DFB-Antrag Dortmund akzeptiert Sperrung der Südtribüne

Am kommenden Spieltag bleibt die Südtribüne in Dortmund leer: Der BVB hat dem Strafantrag des DFB zugestimmt. Bei der Partie gegen Leipzig hatten die Borussia-Anhänger beleidigende Plakate gezeigt.

DPA

Das DFB-Sportgericht hat Borussia Dortmund zur Sperrung der Südtribüne für ein Bundesligaspiel und zu einer Geldstrafe von 100.000 Euro verurteilt. Zuvor hatte der BVB einem entsprechenden Strafantrag des DFB-Kontrollausschusses nach den Verfehlungen seiner Fans in der Partie gegen RB Leipzig zugestimmt. Damit muss der Klub am kommenden Samstag (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) gegen Wolfsburg auf einen Teil seiner Anhänger verzichten.

Der Kontrollausschuss hatte den Antrag gestellt, weil BVB-Fans vor dem Spiel gegen RB Leipzig (1:0) beleidigende Plakate gezeigt hatten. Während des Spiels bei 1899 Hoffenheim (2:2) seien zudem Schmählieder gesungen worden, beim Hinspiel in Leipzig (0:1) monierte der Kontrollausschuss "ein beleidigendes Banner im Dortmunder Block". Ausdrücklich keine Auswirkungen hat die Sperre auf die juristische Verfolgung der Randalierer, die vor dem Spiel gegen RB am 4. Februar Steine und Flaschen auf Gästefans geworfen hatten. Zehn Personen wurden dabei vor dem Stadion verletzt.

Meinungskompass

Der BVB habe sich "nach dem Abwägen aller Argumente" für die Zustimmung entschieden, hieß es in einer Mitteilung des Vereins. Man sei der Überzeugung, "dass es in der emotional noch immer aufgeladenen Atmosphäre derzeit weder möglich noch sinnvoll erscheint, eine inhaltliche Debatte über ein im juristischen Sinne 'angemessenes', 'erforderliches', 'verhältnismäßiges' oder 'weitsichtiges' Strafmaß zu führen", heißt es in der Pressemitteilung.

In seiner Mitteilung schrieb der BVB zudem, man sehe die Gefahr, "dass die Ablehnung des Strafantrages oder von Teilen seiner Inhalte durch den BVB als mangelnde Einsicht des Klubs in das krasse Fehlverhalten von Teilen der Fans fehlinterpretiert werden könnte. Dieser Eindruck wäre fatal!"

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Wegen früherer Zuschauerausschreitungen spielte der BVB zuletzt unter besonderer Beobachtung. Am 8. Juli 2016 war vom DFB-Sportgericht ein Teilausschluss für den Unterrang der Südtribüne auf Bewährung ausgesetzt worden. Diese Bewährung wird nun widerrufen. Der Oberrang wird aufgrund der jüngeren Vergehen gesperrt.

bka/sid

insgesamt 81 Beiträge
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BernieistAnders 13.02.2017
1. Absurdes Urteil
Wegen ein paar Plakaten die ganze Tribüne zu sperren, zeigt nur dass der DFB schlcihtweg ahnungslos ist. Die wollten wohl unbedingt die Dortmudner auch wegen der Vorfälle vorm Stadion bestrafen, konnten es aber nciht, also machen sie es auf diesem Wege. Eine sehr dumme Entscheidung, die den DFB nur schwächt.
princenamor 13.02.2017
2. Bin gespannt
Für diese Plätze sind ja tausende Dauerkarten verkauft, aber es gibt keine 25.000 Karten für den freien Verkauf. Kriegen die Dauerkartenbesitzer denn dann eigentlich ihr Geld zurück? Oder wird jetzt der DFB mit 25.000 Einzelklagen überzogen? Das wär doch mal ne Aussage. Und wie reagieren die aktiven Fans? Schmollwinkel? Übernehmen der Verantwortung? Randale? Konstruktive Protestaktionen gegen DFB und DFL die ihre Mitschuld an dem Konflikt immer noch verneinen? Bin gespannt...
Nonvaio01 13.02.2017
3. ein anfang
nicht mehr und nicht weniger. Was ist mit den Taetern, von det Staatsanwaltschaft hoert man auch nichts. Da sind offene Straftaten begannen, aufruf zum Mord ist eine Straftat wenn ich mich recht erinnere.
nn280 13.02.2017
4. Eine vernünftige Entscheidung
unserer Verantwortlichen, ohne wenn und aber. Derartige Vorkommnisse sollten sich bei uns niemehr wiederholen!
marinero7 13.02.2017
5.
Steht alles in der BVB-Presseerklärung: "Der BVB erstattet selbstverständlich allen Fans, die nicht erwiesenermaßen zu den Tätern der Vorkommnisse rund um das Leipzig-Spiel gehören, den Eintrittskarten-Preis. Dauerkarteninhabern wird innerhalb der nächsten vier Wochen der anteilige Betrag erstattet. Südtribünen-Tageskartenkäufer erhalten zum Ausgleich für das Wolfsburg-Spiel die gleiche Karte für das letzte Bundesliga-Heimspiel dieser Saison am 20. Mai 2017 gegen Werder Bremen. Die Eintrittskarten werden mit Beginn des Vorverkaufs Mitte April zugesandt."
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