Dortmunds Aus in der Europa League Sinfonie in Moll

In der Geburtsstadt von Wolfgang Amadeus Mozart verabschiedete sich der BVB mit spielerischen Misstönen. Dank der Salzburger Festspiele rückt bei den Dortmundern womöglich der Trainer des Gegners in den Fokus.

Spieler von Borussia Dortmund nach dem Europa-League-Aus
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Spieler von Borussia Dortmund nach dem Europa-League-Aus


Die Szene des Spiels: Nach dürftigen 35 Minuten spielte Mahmoud Dahoud den mit dem Rücken zum Tor stehenden Marco Reus an. In aussichtsreicher Position lenkte sich der Dortmunder Edelfuß den Ball ans Standbein und fiel um. Wenn schon beim besten Techniker des BVB die einfachsten Dinge schwer erschienen, wirkten die kniffligen unlösbar.

Doppelte Verunsicherung: Da Ömer Toprak verletzungsbedingt nicht auflaufen konnte, setzte BVB-Coach Peter Stöger auf die Innenverteidigung Sokratis und Dan-Axel Zagadou. Dieser leistete sich bereits in der 6. Minute einen haarsträubenden Fehler und hatte Glück, dass dieser nicht mit einem Gegentor bestraft wurde. Fortan kickte der 18-Jährige den Ball schon bei dem Ansatz einer Bedrängung gleich mehrfach Richtung Tribüne. Auch der ungleich erfahrenere Sokratis wollte da nicht nachstehen und zog mit einem katastrophalen Fehlpass in der 21. Minute nach.

Das Ergebnis: 0:0 trennten sich Salzburg und Dortmund. Nach dem 2:1-Auswärtssieg der Österreicher im Hinspiel ziehen sie ins Viertelfinale der Europa League ein. Hier geht's zur Meldung.

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Borussia Dortmund in Salzburg: Ausgepresst

Die erste Hälfte: Chancen gab es nur für eine Mannschaft. Hwang Hee Chan scheiterte in der 6. und 21. Minute ebenso an Roman Bürki wie Xaver Schlager (32.) und Munas Dabbur (35.). Der Schweizer Torhüter des BVB sollte über 90 Minuten der einzige Gäste-Akteur mit einer zufriedenstellenden Leistung bleiben.

Ausverkauft: Zum ersten Mal seit vier Jahren konnte der Salzburger Stadionsprecher wieder ein kehliges "Ausverkauft!" ins Mikrofon raunen. Die Stimmung auf den Rängen war den Leistungen auf dem Rasen entsprechend sehr gut. Auch wenn man auf Seiten der Gastgeber vor dem Spiel noch ein paar Hinweise zur geordneten Durchführung eines stimmungsvollen Supports anbringen musste.

Doppelwechsel: Zur zweiten Hälfte brachte Stöger Maximilian Philipp und Alexander Isak für Mario Götze und Reus. Das hatte schon Bockigkeitspotenzial der Kategorie Louis van Gaal. Geholfen hat es dem Österreicher allerdings nicht, der nach dem Spiel die Leistung seiner Mannschaft realistisch einordnete: "Wer so behäbig spielt, braucht sich auch nicht wundern, wenn er keine Chancen hat. Wer denkt, auf der Wiese geht auch Hacke, Spitze, dann kannst du nicht gewinnen."

Die zweite Hälfte: Da rollte erst einmal Konter um Konter auf das Tor der Borussia, die sich bei den Salzburgern bedanken konnten, dass diese an jenem Tag sehr schlampig mit ihren Chancen umgingen. Die kurze Hoffnungsphase des BVB dauerte genau drei Minuten. Zwischen der 70. und 73. Minute kamen die Gäste gleich zu vier mittelguten bis guten Chancen.

Im Namen des Rose: Salzburgs Trainer Marco Rose setzt die Serie fort: Seit 34 Spielen ist der Tabellenführer der österreichischen Bundesliga zu Hause ungeschlagen. Doch nicht nur die Ergebnisse, sondern auch die Spielweise seines Teams macht den 41-Jährigen sicherlich auch für kommende Vakanzen im gehobenen Segment deutscher Vereine interessant. Da trifft es sich womöglich ganz gut, dass beim heutigen Gegner die Trainerstelle der Saison 2018/2019 noch nicht besetzt ist.

Eine Europareise zum Vergessen: Zehn Partien absolvierte der BVB in der Saison 2017/2018 auf europäischer Bühne - eine einzige konnten sie davon gewinnen. Die Leistung im Achtelfinalrückspiel glich dabei dem Champions-League-Auftritt in Nikosia wie ein faules Ei dem anderen.



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alfreddneumann 16.03.2018
1. Grottenschlecht
Welches Spiel hat denn der Verfasser des Spielberichts gesehen. Salzburg war genau wie der BVB unterirdisch. Die haben die besten Chancen nicht reingemacht und sind wie die Dortmunder nur rumgestolpert. Ergebnisse in der Ösi Liga sind bestenfalls mit denen der 4ten Liga vergleichbar. Das Statement nach dem Spiel von Stöger, Schuld sind die Spieler und Götze war schlecht hat hoffentlich auch Watzke gesehen und wirft den Trainer nach dem Wochenende raus.
pirx64 16.03.2018
2.
Damit ist man endlich die mehrfach Belastung los und kann sich ganz auf die Meisterschaft konzentrieren, spielt man doch noch gegen die direkte Konkurrenz! ;-)
julian0922 16.03.2018
3. Goetze lebt nur noch vom WM Tod,
ansonsten bringt der doch seit Jahren nix mehr. Das kann man Stoeger nicht anlasten, der muss ihn wohl aufstellen, von oberster Stelle, waere doch verlorenes Kapital. Man kann dem Stoeger vieles ankreiden aber nicht das diese Spieler nicht Mann genug sind um ein Spiel an sich zu reisen, selbst in der zweiten oder dritten Liga sind Spieler die mehr Herzblut zeigen....die sind allerdings noch keine verwoehnte Millionaere! Fuer Stoeger duerfte es das in Dortmund dennoch gewesen sein....
RalfHenrichs 16.03.2018
4. Keine Diskussion über den deutschen Fussball
Deutschland ist Weltmeister, Confed-Cup Sieger, Weltranglistenerster. Mehr geht nicht. Aber über die Qualität der Bundesliga muss gesprochen werden. Würde nur diese Saison zählen, wäre Deutschland in der UEFA-5-Jahresliste auf Platz 7. Nur aufgrund der vorhergehenden Jahre noch auf 4. Einen Ausrutscher kann es immer geben, aber es sieht nicht danach aus als hätten die Vereine hinter Bayern die Qualität in den nächsten Jahre wieder im Achtel- oder gar Viertelfinale der CL zu stehen und wären nur aufgrund von Pech oder Verletzungen früher ausgeschieden. Woran es liegt, kann ich nicht sagen. Klar, in Spanien und GBR ist mehr Geld im Spiel. Aber meines Wissens nicht in Italien oder Frankreich (außer Paris) und schon gar nicht in Salzburg. Also muss es an etwas anderem liegen. Was weiß ich nicht.
moritz_stock 16.03.2018
5. gesteigerte adjective als nomen
Kameraden, wenn ich ein gesteigertes Adjectiv ohne Nomen verwende dann muss (!!!) dieses las Nomen fungieren. ---- Die Besten werden gewinnen. ---Die Schlausten haben die besten Noten. ----Der Kluegste gewinnt.*** etc. - also bitte, Ich lebe seiht 6 Jahren in den USA, von mir sollte sich wirklich niemand mehr verbessern lassen, Journalisten zu allerletzt.
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