Bombenanschlag auf BVB Reus bestätigt Meinungsverschiedenheit mit Watzke

Nach dem Bombenanschlag auf den BVB-Mannschaftsbus gab es offenbar einen Disput zwischen Dortmunder Spielern und Vereinschef Watzke. Eine Zeitung zitiert den Wortlaut.

Marco Reus
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Nach dem Bombenanschlag auf den Dortmunder Teambus hat es offenbar eine Auseinandersetzung zwischen Spielern und Vereinsführung über die schnelle Neuansetzung der Partie gegen Monaco gegeben. Wie die "Zeit" berichtet, plädierten mehrere Spieler während einer Mannschaftssitzung vor dem Abschlusstraining für die Viertelfinalpartie am 12. April (2:3) für eine weitere Verschiebung oder Absage der Partie.

Laut "Zeit" sei Nationalspieler Marco Reus aufgestanden und habe im Namen der Mannschaft dem Dortmunder Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke gesagt: "Ich halte es für falsch, dass wir heute Abend spielen." Daraus habe sich ein Wortwechsel mit Watzke entwickelt.

Als Reaktion habe sich erst Gonzalo Castro zu Wort gemeldet und Reus' Sicht unterstützt, schließlich drei weitere Spieler. Watzke hatte hingegen öffentlich behauptet, es habe "niemand den Wunsch an mich herangetragen", das Spiel abzusagen.

Reus bestätigte der "WAZ" und dem Sportinformationsdienst eine Meinungsverschiedenheit, sagte allerdings auch: "Aki Watzke und ich hatten und haben keinen Streit, sondern ein gewachsenes Vertrauensverhältnis. Und das beinhaltet, dass man auch mal anderer Meinung sein kann und offen über gewisse Dinge diskutieren kann."

"Wir hätten das mit der Uefa gelöst"

Auf eine Nachfrage der "Zeit" ließ Watzke seinen Pressesprecher bestätigen: "Kein Profi aus dem Monaco-Kader" habe gegenüber Herrn Watzke "den Wunsch geäußert, am Abend nicht spielen zu wollen". Das ist kein Widerspruch zur Reus-Aussage, denn dieser stand aufgrund einer Verletzung nicht im Kader für die Partie gegen die Franzosen, auch Castro fehlte.

"Aki hat uns nach dem Anschlag letztlich angeboten, dass die Spieler, die nicht auflaufen wollen, sich noch bis zum Nachmittag melden können", sagte Reus weiter.

Darauf beruft sich auch Watzke: "Es hätte am Nachmittag des Spieltags immer noch die Möglichkeit gegeben, nicht anzutreten. Wir hätten das mit der Uefa gelöst. Aber das wollte offenbar niemand, denn dieses Angebot bestand ja. Wir waren nach mehreren Gesprächen sehr sicher, eine gemeinsame Position mit dem Trainer zu haben", teilte er der "Zeit" mit.

Um das schnelle Nachholspiel hatte sich im Anschluss an die Partie ein Streit entbrannt. Thomas Tuchel, dessen Traineramtszeit beim BVB am Dienstag endete, hatte nach dem Spiel die Ansetzung offen kritisiert. Es habe die Mannschaft unendlich geschmerzt, "dass hier ein Viertelfinale zu Hause stattfindet und sie sich da wie reingeschoben fühlt".

bka/sid/dpa



insgesamt 61 Beiträge
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katerramus 31.05.2017
1. ja und nun?
Erstmal vielen Dank, dass Sie alle bisher bekannten Stellungnahmen aufführe. Dennoch meine Frage: Wem nutzt diese Veröffentlichung zum jetztigen Zeitpunkt ?
nummer50 31.05.2017
2. Erinnerungsvermögen
Das Erinnerungsvermögen von Watzke lässt doch sehr zu wünschen übrig, jetzt kann er sich nicht mal an die Diskussion im Bus erinnern. Aber das kennt man ja von ihm, die damaligen Zinssätze hatte er ja auch vergessen.
Klaus.Freitag 31.05.2017
3. Ausreden
Es war eine menschlich nicht nachvollziehbar Entscheidung, das Spiel einen Tag nach dem Mordanschkag auf die Mannschaft durchzuführen. Watzke hst sich damit moralisch und menschlich disqualifiziert. Hätte er genau so entschieden, wenn er im Bus gesessen hätte? Außer Watzke hätte kein Vorgesetzter auf der Welt seinen Angestellten derartiges zugemutet. Die Argumente, dem Terror die Stirn bieten zu wollen- es war ohnehin kein Terrorsnschlag- ist absurd, vor allem dann,wenn man diese Haltung den Opfern eines Anschlsges aufzwingt. Watzke hst das Business und seine persönliche Ansicht über das Wohl seiner Angestellten gestellt und damit eine erschreckende Empsthielidigkeit offenbart, die ja nun such bei der Traineentlsssung seine Fortsetzung fand. .Er verhält sich so unmenschlich, als wäre er Geschäftsführer einer Kommsnditgesellschaft auf Aktien- ach ja,ist er ja auch.
pr8kerl 31.05.2017
4. So denkt man außerhalb Deutschlands
Die Schweizer Zeitung "Blick" hat Watzke in einem Kommentar als selbstverliebten "Fatzke" bezeichnet, der sein Wohl vor das der Spieler gestellt und unnötig mit dem Trainer einen Machtkampf angefangen habe. Soviel zu der Diskussion.
gnarze 31.05.2017
5. Schon schlimm,
wenn man nicht mehr weiß, wer wann was und ob überhaupt etwas an einen herangetragen wurde. Erst recht nicht bei so einer gravierenden Fall.
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