BVB-Niederlage gegen Mainz Roman rettet die Stimmung

Der Abschied vom langjährigen Torwart Roman Weidenfeller war ein emotionaler Moment für die Dortmunder Fans. Ansonsten jedoch hat die Mannschaft gegen Mainz 05 viel Kredit verspielt.

Roman Weidenfeller
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Roman Weidenfeller

Von , Dortmund


Ab und an müssen Fußballklubs Bilder von ihren dicken Maskottchen posten, um gute Stimmung zu verbreiten, die gar nicht angebracht wäre. Manchmal helfen auch neue Verträge mit Starspielern des Klubs. Borussia Dortmund etwa schaffte es, die Fans einen Tag nach der peinlichen Heimniederlage gegen RB Salzburg im Achtelfinale der Europa League mit der Botschaft zu versöhnen: "Marco Reus bleibt!"

Am 33. Spieltag der Bundesliga half: "Roman Weidenfeller macht Schluss!"

Der Torwart wurde vor seinem letzten Heimspiel beim BVB vor der Partie verabschiedet, nach der Partie ging er mit seinem Sohn Leonard auf eine Ehrenrunde. Weidenfeller, der 2002 zur Borussia kam, wurde frenetisch gefeiert.

Somit blieb für die Zuschauer weniger Zeit, um sich damit zu beschäftigen, den Rest der Mannschaft auszupfeifen. Sie erledigten diesen Teil allerdings auch, wenn sie gerade die Gelegenheit ergab. Nur einen Punkt hätte der BVB gegen den 1. FSV Mainz 05 gebraucht, um sich wieder für die Champions League zu qualifizieren. Aber die Dortmunder verloren das Spiel 1:2. "Eine Leistung zum Schämen", fasste es Sportdirektor Michael Zorc trefflich zusammen, der sich aus Selbstschutz mit diesem einen Satz begnügte.

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Abstiegskampf: Tore, Tore, Tore - nur nicht für den HSV

Ein großartiger Auftritt beim 4:0 über Leverkusen, ein sehr ordentlicher beim 1:1 in Bremen: Die Dortmunder spielten dabei wieder Fußball, den es sich anzusehen lohnt. Dieselbe Startelf in derselben Grundordnung schaffte es dann aber, gegen Mainz zu verlieren, ohne dass irgendjemand ein Argument dafür hätte, warum dies nicht verdient gewesen sein wollte. "Ich bin für Erklärungen dankbar", sagte Peter Stöger nach seiner ersten Heimniederlage in der Bundesliga als Trainer des BVB. Der extreme Leistungsabfall im Vergleich zu den beiden Spielen zuvor "passt aber vielleicht auch zu dieser Saison mit Höhen und Tiefen".

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Stöger kritisierte seine Mannschaft, indem er den Gegner lobte: "Wie Mainz präsentiert man sich, wenn man in einem Spiel etwas ganz, ganz Großes erreichen will." Aber den Dortmundern fehlte es eben an Tempo, taktischer Disziplin, Bereitschaft - und in der Defensive vor allem an Orientierung. Bei den schnellen Treffern der Rheinhessen in der vierten und 13. Minute erweckte der BVB den Eindruck, als reiche pures Vertrauen in die gerade mal für 180 Minuten gezeigte Stärke, dass da schon nichts passieren wird.

Reus und Mario Götze, zuletzt zurecht für starke Leistungen und gutes Zusammenspiel im Zentrum des offensiven Mittelfeldes gefeiert, blieben wirkungslos. Gerade für Götze bedeutete dies einen Dämpfer seiner Hoffnungen, mit der deutschen Nationalmannschaft zur Weltmeisterschaft nach Russland zu reisen.

Manch ein Spieler und vermutlich auch Peter Stöger dürften zum letzten Mal als Angestellte des BVB ein Heimspiel erlebt haben. Lucien Favre soll weiter der Favorit auf die Nachfolge sein. Die offizielle Mitteilung, wer die Borussia in der kommenden Saison trainieren wird, ist nun erst nach dem letzten Spieltag zu erwarten. Der BVB darf sich eine Niederlage mit einem Tor Unterschied bei der TSG Hoffenheim erlauben, um in die Champions League zu kommen. Es würde auch zur Saison der Dortmunder passen, wenn es genau so käme.

Die Mainzer dagegen können ihrem letzten Spiel gegen Werder Bremen sehr gelassen entgegen sehen. "Ich bin extrem glücklich und dankbar und unheimlich stolz auf alle Beteiligten", sagte Trainer Sandro Schwarz nach dem Erfolg beim BVB. Der Mannschaftsbus wurde etwa zeitgleich mit Bierkisten beladen. Das, was man aus der Bierstadt Dortmund eben mitbringt. Und drei Punkte dazu.



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Seite 1
markus.w77 05.05.2018
1.
So hätten wir es nicht verdient in der CL zu spielen. Bitte ,Stöbger muss weg!! Und SPON sollte den Text unter der Tabelle aktualisieren. Die Quali ist abgeschafft.
genaumeinding 05.05.2018
2. Fußball zum weglaufen
Rumpelfussballl anstatt Spielkultur. Die naschte Saison wird sehr unterhaltsam.
Oihme 05.05.2018
3. Naja, ...
.. die Hoffenheimer müssten schon mit drei Toren Vorsprung gewinnen, um am letzten Spieltag noch am BVB vorbeizuziehen. Die nach dem Subtraktionsverfahren ermittelte Tordifferenz (BVB 19, Hoffenheim 16) geht in der Endbewertung der Anzahl der erzielten Tore vor. Ansonsten wieder ein BVB-Spiel zum Abhaken, wie so oft in dieser Saison. Gut das sie bald vorbei ist!
gibmichdiekirsche 05.05.2018
4. Gebrauchter Nachmittag
Es freut mich für Mainz, dass sie in der Liga verbleiben. Sie haben verdient gewonnen. Ich habe seit jähren nicht mehr einen solch pomadigen und miserablen Auftritt des BVB miterleben müssen. So sauer wie heute war ich nicht mal beim 0:1 gegen Augsburg in Klopps letzter Saison bei - 10° und Abrutschen auf Platz 18. Dazu gäbe es mehr zu sagen als auf eine Kuhhaut geht (Zweikampfbereitschaft, Laufbereitschaft, Mut zum Abschluss und einiges mehr). Für Stöger dürfte es das jetzt gewesen sein. Schade, ich hielt und halte immer noch viel von ihm. Nicht verstanden habe ich, dass Störers grundsätzlich richtige Maßnahme, Yarmolenko zu bringen, darin bestand, ihn auf dem rechten Flügel einzusetzen statt ihn bei diesem Spielstand als "Brecher" ins Sturmzentrum zu stellen. Na, ein sommerlich schöner, in der 1. HZ sogar schweisstreibender Nachmittag bis das Tribünendach endlich Schatten spendete, aber ansonsten ein gebrauchter. Schade besonders für Roman W..
clausina 05.05.2018
5. Bei Bayern
würde es heißen,das wäre Wettbewerbsverzerrung?' Nur Dortmund kann es wohl nicht besser
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