Dortmunder Stürmer-Star: Lewandowski wird beim BVB zum Großverdiener

Aus Dortmund berichtet Rafael Buschmann

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BVB-Stürmer Lewandowski: "Ein bisschen was geklärt"

Vorwürfe, Dementis, Verbalattacken - monatelang stritten sich die Funktionäre von Borussia Dortmund mit dem polnischen Stürmer Robert Lewandowski. Nun scheint Ruhe einzukehren. Lewandowski unterschrieb ein deutlich verbessertes Vertragsangebot des BVB.

Ein Edelrestaurant in unmittelbarer Nähe zum ehemaligen Westfalenstadion, ein sommerlicher Tag, der sich langsam dem Ende zuneigt: Robert Lewandowski, kurze Jeanshose, Sneaker, isst einen Pfannkuchen mit Vanilleeis, neben ihm sitzt seine Ehefrau Anna. Beide tragen seit wenigen Wochen Eheringe. Sie streicht immer wieder durch seine Haare, er legt seinen Arm um ihre Schultern, dazwischen verliebte Küsse.

Direkt neben Lewandowski, am Nachbartisch, speist der ehemalige Präsident des BVB, Gerd Niebaum. Und nicht nur der 65-Jährige, der die Borussia einst beinahe in den Ruin trieb, kann an diesem ersten Montag im August den Eindruck gewinnen, dass da ein äußerst zufriedener BVB-Spieler seinen Arbeitstag ausklingen lässt.

Dies ist nach den Querelen der vergangenen Monate, in denen Lewandowski die Verantwortlichen von Borussia Dortmund, Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sowie Manager Michael Zorc, des Wortbruchs und sogar der Lüge bezichtigte, kein gewöhnliches Bild. Der Pole, der sich seit Ende des vergangenen Jahres mit dem FC Bayern München über einen Wechsel einig ist, pochte zuletzt auf eine Wechselzusage, die er von den BVB-Verantwortlichen erhalten haben soll.

Watzke und Zorc bestritten dies vehement. Beide Seiten überzogen sich monatelang mit unzähligen Vorwürfen, welche Partei dabei die Wahrheit sprach, ist bis heute nicht endgültig geklärt. Möglicherweise wird dies auch nicht mehr weiter verfolgt. Denn nun scheint ein wenig Ruhe in das Gezanke einzukehren: Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE gab es zuletzt ein Krisengespräch zwischen den BVB-Machern Watzke und Zorc sowie der Lewandowski-Seite.

Einigung auf Ende der Streitereien

Vor knapp zwei Wochen und wenige Stunden bevor der Pole im Restaurant den Tag mit seiner Ehefrau ausklingen ließ, einigte er sich mit den Funktionären von Borussia Dortmund auf eine Beendigung der Streitereien. Der Stürmer nimmt das Veto der Vereinsbosse, das seinen Wunsch nach München zu wechseln zerstörte, mittlerweile hin. Die Entscheidung wird ihm nach Informationen von SPIEGEL ONLINE jedoch durch ein deutlich erhöhtes Gehaltsangebot, das ihn wohl zu einem der Großverdiener bei Borussia Dortmund aufsteigen lässt, leichter gemacht.

Die Summe soll je nach Prämienzuschlägen bei über fünf Millionen Euro für die letzten zehn Vertragsmonate liegen. "Zu Vertragsdetails werden wir nichts sagen", erklärte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE. Bislang erhielt der polnische Stürmer lediglich ein Grundgehalt von 1,5 Millionen Euro pro Saison, was deutlich unter seinem in den vergangenen beiden Jahren erspielten Marktwert lag.

Die Aufstockung der Bezüge zeigt auch, dass die BVB-Verantwortlichen die starken Leistungen und das höchst professionelle Verhalten des Stürmers, der in der vergangenen Saison trotz aller Nebengeräusche Tor um Tor für die Dortmunder schoss und dabei einen großen Anteil am Einzug der Borussia ins Finale der Königsklasse hatte, goutieren. Die Gehaltserhöhung, insbesondere so kurz nach den polternden Interviews des 24-Jährigen in einigen großen Tageszeitungen Polens, in denen er sogar davon sprach, vom BVB "betrogen" worden zu sein, zeugt auch von Größe und ausgeprägtem Verhandlungsgeschick der BVB-Funktionäre.

"Wir haben ein bisschen was geklärt"

So nehmen Watzke und Zorc kurz nach dem Bundesliga-Start etliche Dynamik aus der brenzligen Personaldebatte. "Robert ist ein einwandfreier Bursche. Ich habe seine geäußerte Enttäuschung akzeptiert, alles andere haben wir nun aufgearbeitet. Jetzt werden wir die weitere Saison gemeinsam positiv angehen", sagte Watzke.

