Hamburg - Wenn ein Trainer bei seinem neuen Verein vorgestellt wird, sind die Aussagen meist gleich. Der neue Club sei "toll", die Möglichkeiten "groß" und die Chancen auf Erfolg natürlich auch, heißt es dann in der Regel. Doch als Henning Berg am 1. November dieses Jahres bei den Blackburn Rovers, dem englischen Meister von 1995, präsentiert wurde, durfte es noch etwas mehr sein.
"Es fühlt sich phantastisch an", sagte der norwegische Ex-Profi, der in seiner aktiven Zeit über 200-mal für den Club gespielt hatte: "Ich hatte hier als Spieler eine großartige Zeit und habe noch immer phantastische Erinnerungen." Es sei ein Traum, der wahr werden würde.
Knapp zwei Monate später muss er sich eingestehen, dass es vielmehr ein Alptraum war. Nur 57 Tage nach seiner Einstellung ist Berg seinen Job schon wieder los. In einer gerade einmal siebenzeiligen Mitteilung auf der Vereins-Homepage verkündete der Zweitligist die Entlassung. "Die Entscheidung erfolgte nach einer Reihe sehr enttäuschender Ergebnisse", hieß es.
In der Tat war Bergs Bilanz ausbaufähig - um es vorsichtig auszudrücken. Als er das Team übernahm, lagen die Rovers auf Tabellenplatz fünf. Zehn Spiele und nur einen Sieg später ist Blackburn, angetreten mit dem Ziel Aufstieg in die Premier League, auf Rang 17 abgerutscht. Noch am Mittwoch verlor der Club beim FC Middlesbrough 0:1, es war die fünfte Niederlage in den vergangenen sechs Spielen. Und Bergs letzter Einsatz als Blackburn-Trainer.
leh/dpa
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