BGH-Urteil zu Pyrotechnik Wer knallt, muss zahlen

Das dürfte teuer für einige Fans werden: Wer im Stadion Böller wirft, muss Strafe dafür zahlen. Der Bundesgerichtshof hat Vereinen erlaubt, die Geldstrafen des DFB an die Verursacher weiterzugeben.

Feuerwerkskörper wie hier zuletzt beim Europa-League-Spiel in Mainz
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Feuerwerkskörper wie hier zuletzt beim Europa-League-Spiel in Mainz


Böllerwerfer und andere Krawallmacher im Stadion haften für Geldstrafen, die Fußballvereine wegen ihres Fehlverhaltens zahlen müssen. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden. Die Karlsruher Richter hatten zu klären, ob es zwischen den Verstößen gegen die Stadionordnung und den Verbandsstrafen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) einen rechtlichen Zusammenhang gibt - was sie bejahen. Damit haben die Klubs von höchster Instanz grünes Licht, um sich das Geld für die Strafen bei den Tätern zurückzuholen.

Geklagt hatte der 1. FC Köln. Der Verein musste 50.000 Euro Strafe zahlen und weitere 30.000 Euro in Gewaltprävention stecken, nachdem ein Anhänger im Februar 2014 bei einem Zweitliga-Heimspiel einen Knallkörper gezündet hatte. Der Böller verletzte sieben Zuschauer auf dem Unterrang. Der FC will von dem Werfer 30.000 Euro Schadenersatz. Das Oberlandesgericht Köln, das dies zunächst abgelehnt hatte, muss den Fall nun erneut verhandeln und entscheiden.

Der Fan-Zusammenschluss "Unsere Kurve" hat das Urteil des BGH kritisiert. "Das Urteil ist für uns eine große Enttäuschung und natürlich sehr bitter", sagte Sprecher Jochen Grotepaß am Donnerstag. Man habe nach der Entscheidung deutlichen Gesprächsbedarf mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und der Deutschen Fußball Liga (DFL).

aha/dpa



insgesamt 142 Beiträge
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crazy_swayze 22.09.2016
1.
Sehr gut. Mal schauen wie viele Böllerwürfe und Pyros es noch gibt, wenn die Werfer die Strafen selbst ausbaden müssen.
wo_st 22.09.2016
2. Jeder Furz
Muss der BGH wirklich dafür ein Machtwort sprechen? Unglaublich, denn jedem muss klar sein, dass eine unbedachte Handlung auf ihn mit einem Schadensersatz zukommt. Von Strafen ganz abgesehen...
frietz 22.09.2016
3.
es ist schon faszinierend, dass man für mmn etwas so selbstverständliches auch noch die höchsten Gerichte bemühen muss.
anaxi 22.09.2016
4.
Frage mich ERNSTHAFT warum jetzt erst???
derhey 22.09.2016
5. Endlich
jetzt ist nur zu hoffen, daß die Clubs auch die Strafen und zwar in voller Höhe weiterreichen und nicht vor den Ultras einknicken (Sonst gegen wir unsere Dauerkarten zurück - schluchz, hat uns denn niemand mehr lieb)
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