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Bayerns Arjen Robben: Tragischer Gesetzesbrecher

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Er ist beim FC Bayern der Mann für die entscheidenden Momente: Arjen Robben. In der Vergangenheit war der Niederländer immer dann am besten, wenn es um alles ging. Auch im Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund wurde Robben zur zentralen Figur - er war der Verlierer des Abends.

Hamburg - In der 84. Minute des Spitzenspiels zwischen Dortmund und Bayern München hatte Arjen Robben noch die Chance, einmal mehr der gefeierte Held zu werden. Im Alleingang hätte er die Partie nach dem 0:1-Rückstand mit zwei Toren drehen können.

Doch stattdessen wurde der Niederländer zur tragischen Figur.

Schon beim Gegentor war Robben beteiligt, er hatte das Abseits aufgehoben, Dortmunds Robert Lewandowski so das 1:0 ermöglicht. Der FCB-Superstar sah in dieser Szene nicht glücklich aus, reagierte im Gegensatz zu seinen Mitspielern einen Sekundenbruchteil zu spät. Es war kein großer Fehler, aber doch eine kleine Unaufmerksamkeit. Und genau solche Patzer sind es, die Spitzenspiele wie das zwischen dem BVB und den Münchnern entscheiden.

In der Schlussphase war Robben von BVB-Torhüter Roman Weidenfeller halb gefoult worden, halb über seine eigenen Beine gestrauchelt. Schiedsrichter Knut Kircher entschied auf Strafstoß. Robben trat selbst an, um den Ausgleich zu erzielen - und scheiterte an Weidenfeller. "Ich war sehr sicher beim Elfmeter, zehn oder elf in Folge habe ich verwandelt", sagte ein sichtlich niedergeschlagender Robben nach dem Abpfiff. In der Bundesliga verwandelte er bis dato acht Elfmeter in Folge.

"Es ist Gesetz im Fußball, dass der Gefoulte nicht schießt"

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Später musste sich der Schütze Kritik aus den eigenen Reihen gefallen lassen. "Bei mir als Trainer hätte Robben nicht geschossen. Es ist Gesetz im Fußball, dass der Gefoulte nicht schießt, aber vielleicht ist das Gesetz geändert worden oder noch nicht bis nach Holland durchgedrungen", sagte Bayern-Ehrenpräsident Franz Beckenbauer dem TV-Sender Sky.

"Das ist peinlich", sagte Robben selbst zu der Niederlage, die die Münchner mit sechs Punkten Rückstand wohl auch um die letzten Titelchancen gebracht hat. Doch selbst nach dem Elfmeter hätte er seinem Team zumindest noch einen Punkt retten können. In der Nachspielzeit prallte ein Kopfball-Querschläger von der Querlatte zu Robben, per Dropkick schickte er den Ball nicht ins Tor, sondern in den Dortmunder Nachthimmel. "Wir hatten die Chance, den Ausgleich zu machen", stellte er später fest - "das ist ganz bitter."

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Sein Trainer aber nahm Robben in Schutz: "Wir dürfen jetzt nicht anfangen, einem Spieler die Schuld zuzuweisen. Sowas passiert eben im Fußball, dass man mal einen Elfmeter verschießt oder eine Riesenchance auslässt", sagte FCB-Coach Jupp Heynckes nach dem Spiel. Er weiß, was er an dem Superstar hat, auch wenn er ihn zu Jahresbeginn zeitweise auf die Ersatzbank verbannt hatte.

Schließlich hatte Robben in der Vergangenheit schon viele Spiele für Bayern München entschieden. Vor allem in der Saison 2009/2010, als er im Achtelfinale der Champions League erst im Achtelfinale gegen Florenz die Bayern in die nächste Runde schoss und dann im Viertelfinale gegen Manchester United per Volley-Traumtor traf. Jeweils waren die Münchner nicht die bessere Mannschaft, aber sie hatten Robben. Der hat ihnen an diesem Abend auch nicht geholfen - eher im Gegenteil.

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