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BGH-Urteil: Hooligan-Gruppe kann kriminelle Vereinigung sein

Mitglied von "HoGeSa": Hooligan-Gruppierungen können als kriminelle Vereinigung gelten Zur Großansicht
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Mitglied von "HoGeSa": Hooligan-Gruppierungen können als kriminelle Vereinigung gelten

Das Landgericht Dresden betrachtete Hooligans in einem Urteil als Mitglieder einer kriminellen Vereinigung - diese Ansicht hat der Bundesgerichtshof nun bestätigt. Organisierten und gewalttätigen Fußballfans drohen damit härtere Strafen.

Hamburg - Gewaltbereiten Hooligans drohen künftig deutlich härtere Konsequenzen. Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe bestätigte ein Urteil des Landgerichts Dresden, wonach solche Gruppierungen vor Gericht als kriminelle Vereinigung eingestuft werden können.

Verhandelt wurde in Karlsruhe gegen fünf Mitglieder der ehemaligen "Hooligans Elbflorenz" aus Dresden. "Weil die Gruppierung der Angeklagten gerade auch auf die Ausübung von Tätlichkeiten im Rahmen von Schlägereien ausgerichtet war, bestand ihr Zweck und ihre Tätigkeit daher in der Begehung strafbarer (gefährlicher) Körperverletzungen", heißt es im dem BGH-Urteil. Körperverletzung - auch bei freiwilligen und geplanten Zusammenstößen verfeindeter Hooligan-Gruppen - sei sittenwidrig und strafbar.

Die Angeklagten waren vor dem Landgericht Dresden auch wegen schweren Landfriedensbruchs und gefährlicher Körperverletzung zu Strafen von bis zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Es ging auch um einen Angriff im Sommer 2008 nach dem EM-Halbfinalspiel zwischen Deutschland und der Türkei auf türkische Gaststätten in Dresden, an denen 80 rechtsextreme Gewalttäter beteiligt waren.

"Diese kleine Gruppe hoch aggressiver Täter lebt unter dem Deckmantel des Fußballs ihre archaischen Gewaltfantasien aus", sagte Oliver Malchow, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP): "Jetzt kann die Polizei gegen solche kriminellen Vereinigungen viel massiver und wirkungsvoller vorgehen." Die Mitgliedschaft oder Unterstützung einer kriminellen Vereinigung kann mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden.

tim/sid

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1.
chr.reinhard 22.01.2015
Was hat das mit HoGeSa zu tun? Sollen potenzielle Besucher abgeschreckt werden? Oder sollen einfach alle Besucher beim nächsten Meeting festgenommen werden, weil die ja Mitglieder der Gang der Typen die 2008 irgendwas gemacht haben, sind?!
2. Dann wollen wir mal hoffen, ...
birdie 22.01.2015
dass demnächst aufrechte Richter den üblichen Psychoquark der Verteidiger unbeachtet lassen und die Gewalt ausübenden Straftäter für 5 Jahre ruhig stellen. Erst wenn es richtig weh tut, werden die Hooligänseriche sich mässigen. Vorher nicht.
3. Jein
Bee1976 22.01.2015
Zitat von birdiedass demnächst aufrechte Richter den üblichen Psychoquark der Verteidiger unbeachtet lassen und die Gewalt ausübenden Straftäter für 5 Jahre ruhig stellen. Erst wenn es richtig weh tut, werden die Hooligänseriche sich mässigen. Vorher nicht.
Der artikel hat leider keine große Inhaltliche Tiefe. Das Urteil ist grundsätzlich zu begrüßen, aber was nicht erwähnt wird: Für jede Gruppe muss wohl einzeln geprüft werden ob es eine kriminelle Vereinigung ist. Trifft dies zu kann deutlich besser ermittelt werden, z.B. wird wohl das Abhören der Telefone von Verdächtigen dann sehr erleichtert. Wie gesagt etwas mehr Inhaltstiefe hätte mich gefreut, z.B. die Fragen wie lange dauert so ein Prüfverfahren etwa, wie ist es mit Ultra-Gruppierungen, wieso kann die Polizei viel massiver ermitteln, etc. Aber Spon scheitn es mittlerweile wichtiger möglichst schnell viel content auf die Seite zu bekommen, sieht man ja an bereits drei Artiekln zum HSV-Stadionnamen....
4. Sie fordern
kascnik 22.01.2015
Zitat von birdiedass demnächst aufrechte Richter den üblichen Psychoquark der Verteidiger unbeachtet lassen und die Gewalt ausübenden Straftäter für 5 Jahre ruhig stellen. Erst wenn es richtig weh tut, werden die Hooligänseriche sich mässigen. Vorher nicht.
ja im Prinzip die Abschaffung des Rechtsstaates, wenn Sie verlangen dass Richter nicht mehr die Worte der Verteidiger berücksichtigen! Nunja, mir bleibt die Hoffnung dass Sie eine derartige Situation dann am eigenen Leibe spüren. Mit freundlichen Grüßen und einen schönen Abend!
5. birdie: Sie fordern
kascnik 22.01.2015
ja im Prinzip die Abschaffung des Rechtsstaates, wenn Sie verlangen dass Richter nicht mehr die Worte der Verteidiger berücksichtigen! Nunja, mir bleibt die Hoffnung dass Sie eine derartige Situation dann am eigenen Leibe spüren. Mit freundlichen Grüßen und einen schönen Abend!
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