Lewandowski äußerte sich bereits Tage zuvor sehr ähnlich. Im Restaurant, kurz nachdem er seine Hauptspeise - ein saftiges Rindersteak - gegessen hat, sagte der Pole SPIEGEL ONLINE: "Wir haben über viele Dinge gesprochen und ein bisschen was geklärt. Jetzt muss ich mich aber wieder auf meine Saison konzentrieren."

Für weitere Nachfragen zu vertraglichen Gegebenheiten verwies er auf sein Management: "Es stimmt, wir haben mit dem BVB eine Basis gefunden, um auch die letzten Monate professionell zusammen zu arbeiten", sagt Maik Barthel, der Inhaber von Lewandowskis-Berateragentur Eurosportsmanagement, SPIEGEL ONLINE.

Am Freitagmorgen, kurz nachdem Lewandowski vom 3:2-Sieg der polnischen Nationalmannschaft über Dänemark nach Dortmund zurückkehrte, unterschrieb der Stürmer das neue BVB-Angebot im Beisein von Watzke und Zorc in der Geschäftsstelle des BVB.

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insgesamt 139 Beiträge
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1.
WhereIsMyMoney 16.08.2013
Wow, eine fantastische Nachricht für die Bundesliga. Damit habe ich nun wirklich nicht gerechnet. genauso wenig wie mit dem Götze-Transfer. Vielleicht lag es auch daran, dass Guardiola nicht unbedingt noch einen großen Spieler wollte. Der weiss ja jetzt schon nicht mehr wohin mit den vielen tollen Spielern.
2. dortmund mutiert immer mehr zum chaos club
marinusvanderlubbe 16.08.2013
Zitat von sysopVorwürfe, Dementis, Verbalattacken - monatelang stritten sich die Funktionäre von Borussia Dortmund mit dem polnische Stürmer Robert Lewandowski. Nun scheint Ruhe einzukehren. Lewandowski unterschrieb ein deutlich verbessertes Vertragsangebot des BVB. Borussia Dortmund: Lewandowski und BVB beenden Streit - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/fussball/borussia-dortmund-lewandowski-und-bvb-beenden-streit-a-917050.html)
statt den spieler gehen zu lassen, wird er mit millionen ruhiggestellt. der erfolg der letzten jahre ist dem verein eindeutig zu kopf gestiegen. es ist dringend erfprderlich klopp und die führungsriege KOMPLETT auszutauschen sonst spielt dortmund dieses jahr gegen den abstieg. ein dortmund fan.
3. Söldner
to5824bo 16.08.2013
Sehe ich das richtig? Er hat seine Vertragslaufzeit also nicht verlängert, bekommt aber für den Rest seines bestehenden Vertrags deutlich mehr Kohle als bisher vereinbart? Das nenne ich gutes Geld einem Spieler mit schlechtem Charakter nachwerfen. Der BVB (sage ich als Fan) braucht diesen Söldner nicht. Klar freue ich mich, wenn er trifft. Aber das können in Dortmund auch andere. Ich bin mal schwer gespannt, welcher Topclub ihn im kommenden Jahr nach all diesen Fisimatenten überhaupt noch haben will. Zumal da die Spitzenspieler der WM auf dem Transfermarkt zur Debatte stehen werden. Und nach Brasilien wird es Lewandowski mit der polnischen Mannschaft nicht schaffen. Da sind England, Montenegro und die Ukraine vor. Sieht ganz so aus, dass er sich nach dem BVB noch mal die Finger lecken wird.
4. Prima
broderlein 16.08.2013
Da kann er jetzt ja in Dortmund bleiben. Den braucht Bayern nun wirklich nicht. Und seine Art, wie er den Wechsel erzwingen wollte, passt auch gar nicht zu der Mannschaft. Lewandowski wird sich auch nicht auf die Bank setzen, wenn es nötig ist. Alles keine guten Vorzeichen.
5.
bärchen07 16.08.2013
Zitat von WhereIsMyMoneyWow, eine fantastische Nachricht für die Bundesliga. Damit habe ich nun wirklich nicht gerechnet. genauso wenig wie mit dem Götze-Transfer. Vielleicht lag es auch daran, dass Guardiola nicht unbedingt noch einen großen Spieler wollte. Der weiss ja jetzt schon nicht mehr wohin mit den vielen tollen Spielern.
Nur für die letzten 10 Monate. Denn Lewa geht garantiert nach München. Ich denke mehr wollten auch seine Berater nicht. Nur mehr Kohle rausholen.
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