BVB und Leverkusen in der Europa League Frühes Tor entscheidet

Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen kämpfen um den Einzug ins Viertelfinale der Europa League. Für den BVB könnte ein schneller Treffer das Spiel schon entscheiden, für Bayer ist er aber noch wichtiger.

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BVB-Spieler Marco Reus
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BVB-Spieler Marco Reus


Zwei deutsche Klubs stehen vor ihren Rückspielen im Achtelfinale der Europa League - und die Vorzeichen der beiden Spiele könnten kaum unterschiedlicher sein. Borussia Dortmund ist der Einzug in die nächste Runde praktisch nicht mehr zu nehmen, Bayer Leverkusen steht vor dem Aus. Das passt auch zu den gegensätzlichen Situationen, in denen sich die beiden Vereine aktuell befinden.

Der BVB spielt eine bemerkenswerte Saison. In der Bundesliga liegt der achtfache deutsche Meister mit gigantischem Vorsprung auf Platz zwei, den FC Porto schaltete Dortmund im Achtelfinale der Europa League mit zwei Siegen ohne Gegentor aus. Und auch wenn Viertelfinal-Gegner Tottenham Hotspur im Hinspiel nicht auf eine A-Elf setzte, hat die Borussia auch gegen den englischen Tabellenzweiten seine Stärke unter Beweis gestellt. Das erste Duell endete 3:0 (1:0). Tottenham war chancenlos. Dortmund kontrollierte die Begegnung zu jedem Zeitpunkt und spielte nah an der Perfektion.

Bei dieser Ausgangslage müssen die Spurs nun im Heimspiel drei Tore erzielen. Und selbst dann würde sich das Team von Trainer Maurici Pochettino nur in die Verlängerung retten, sollte der BVB nicht treffen. Das passierte in der bisherigen Saison wettbewerbsübergreifend allerdings erst viermal: zweimal in der Europa League (je 0:1 bei Krasnodar und gegen Saloniki) und zweimal in der Liga (je 0:0 gegen Hertha BSC und den FC Bayern). Sobald der BVB jedoch ein Auswärtstor erzielt, braucht Tottenham bereits fünf Treffer.

Leverkusen hofft auf Fortsetzung der guten Heimbilanz

Dass die Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel dies zulassen wird, ist extrem unwahrscheinlich. In diesem Jahr ist der BVB noch ungeschlagen, ließ seitdem nur durch die Remis gegen Hertha und Bayern Punkte liegen. Und auch im Spitzenspiel gegen den Rekordmeister zeigten die Dortmunder phasenweise eine starke Leistung. Vor dem Rückspiel gegen Tottenham warnt Tuchel dennoch. "Wir treffen auf sein sehr gefährliches, offensivstarkes Team und müssen eine Top-Leistung zeigen", sagte der Trainer. Der mit einem zweiten guten Auftritt verbundene Einzug ins Viertelfinale der Europa League wäre die logische Konsequenz der aktuellen Form.

Anders sieht es bei Bayer Leverkusen aus: Der Bundesligist empfängt im Achtelfinal-Rückspiel den spanischen Viertplatzierten FC Villarreal. Nach dem 0:2 im Hinspiel steht das Team von Trainer Roger Schmidt vor einer schier unlösbaren Aufgabe. Um doch noch in die Runde der besten acht Mannschaften einzuziehen, müsste die Werkself mit drei Toren Unterschied gewinnen. Bei einem 3:1-, 4:2- oder 5:3-Erfolg würde Villarreal aufgrund der mehr erzielten Auswärtstore weiterkommen.

Schmidt stellte die Wichtigkeit eines frühen Tores in den Mittelpunkt: "Wir müssen auch taktisch sehr clever spielen. Jedes Tor, das wir früh schießen, hilft uns, um Selbstvertrauen zu tanken." Im Gegensatz zum BVB braucht Bayer diesen schnellen Treffer jedoch beinahe zwingend. Und sollte auf der anderen Seite Villareal schnell treffen, sinken Leverkusens Chancen auf ein Minimum. Um das zu verhindern, forderte Schmidt außerdem "Wille und Leidenschaft". Chancen werde sein Team ohnehin bekommen, diese müssen dann mit großer Entschlossenheit genutzt werden, so der 49-Jährige.

Ein Weiterkommen ist trotz Schmidts Optimismus unwahrscheinlich. Bayer spielt eine schwache Saison. Der Uefa-Cup-Sieger von 1988 gewann zwar am Wochenende 1:0 gegen den HSV, offenbarte aber auch dort große Unsicherheiten in der Defensive. Einzig Torhüter Bernd Leno war es zu verdanken, dass der Klub am Ende nicht verlor. In den drei Bundesligaspielen zuvor kassierte das Team zehn Gegentore. Ein wenig Mut dürfte Leverkusen die internationale Heimbilanz machen: Vor dem eigenen Anhang ist das Team noch ungeschlagen. Ohne Gegentreffer blieb Bayer dabei allerdings nie - und in dem Fall bräuchte der Klub mindestens vier Tore. Am besten früh.



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insgesamt 6 Beiträge
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Seite 1
Boesor 17.03.2016
1.
n müdes 0:0 reicht Dortmund natürlich auch und ist gar nicht mal unwahrscheinlich. Glaube eher nicht das Tottenham heute alles gibt und dann kann auch der BVB ein paar Körner sparen.
austübingen 17.03.2016
2. Prognose
Da die Spurs schon im Hinspiel nicht so spielten als ob das VF wirklich wichtig wäre erwarte ich heute ähnliches. Sollten sie dennoch früh in Führung gehen könnte sich das zwar ändern aber ich rechne mit einem ungefährdetem Weiterkommen des BVB.
timtonic 17.03.2016
3. B-Elf?
Zitat: "auch wenn Viertelfinal-Gegner Tottenham Hotspur im Hinspiel nicht auf eine A-Elf setzte, " Tottenham hat im Hinspiel 3 Stammspieler zunächst draußen gelassen und später eingewechselt. Dem BVB fehlten 2 Stammspieler verletzt (die konnten nicht eingewechselt werden). Warum war das eine jetzt ne B-Elf und das andere nicht? Von mir aus: Dann haben letzte Woche eben zwei B-Mannschaften gegeneinander gespielt, und BVB-B hat Tottenham-B vernichtend geschlagen. Kein Grund für Relativierungen.
skeptikerjörg 17.03.2016
4. Mal nicht überheblich werden
"Borussia Dortmund ist der Einzug in die nächste Runde praktisch nicht mehr zu nehmen" reicht schon an Überheblichkeit heran. Ja, sie haben eine komfortable Ausgangsposition, eine sehr komfortable sogar. Aber wie schnell so was kippen kann, haben die Bayern gestern in der ersten Halbzeit erlebt und hatten Glück, dass sie nicht vor dem Anschlusstor ein Drittes bekommen haben. Also, BVB, konzentriert bis in die Haarspitzen und nicht überrumpeln lassen. Dann sollte es klappen.
trompetenmann 17.03.2016
5. Verwirrung!
Hat Leverkusen jetzt ein Heimspiel oder nicht? Ist im Text widersprüchlich. Denke nicht, dass Lev weiterkommt. Zwei Auswärtstore - wird schwierig.
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