Nach vier Jahren ohne Trainerjob Schuster wechselt zum Tabellenletzten in China

Bernd Schuster geht in die chinesische Super League. Der ehemalige Trainer von Real Madrid soll den Tabellenletzten Dalian Yifang nach oben führen. Ausländische Coaches sind in China begehrt.

Bernd Schuster
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Bernd Schuster


Als Bernd Schuster im Juli 2007 bei Real Madrid anheuerte, schien seine Trainerkarriere ähnlich bemerkenswert zu verlaufen wie die als Spieler. Schuster hatte nach seiner Zeit beim 1. FC Köln in den Achtzigerjahren für die drei großen spanischen Klubs Real, FC Barcelona und Atlético Madrid gespielt. Doch anderthalb Jahre nach seinem Debüt auf der Bank von Real folgte die Entlassung und der Niedergang als Trainer nahm seinen Lauf.

Probieren durfte sich der 58-Jährige noch bei Besiktas Istanbul und dem FC Málaga, doch in beiden Klubs blieb Schuster nicht mal ein Jahr. Nach seiner insgesamt fünften Station in Spanien folgte eine vierjährige Pause - die nun Dalian Yifang beendet hat. Das ist der Tabellenletzte der chinesischen Super League, der bereits nach drei Niederlagen zu Saisonbeginn Trainer Ma Lin beurlaubt hat und nun mit Schuster die Saisonziele erreichen möchte.

Dalian Yifang war mit einer 0:8-Niederlage gegen Shanghai SIPG in die Saison gestartet, dabei hatte der brasilianische Superstar Oscar - ehemals Chelsea - drei Tore erzielt. Am dritten Spieltag verlor der Verein aus der nordostchinesischen Hafenstadt gegen den von Roger Schmidt trainierten Klub Beijing Guoan 0:3.

Dabei war der Aufsteiger mit den Zugängen Nicolas Gaitán, Yannick Carrasco (beide Atlético) und José Fonte (West Ham United) voller Ambitionen in die Saison gestartet. Nun steht am 31. März das Spiel beim Tabellen-13. Henan Jianye an, Schuster steht sofort unter Erfolgsdruck.

Henan Jianye setzt mit Dragan Talajic wie die meisten Vereine in der 16er-Liga auf einen ausländischen Trainer. Schuster ist neben Schmidt und Uli Stielike bei Tianjin Teda der dritte deutsche Übungsleiter.

Tabellenführer Shanghai wird von Vítor Pereira, in der vergangenen Saison noch bei 1860 München, trainiert. Mit Paulo Bento, Fabio Cannavaro, Manuel Pellegrini, Fabio Capello und Paulo Sousa gibt es weitere namhafte Coaches.

krä/dpa



insgesamt 5 Beiträge
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Europa! 20.03.2018
1. Freut mich
Der deutsche Fußball hat in China viele Freunde. Trikots von Borussia und Bayern sind im Straßenbild keine Seltenheit.
dolfi 20.03.2018
2. Bernds Resterampe
Irgendwie habe ich den Eindruck, dass alles was in Deutschland und evtl. in Europa nicht richtig Anklang findet in China noch einmal verwertet und durchgewurstet wird. B. Schuster ist so ein Fall. Wie verzweifelt (oder pleite?) muss man sein, um solch einen aussichts- und glanzlosen Job anzunehmen. Ich hoffe für B. Schuster, dass zumindest das Gehalt und die Rahmenbedingungen noch reichen um zu leben und evtl. für die Rente nicht auf Hartz4 angewiesen sein zu müssen.
mirage122 20.03.2018
3. Dschungelkamp?
Mit dieser Entscheidung hat er sich um eine Mitwirkung im Dschungel-Kamp gedrückt. Ist doch vielleicht gar nicht mal so unklug. Die Kohle wird mit Sicherheit stimmen!
janfred 21.03.2018
4. @dolfi
Ihre Meinung hat nichts mit der Tatsache zu tun, dass eine Arbeit im aussereuropäischen Ausland ob als Fussballtrainer oder sonst was, einen ganz besonderen Reiz haben kann. Vorraussetzungen dafür sind : nicht nur wegen des Gehaltes, und keine Vergleiche mit dem Heimatland. Mit Sicherheit ist es kein bezahlter Urlaub für Schuster. Ich gönne es ihm, wenn er dort halbwegs Erfolg hat. Und Spass an der Aufgabe.
zia-zaruba 21.03.2018
5. @dolfi
++++alles was in Deutschland und evtl. in Europa nicht richtig Anklang findet in China noch einmal verwertet und durchgewurstet++++ bisschen Doof klingt ihre Aussage schon. Das könnten sie ruhig zugeben.
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