Abgebrochenes Istanbul-Derby Besiktas will Nachholtermin boykottieren

Nach dem abgebrochenen Pokal-Derby bei Fenerbahce sollten die fehlenden 33 Minuten Anfang Mai nachgeholt werden. Besiktas denkt allerdings nicht daran - und sieht sich als "einziges Opfer".

Fenerbahce vs. Besiktas (19.04.2018)
REUTERS

Fenerbahce vs. Besiktas (19.04.2018)


Besiktas Istanbul wird den Nachholtermin für das abgebrochene Halbfinal-Derby im türkischen Fußball-Pokal gegen den Stadtrivalen Fenerbahce boykottieren. Das teilte der Meister am Donnerstag mit. Der türkische Verband hatte am Mittwoch entschieden, dass die Restspielzeit des am 19. April in der 57. Minute abgebrochenen Spiels am 3. Mai im Fenerbahce-Stadion vor leeren Rängen nachgeholt werden sollte.

Besiktas-Trainer Senol Günes war im Rückspiel von Zuschauern mit einem Gegenstand beworfen worden und hatte dabei eine Kopfverletzung erlitten. Günes wurde zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Die Partie wurde nach einer 20-minütigen Unterbrechung abgebrochen. Zu diesem Zeitpunkt hatte es 0:0 gestanden, das Hinspiel war 2:2 ausgegangen. Sollte Besiktas seinen Boykott wahrmachen, würde Fenerbahce kampflos ins Finale gegen Akhisar Belediyespor einziehen.

"Als ein Klub, der den Fair-Play-Gedanken stets verfolgt, hat Besiktas entschieden, nicht an dem für den 3. Mai terminierten Spiel teilzunehmen", teilte der Klub in einem Statement auf seiner Homepage mit, da "Millionen von Zuschauern gesehen haben, dass Besiktas das einzige Opfer war".

Anmerkung: In einer früheren Version des Artikels stand, dass Trainer Günes von einer Sitzschale getroffen wurde. Tatsächlich konnte der Gegenstand nicht zweifelsfrei identifiziert werden.

chh/sid



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alaba27 27.04.2018
1. Das sehe ich allerdings genauso
Wenn das Stadion quasi zerlegt wird und Teile in den Innenraum fliegen und der Schiedsrichter daraufhin abbricht, kann es eigentlich nur eine Wertung des Spiels für die gegnerische Mannschaft geben. Und wären die Teile von Besiktasfans gekommen, dann umgekehrt. Alles andere wäre ein Witz. Wobei hanebüchene Urteile ja mittlerweile eine Spezialität der türkischen "Justiz" sind - scheinbar in allen Bereichen.
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