg vom Gegenspieler. Vier Minuten vor Schluss MUSS Kroos das 2:1 erzielen, scheitert aber an BVB-Torhüter Weidenfeller. Kroos: "Ich würds nochmal genauso machen."

Mann des Abends: Roman Weidenfeller entschärft allein in den letzten zehn Minuten des Spiels drei dicke Chancen der Bayern. Trainer Klopp: "Roman hat den Punkt für uns festgehalten." FCB-Trainer Heynckes: "Weiß nicht, was der Junge noch machen muss, um endlich mal international zu spielen." Weidenfeller macht nach dem Spiel den Hosenwechsel von kurz auf lang zum Erfolgsgarant: "Unseren Zeugwart hab ich erstmal kurz stramm stehen lassen, weil mir so kalt war. Sorry dafür. Aber die lange Hose hat sich ausgezahlt."

Seitenhieb des Abends: "Das zeigt, warum ich - kurze Pause - ICH mich für ihn stark gemacht habe." (FCB-Trainer Heynckes zur Leistung seines 40-Millionen-Mannes Martínez)

Tweet des Tages: "Wenn ich nicht aufhöre, während des Spiels Wein zu trinken, muss ich nachher wieder die Hälfte meiner Tweets löschen." @msblix zur Halbzeit.

Aufreger des Abends: Müller verwechselt in der 67. Minute Schmelzer mit einer Räuberleiter und fordert Elfmeter. Schiri Gagelmann denkt gar nicht daran.

Fauxpas des Abends: Das T muss stehen - deswegen setzt Bayern-Sponsor Telekom bei den Heimspielen bemitleidenswerte Mitmenschen in weißen Kitteln in einem Block dermaßen geschickt zusammen, dass sie ein menschliches T ergeben. Aus diesem wurde mangels Masse kurz nach der Halbzeitpause ein I. Von wegen, einen im T haben.

Schmerz des Spiels: Holger Badstuber bleibt in der 34. Minute nach einem Ausfallschritt in einem eigentlich harmlosen Zweikampf gegen Mario Götze schreiend liegen, Schweinsteiger signalisiert sofort durch Drehbewegungen mit den Fingern: auswechseln. Dr. med. Marcel Reif ist nicht der Einzige, der in diesem Moment das Schlimmste befürchtet. Zehn Minuten nach der Pause bestätigt Bayerns-Pressechef Markus Hörwick die schlimme Diagnose via Twitter: Kreuzbandriss.

Neiddebatte am Rande: In der ersten Hälfte gibt es mickrige acht Schüsse Richtung Tor zwischen dem FCB (5) und dem BVB (3). Parallel entwickelt sich in der Premier League eines der kuriosesten Spiele der Geschichte. Der Tabellen-Vorletzte FC Reading geht zweimal gegen Tabellenführer Manchester United in Führung, zur Pause steht es 4:3 für den Favoriten, gleichzeitig auch der Endstand.

Statistiken des Abends: Manuel Neuer hat zur Halbzeit mehr Ballkontakte als sechs Dortmunder Feldspieler - 30 Stück. Dortmunds Sven Bender läuft in der ersten Hälfte 7,1 Kilometer - ein Wahnsinns-Wert

Depp des Abends: Der Flitzer, der in der 7. Minute nach einem kurzen Sprint ohne Einfluss des Gegners auf die Knie geht und sich abführen lässt, statt den Freiraum zu nutzen, den beide Teams nebst Ordnungsdienst ihm gewähren. Der Mann kommt übrigens von der Haupttribüne, was für eine sofortige Abschaffung von Sitzplätzen spricht.

Trend in Prozent: 57 Prozent Ballbesitz schießt keine Tore!

Das Lied zum Spiel: Bleibt alles anders (H. Grönemeyer)

Zahl des Abends: Null. Null Gelbe Karten, null Veränderung zwischen den beiden Teams, null Aussage in den Sätzen von Sky-Experte Lothar Matthäus. Null Stimmung in den ersten 12:12 Minuten.

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1.
wollebvb 01.12.2012
Sehr geehrter Herr Sammer, ihr Interview im Sportstudio hat mit Recht einen Platz im Saal der Peinlichkeiten verdient. Ihr Präsident UH hat die Leistung des Gegners soeben anerkannt - und Sie stellen sich hin und benennen den Gegner mit Begrifen wie "die Anderen", die Sie "nicht interessieren". Es ist ein Armutszeugnis, dass Sie dem Verein, der SIE großgemacht hat und der Ihnen bis heute für Ihre Leistungen für den BVB Hochachtung zollt, dermaßen abkanzeln. Ein peinlicher Auftritt, den man eigentlich eher von anderen Personen erwartet hätte. Schade drum - aber anscheinend schert Sie Ihre Reputation ziemlich wenig.
2. Da stimmt etwas bei der Syntax der Fotostrecke nicht...
Medienbackspin 02.12.2012
Hier wurde wohl mit zu heißer Nadel genäht: Fotostrecke - SPIEGEL ONLINE - Sport (http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-fotostrecke-90444-6.html) Manchmal passen die Captures (Bildunterschriften) nicht zu den Fotos. Vielleicht wird das ja noch von den SPON-Praktikanten nachgebessert. Man lernt ja nie aus. Ansonsten: Viel Dusel gehabt, Dortmund! Das Rückspiel in Dortmund werden meine Bayern deshalb noch engagierter angehen. Und in zwei Jahren spielt Reus bei Bayern. Mario Götze vielleicht auch. Schließlich ist er Allgäuer und gehört zu uns.
3.
Karbe 02.12.2012
Null Stimmung in den ersten 12:12 Minuten - kennt man ja in der Allianz-Arena. Grüße
4. Kleine Korrektur...
tylerdurdenvolland 02.12.2012
"Müller verwechselt in der 67. Minute Schmelzer mit einer Räuberleiter und fordert Elfmeter. Schiri Gagelmann denkt gar nicht daran. " Müller sprang hoch, als er bereits in der Luft kam Schmelzer und unterlief ihn. In der Zeitlupe nicht zu übersehen.... so weit ich weiss gibts da eine Regel?
5. Kein Dusel
macfan 02.12.2012
Zitat von MedienbackspinAnsonsten: Viel Dusel gehabt, Dortmund!
Erstens heißt der Torwart Weidenfeller und nicht Dusel, zweitens aber hat Bayern genauso viel Dusel gehabt, dass am Anfang der zweiten Halbzeit als der BvB viele Chancen hatte und Bayern praktisch nicht auf dem Platz war, keine Tore fielen. Das gleicht sich aus. Das Unentschieden geht schon in Ordnung. Gruß, Horst
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