Berliner Fünftligist BFC Dynamo-Fans werben mit Stasi-Chef Mielke

Fans von BFC Dynamo haben mit einer provokanten Werbeaktion für Empörung gesorgt. Die Anhänger des Berliner Fünftligisten warben mit dem ehemaligen Stasi-Chef Erich Mielke für das Spiel gegen Lichtenberg. Der Gegner verurteilte die Aktion, ein BFC-Sprecher verteidigte die umstrittene Anzeige.

BFC-Profi Lemcke (r., Archivbild): Umstrittene Werbung
dapd

BFC-Profi Lemcke (r., Archivbild): Umstrittene Werbung


Hamburg - Anhänger des Berliner Fußball-Fünftligisten BFC Dynamo Berlin haben mit einer pikanten PR-Aktion für Aufsehen gesorgt. Die Fans warben mit Stasi-Chef Erich Mielke für das Heimspiel gegen den SV Lichtenberg 47 am Samstag. Auf Facebook ist die Anzeige zu lesen: "Diesen Weg musste schon Erich machen - die Normannenstraße kommt ins Sportforum." Bebildert ist der Spielhinweis mit einem grüßenden Offizier auf einer Stadiontribüne.

Die Heimstätte der Lichtenberger befindet sich in der Normannenstraße, direkt neben dem einstigen Stasi-Gelände. In Lichtenberg sorgte die Aktion für Empörung."Das ist geschmacklos, das verschlägt mir fast die Sprache", sagte Lichtenbergs Präsident Frank Hammel der "Berliner Morgenpost".

BFC-Vereinssprecher Martin Richter verteidigte die Anzeige. "Das Medienecho war enorm. Jetzt wissen sehr viele Menschen, dass wir gegen Lichtenberg spielen. Normalerweise bekommt das fast niemand mit. Unter diesem Aspekt war die Aktion gelungen", sagte Richter. Den Fans sei bewusst gewesen, dass die Werbung provokant sei und einen Aufschrei auslösen würde.

"Wir werden 23 Jahre nach dem Fall der Mauer immer noch als Stasi-Club bezeichnet. Die Fans haben einfach mit dieser Bezeichnung gespielt", sagte Richter, der allerdings auch einräumen musste, dass die Aktion nicht förderlich war, um das Image des Clubs zu verbessern. Der frühere DDR-Serienmeister BFC Dynamo war der Lieblingsclub von Stasi-Chef Mielke.

rei/dpa

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