Vor dem Bundesliga-Gipfel: Dortmund zieht siegessicher in die Bayern-Schlacht

Von , Wolfsburg

Souverän mit 3:1 gewinnt Borussia Dortmund in Wolfsburg. Auch die Siegesserie des FC Bayern scheint die junge Meistermannschaft nicht nervös zu machen: Vor dem Ligagipfel am Mittwoch reden die Männer von Trainer Klopp erstmals selbstbewusst von der Titelverteidigung.

Fotostrecke: Lewandowski schnürt den Doppelpack Fotos
DPA

Mitten in den vielen Rechenspielen, die das Fernduell zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München anheizen, wagte sich ein sonst stiller Mann ganz weit nach vorne. "Wenn wir am Mittwoch gewinnen, glaube ich nicht, dass wir es uns noch nehmen lassen", sagte Mats Hummels. Der besonnene Verteidiger im Team des amtierenden Meisters ist fest überzeugt davon, dass die Entscheidung im Titelkampf vorzeitig machbar ist.

Die Dortmunder Profis waren nach ihrem souveränen 3:1 (1:0)-Erfolg beim VfL Wolfsburg mehr damit beschäftigt, auf das Duell mit den Bayern am Mittwoch /(20 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) vorauszublicken, als ihren soeben erkämpften Sieg über die Magath-Elf zu erklären. Und die Mehrheit von ihnen wirkt angesichts des im Titelrennen wegweisenden Heimspiels äußerst siegessicher. "Bayern muss gewinnen. Aber wir wollen unbedingt gewinnen", sagte Außenverteidiger Marcel Schmelzer.

Die mutigen Töne eines Teams, das mittlerweile schon seit 23 Partien in der Fußball-Bundesliga unbesiegt ist, passten zu der souveränen Vorstellung am 29. Spieltag. Dank der Tore von Robert Lewandowski (22. Minute/90.) und Ilkay Gündogan (49.) hatten sich die Dortmunder auch beim heimstarken VfL Wolfsburg durchgesetzt.

Magath musste die Überlegenheit des BVB anerkennen

Dass der Gastgeber durch einen Kopfballtreffer von Torjäger Mario Mandzukic zwischenzeitlich auf 1:2 (61.) verkürzen konnte, brachte für wenige Minuten Spannung ins Spiel. An der spielerischen Dortmunder Dominanz änderte sich nichts. "Die Borussia war die reifere Mannschaft", sagte Wolfsburgs Trainer Felix Magath.

Die Souveränität des Siegers war frappierend. Nach dem überraschenden 4:4 im jüngsten Heimspiel gegen den VfB Stuttgart ließ der amtierende Titelträger keinerlei Verunsicherung erkennen. Torjäger Lewandowski und Vorbereiter Gündogan waren die überragenden Spieler beim BVB und sorgten dafür, dass dessen Ausgangsposition vor dem Duell mit dem FC Bayern aussichtsreich bleibt.

Als Torhüter Roman Weidenfeller mit der aktuellen Bundesligatabelle und dem 2:1-Erfolg des Verfolgers aus München gegen den FC Augsburg konfrontiert wurde, lächelte der Routinier. "Wir haben gezeigt, dass wir all dem Stand halten können", sagte der Schlussmann und konnte wie so viele seiner Kollegen mit der Aufregung um das anstehende Spitzenspiel nichts anfangen. "Natürlich wird das ein schwieriges Spiel. Aber ich freue mich auf den Mittwoch. Und wenn wir gegen die Bayern drei Punkte holen, dann ist alles egal", sagte auch der zweifache Torschütze Lewandowski.

Nur die Offiziellen bleiben bei ihrer Zurückhaltung

Die Angriffslust der Dortmunder Spieler auf und neben dem Platz war erstaunlich. Ein wenig mehr Zurückhaltung erlegten sich die Offiziellen der Borussia auf. Sie hielten sich mit ihren Einschätzungen und Prognosen zum Titelduell zurück. "Am Mikrofon gewinnt man keine Punkte", sagte Reinhard Rauball. Der Präsident der Borussia zeigte wenig Lust auf verbale Giftpfeile.

Und auch bei den Münchnern ist es überraschend ruhig. "Wir stehen mehr unter Druck als Dortmund, weil wir drei Punkte Rückstand haben", sagte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge. "Jeder Spieler muss über sich hinauswachsen", so Bastian Schweinsteiger.

In Wolfsburg hatte BVB-Trainer Jürgen Klopp während des Spiels seinen Sitzplatz auf der Trainerbank 90 Minuten lang nicht in Anspruch genommen. Ähnlich impulsiv dürfte es am Mittwoch zugehen. Klopp kündigte jedenfalls schon einmal Großes an: "Wir werden versuchen, ein absolutes Spektakel zu veranstalten."

