Bedrohter Spieler: Magdeburg löst Vertrag mit Bauer auf
Kehrtwende beim 1. FC Magdeburg: Der Regionalligist lässt Daniel Bauer nun doch gehen. Der 29-Jährige war von Hooligans an seiner Haustür bedroht worden. Ursprünglich wollte der Club seinen ehemaligen Kapitän halten.
Hamburg - Daniel Bauer muss nicht mehr für den 1. FC Magdeburg spielen. Club-Präsident Peter Fechner bestätigte der "Magdeburger Volksstimme", dass der Verein der Bitte des Spielers nach einer Vertragsauflösung entsprechen werde. "Wir werden Daniel Bauer ein faires Angebot unterbreiten. Außerdem ist beabsichtigt, ihn sofort freizustellen", sagte Fechner. Der Vertrag zwischen Bauer und dem Regionalligisten soll dann zum Jahresende auslaufen. "Ich habe dem Verein einen Abfindungsvorschlag gemacht", sagte Bauers Berater Henry Hennig dem Sport-Informations-Dienst.
Bauer war vor gut zwei Wochen aus Magdeburg geflüchtet, nachdem er von vermummten Fußball-Anhängern mit blauweißen Sturmkappen vor der eigenen Wohnung bedroht worden war. Sportchef Detlef Ullrich hatte nach Bauers Rückkehr nach Magdeburg betont, man wolle den Spieler halten. Das erste Training nach seiner Rückkehr hatte Bauer in dieser Woche unter Personenschutz absolviert.
Sein Verhältnis zu Fechner gilt als belastet. In einem Interview mit der "Sport Bild" hatte Bauer den Vereinschef scharf angegriffen und ihm mangelnde Rückendeckung vorgeworfen. Zudem habe Fechner mit der Aussage "Sandhowe (der damalige Trainer - d. Red.) und Bauer sollen nicht jammern, denn wir haben die besten Fans der Welt" die Situation weiter zugespitzt.
"Ich habe kein großes Interesse daran, einem Spieler zu begegnen, der die Unwahrheit gesagt und mich bundesweit beschädigt hat", erklärte Fechner daraufhin der "Magdeburger Volksstimme". Diese Äußerung nahm Bauer nun zum Anlass, sein Arbeitsverhältnis vorzeitig zu beenden.
Nach dem Vorfall hatte der FCM einen umfangreichen Maßnahmenkatalog beschlossen, um Bauer eine Rückkehr nach Magdeburg zu gewährleisten. Unter anderem war ihm eine neue Wohnung und Personenschutz rund um die Uhr zugesichert worden. Nach der Bedrohung hatte Bauer Magdeburg verlassen und hatte bei seinen Eltern in der Nähe von Koblenz Zuflucht gesucht.
leh/dapd/sid
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