Nach Neonazi-Provokation Amateurspiel in Leipzig abgebrochen

Eklat in der siebten Liga: Die Spieler von Roter Stern Leipzig haben beim Auswärtsspiel gegen den Bornaer SV das Feld verlassen. Vorangegangen war ein Jubel der Gastgeber zu Ehren ausgeschlossener Neonazis.

Spielabbruch in der siebten Liga
sportbuzzer

Spielabbruch in der siebten Liga


Die Siebtligapartie zwischen dem Bornaer SV und Roter Stern Leipzig musste in der 83. Minute beim Stand von 1:0 abgebrochen werden. Die Spieler der Gäste hatten aus Protest das Feld verlassen, weil die Hausherren beim Jubel nach dem Führungstreffer die Trikots dreier Mitspieler präsentierten, die im Einvernehmen beider Vereine von der Partie ausgeschlossen worden waren.

Die drei Bornaer waren mit Stadionverbot belegt worden, weil sie im Januar 2016 an einem Neonaziaufmarsch teilgenommen hatten. Bewaffnet mit Äxten, Messern und Totschlägern war ein rechter Mob durch den Leipziger Stadtteil Connewitz gezogen und hatte dabei unter anderem das Vereinsheim des alternativen Klubs Roter Stern verwüstet.

Gäste-Fans protestierten mit Bannern gegen die rechten Gewalttäter. Wegen der brisanten Konstellation wurde die Partie in der Landesklasse Nord durch stark erhöhte Polizeipräsenz gesichert. Den Abbruch konnte das nicht verhindern.

Nach dem Treffer zum 1:0 liefen Bornaer Spieler zur Trainerbank und holten die Trikots hervor. Infolge der Aktion entschieden die Gäste, die Partie nicht fortzusetzen. Nach Protesten im Anschluss an den Jubel hatte ein Roter-Stern-Spieler die Rote Karte gesehen. Jetzt muss das Sportgericht entscheiden, ob das Spiel wiederholt werden muss oder wie es gewertet wird.

mmm



© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.