VfL Wolfsburg - Borussia Dortmund 1:3 (0:1)
0:1 Lewandowski (22.)
0:2 Gündogan (49.)
1:2 Mandzukic (61.)
1:3 Lewandowski (90.)
Wolfsburg: Benaglio - Träsch (80. Sio), Madlung, Felipe, Rodriguez - Josue (54. Jiracek), Polak - Dejagah, Marcel Schäfer - Helmes (46. Vieirinha), Mandzukic
Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - Gündogan, Kehl - Blaszczykowski (87. Owomoyela), Kagawa (81. Leitner), Perisic (69. Großkreutz) - Lewandowski
Schiedsrichter: Dingert
Zuschauer: 30.000 (ausverkauft)
Gelb-Rote Karten: Madlung wegen wiederholten Foulspiels (84.)
Gelbe Karten: Dejagah (6) - Subotic (4), Kehl (7)

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1.
WhereIsMyMoney 07.04.2012
Bayern ist auswärts einfach nicht gut genug um in Dortmnd zu gewinnen. Ich erwarte zwei offensive Mannschaften, nicht so wie im Hinspiel. Auch wenn Dortmund ohne Götze und mit Kuba von Spiel zu Spiel ausrechenbarer wird, ist es dennoch unglaublich schwer in Dortmund zu gewinnen. Ich denke es wird ein Spektakel:2:2. Ich hoffe bloß dass Bayern nicht verliert. Diese Mannschaft ist nachwievor unglaublich zerbrechlich. Eine Niederlage in Dortmund würde sich sehr negativ auf das Duell mit Real auswirken.
2.
mycon 07.04.2012
Zitat von WhereIsMyMoneyBayern ist auswärts einfach nicht gut genug um in Dortmnd zu gewinnen. Ich erwarte zwei offensive Mannschaften, nicht so wie im Hinspiel. Auch wenn Dortmund ohne Götze und mit Kuba von Spiel zu Spiel ausrechenbarer wird, ist es dennoch unglaublich schwer in Dortmund zu gewinnen. Ich denke es wird ein Spektakel:2:2. Ich hoffe bloß dass Bayern nicht verliert. Diese Mannschaft ist nachwievor unglaublich zerbrechlich. Eine Niederlage in Dortmund würde sich sehr negativ auf das Duell mit Real auswirken.
Gegen Real hat Bayern schlicht keine Chance, weder auf Spielerebene, noch auf taktischer Ebene, Heynckes wird Mourinho schlicht nicht gewachsen sein. Was das Ligaduell anbelangt können sie aufgrund der Ausgangslage von konternden Dortmundern ausgehen, zumal genau das die Schwachstelle der Bayern ist. Entsprechend würde ich auch Real in München eher defensiv, aber umso tödlicher erwarten.
3.
andras 07.04.2012
Zitat von WhereIsMyMoneyBayern ist auswärts einfach nicht gut genug um in Dortmnd zu gewinnen. Ich erwarte zwei offensive Mannschaften, nicht so wie im Hinspiel. Auch wenn Dortmund ohne Götze und mit Kuba von Spiel zu Spiel ausrechenbarer wird, ist es dennoch unglaublich schwer in Dortmund zu gewinnen. Ich denke es wird ein Spektakel:2:2. Ich hoffe bloß dass Bayern nicht verliert. Diese Mannschaft ist nachwievor unglaublich zerbrechlich. Eine Niederlage in Dortmund würde sich sehr negativ auf das Duell mit Real auswirken.
Bei letzterem wäre ich mir nicht so sicher. Die Bayern haben schon öfter gezeigt, daß sie unschöne Niederlagen wegstecken können. Und - wobei ich natürlich absolut subjektiv bin - ich bin mir sicher, daß es eine Niederlage wird. Bayern muß offensiver spielen als der BVB, schließlich haben sie 3 Punkte Rückstand. Den können sie m. E. nur am Mittwoch aufholen, denn das Restprogramm der Borussia ist nicht schwerer als das der Bayern. Ich hoffe nur, daß die Borussen das auch beherzigen und nicht so ungestüm nach vorne spielen. Es wird 'ne ganz knappe Kiste, keine Frage. Aber wenn jemand ein würdiger Vizemeister ist, dann die Bayern ;-)
4. anderes Spiel gesehen?
absentcrisisx 08.04.2012
Dieser mehr als glückliche Auswärtssieg war keineswegs souverän. Bis zur 90. Minute mussten die Dortmunder um ihren Sieg zittern. Selbst eine Gelb-Rote Karte konnte die Wolfsburger nicht vom Stürmen abhalten. Nur weil dann in der Nachspielzeit das Konter 3:1 gefallen ist wollen wir hier mal nicht die Fakten verdrehen ^^ Spiegel Online ist halt keine Fußball-Seite.
5. Lüdenscheid-Nord
Freifrau von Hase 08.04.2012
Bisschen Bammel habe ich ja vor der "Schlacht von Lüdenscheid". Ich befürchte leider auch einen Sieg der Biene Maja. Und dann wäre die Meisterschaft natürlich futsch. Mit einem Unentschieden könnte ich leben. Wenn wir verlieren: Vollgas gegen Real und im Finale gegen Barcelona das Wunder perfekt machen!
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