BVB gegen den FC Bayern Gratulation zur Meisterschaft

Der Ligagipfel Dortmund gegen Bayern war mit Erwartungen überfrachtet, aber nicht mit Toren: Der BVB darf sich über die Vizemeisterschaft freuen, und Mario Götze darüber, dass er bald einen neuen Trainer bekommt. Alles Wichtige zum Topspiel.

Philipp Lahm und Arjen Robben
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Philipp Lahm und Arjen Robben

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Ausgangslage des Spiels: 24 Spieltage dümpelt der Titelkampf in der Bundesliga vor sich hin. Und rechtzeitig vor dem Topspiel, dem KLASSIKER, patzen plötzlich die Bayern gegen Mainz und wären bei einer Niederlage in Dortmund, tja, immer noch Erster, aber eben nicht mehr so super-super-souveräner Erster. Dazu der Zweikampf des weltallerbesten Trainers gegen den weltzweitallerbesten Trainer. Spannung pur also, alle haben Puls, und die DFL verkauft die Partie in 208 von 194 Ländern auf der Welt.

Ergebnis des Spiels: Logisch: 0:0. Am Nachmittag waren in den übrigen sechs Spielen rekordverdächtige 25 Treffer gefallen. Der Topf war ausgeschöpft.

Die erste Halbzeit: Torlos hin oder her - es macht dann doch erheblich mehr Spaß, bei Dortmund gegen den FC Bayern zuzuschauen als bei Eintracht Frankfurt gegen den FC Ingolstadt. Tempo, Rasanz, Laufwege mit Sinn, zuweilen kamen beim Zuschauen leichte Schwindelgefühle auf. Beinahe hätte es sogar Tore gegeben.

Die zweite Halbzeit: Nach einer Stunde Spielzeit reifte bei den Dortmundern langsam die Erkenntnis, dass die Vizemeisterschaft auch ein hohes Gut ist. Die Bayern hatten das Spiel weitgehend im Griff, überstanden gleich zu Beginn eine Konterchance von Pierre-Emerick Aubameyang schadlos und brachten das Unentschieden danach mehr oder weniger sicher über die Zeit. Wer offenes Messer bei den Dortmundern in der Schlussphase erhofft hatte, der hoffte vergebens. Irgendwann ist auch der BVB platt.

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Bundesliga: Viel Klasse, keine Tore
Spieler des Spiels: Aubameyang? Müller? Lewandowski? Mchitarjan? Joshua Kimmich. Wie der junge Bayern-Verteidiger Mitte der ersten Hälfte dem freistehenden Marco Reus den Ball vom Fuß spitzelte, ist eine Szene, die den Frank-de-Boer-Preis 2016 erhalten könnte.

Szene des Spiels: In der 64. Minute hätte Arturo Vidal seine vielleicht bisher stärkste Leistung im Bayern-Dress veredeln können. Aber sein Schuss der Kategorie unhaltbar wurde von BVB-Keeper Roman Bürki per Reflex an die Latte gelenkt. Bürki-Kritiker dürften jetzt erst einmal wieder ruhig sein. Und Vidal-Kritiker auch.

Duell des Spiels: Vor dem Spiel: Pierre-Emerick Aubameyang 22 Tore. Robert Lewandowski 23 Tore. Nach dem Spiel: Pierre-Emerick Aubameyang 22 Tore, Robert Lewandowski 23. Immerhin ist zumindest dieses Duell noch nicht entschieden.

Einwechslung des Spiels: Fand nicht statt. Mario Götze dürfte die Situation, in Dortmund 90 Minuten auf der Ersatzbank zu sitzen, immer noch als gewöhnungsbedürftig betrachten. Das ist er in diesem Stadion so nicht gewohnt. Bundestrainer Joachim Löw versuchte in der Halbzeitpause, die Situation noch schönzureden - "normal nach so einer langen Verletzungspause" - , aber mit Götze und Guardiola, das wird in diesem Leben nichts mehr.

Verlierer des Spiels: Uli Hoeneß. Seit er frei ist, ist die Bayern-Siegesserie gerissen. Der Fluch.

Reif des Spiels: Es war das letzte Mal, das der Bayern-Hasser (Lesart der Bayernfans) und BVB-Hasser (Lesart der BVB-Fans) Marcel Reif ein Bundesligaspiel dieser beiden Teams gegeneinander kommentieren durfte. Mehr Drama wäre diesem Anlass angemessen gewesen. Reif setzte die üblichen sprachlichen Duftmarken, war gewohnt stark, aber nicht überragend. Wie die beiden Teams eben.

Zitat des Spiels: Von Thomas Tuchel nach der Partie: "Das Ergebnis heute interessiert mich überhaupt nicht. Ich habe das Spiel genossen." Wo käme man da auch hin, wenn einen als Trainer des Zweiten das Resultat gegen den Ersten interessieren würde?

Erkenntnis des Spiels: Wir hatten drei Tage lang einen spannenden Kampf um die Deutsche Meisterschaft. Das war eine schöne Zeit, voller Anmut und Rausch. Aber jetzt ist es auch wieder vorbei, und im Münchner Rathaus können sie ihre kurzfristig unterbrochenen Vorbereitungen der Meisterfeierlichkeiten wieder aufnehmen.

Bayern-Coach Josep Guardiola, offensichtlich erleichtert
REUTERS

Bayern-Coach Josep Guardiola, offensichtlich erleichtert



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insgesamt 51 Beiträge
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Seite 1
Freidenker10 05.03.2016
1.
Schade, das war die letzte Chance der " Meisterschaft" noch sowas wie Spannung einzuhauchen. Also wirds wie die letzten Jahre die Absteigerschaft. Gähn!
Oihme 05.03.2016
2. Meisterschaft entschieden ...
... bei nur 5 Punkten Vorsprung und 27 noch zu verteilenden Punkten? Auch die Nürnberger hängen keinen, bevor sie ihn denn hätten ... :-)
ge1234 05.03.2016
3. Hab ich da was verpasst?
"... Aber jetzt ist es auch wieder vorbei, und im Münchner Rathaus können sie ihre kurzfristig unterbrochenen Vorbereitungen der Meisterfeierlichkeiten wieder aufnehmen" Warum sollten die unterbrochen worden sein? :-)))
fpwolf 05.03.2016
4. Kompetenz?
Im Interview auf Sky in der Halbzeitpause bescheinigt Bundestrainer Löw Uli Hoeneß "soziale Kompetenz", einem rechstkräftig wegen Steuerhinterziehung verurteilten Verbrecher. Soviel zur politischen Kompetenz unseres Bundestrainers!
Valis 05.03.2016
5. Sinnlose Kommentare
Ich glaub der Verfasser dieses Kommentares hört sich selbst gerne reden!'Mich nervt dieses "Gratulation zur Meisterschaft" Gelaber. Es sind 5 Punkte.5 Punkte können in 2 Spielen verloren gehen. Weniger Bla Bla bitte.
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