Dortmund gegen Bayern München Dieses Spiel spaltet Deutschland

Der FC Bayern hatte viele sportliche Rivalen. Doch seit mehr als zwanzig Jahren hat sich der BVB als sein größter Widersacher etabliert. Ein Blick in unseren Fanatlas zeigt, wie das Spiel Fußballanhänger teilt.

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Eigentlich hatten sie Dortmunds Angreifer Robert Lewandowski beim FC Bayern immer gut im Griff gehabt. In diesem Spiel fälschte er jedoch in der 77. Minute einen Schuss von Kevin Großkreutz für Manuel Neuer unhaltbar ab und sorgte dafür, dass die Hoffnungen auf den Titel beim Rekordmeister nach dem 30. Spieltag der Saison 2011/2012 schwanden. Lewandowskis Tor für den BVB blieb durch den verschossenen Elfmeter von Arjen Robben das einzige der Partie und Dortmund stand bei vier ausstehenden Spielen sechs Punkte vor den Münchnern.

Der 11. April 2012 war bis heute das letzte Aufeinandertreffen, in dem Borussia Dortmund als Tabellenführer gegen den FC Bayern angetreten war. Eigentlich verwunderlich, denn wenn in den vergangenen 25 Jahren ein Klub in der Lage war, dem FC Bayern über einen längeren Zeitraum auf Augenhöhe gegenüberzutreten, dann war es der BVB.

Das war in der Bundesliga nicht immer so. Während der FC Bayern sich früh als Spitzenteam etablierte und bis heute konstant hielt, wechselten die sportlichen Rivalen über die Jahre. Der erste große Kontrahent seit den späten Sechzigern bis in die späten Siebziger war Borussia Mönchengladbach. Dann übernahm der Hamburger SV die Rolle des großen Widersachers. Ab Mitte der Achtziger trat auch Werder Bremen auf den Plan und konnte den FC Bayern in diversen Spielzeiten ärgern.

Das Duell zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund ist dabei, sich zur Dauer-Rivalität zu entwickeln. In den vergangenen 25 Jahren nahm der BVB den Münchnern fünf Meisterschaften ab - so viel wie kein anderes Team. Natürlich sieht jeder Dortmunder den großen Rivalen gut 27 Kilometer Luftlinie entfernt in Gelsenkirchen. Doch während das Duell mit Schalke 04 das Ruhrgebiet teilt und für BVB-Fans zweifellos die größte emotionale Bedeutung hat, spaltet die sportliche Fehde zwischen München und Dortmund die gesamte Republik.

Keine Klubs in Deutschland haben so viele Fans wie Borussia Dortmund und der FC Bayern. Auch hier ist der BVB der einzige Verein, der dem Rekordmeister den Rang streitig machen kann. Und dabei beschränkt sich die Beliebtheit des BVB nicht nur auf die Generationen, die in den erfolgreichen schwarz-gelben Zeiten zu Fußballfans wurden. Besonders bei älteren Fußballbegeisterten erfreut sich die Borussia bundesweit großer Popularität.

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Egal ob man die Anzahl der Fans nimmt, die beide Vereine unterstützen, oder die sportliche Augenhöhe, die in den vergangenen Jahrzehnten nur der BVB einigermaßen konstant erreichen konnte, man darf dieses Duell ohne Zweifel als das größte der Bundesliga bezeichnen.

Das werden nicht nur die Lokalrivalen aus Schalke akzeptieren, sondern auch Bayerns frühere Hauptkontrahenten aus Bremen, Mönchengladbach und Hamburg. Die Frage, ob die Sympathien Bayern oder Dortmund gehören, spaltet auch die Fanlager der einzelnen Vereine. Dabei ist es bei den Anhängern der Klubs durchaus unterschiedlich, mit welchem der beiden Spitzenteams sie es halten.

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Im Gegensatz zu den vergangenen Spielzeiten ist das Duell in dieser Saison endlich wieder eins auf Augenhöhe. Der BVB empfängt den Drittplatzierten aus München als Tabellenführer. Wie zuletzt 2012, als Borussia Dortmund am Ende der Saison nicht nur seine bislang letzte Meisterschaft feierte, sondern den Rivalen auch im Endspiel des DFB-Pokals 5:2 schlug.

Mehr über Freundschaften und Rivalitäten im deutschen Fußball lesen Sie in unserem Fanatlas.



insgesamt 7 Beiträge
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unky 10.11.2018
1. Schludriger Umgang mit der Sprache
Die Überschrift "Dieses Spiel spaltet Deutschland" ist völlig unpassend und inakzeptabel. Höchstens die Fußballfans sind "gespalten". Der Rest der deutschen Mitbürger interessiert sich wenig oder überhaupt nicht für das Spiel. Sie sollten auf mehr Sorgfalt beim Umgang mit der deutschen Sprache achten. Die Sprachschluderei nimmt so schon allenthalben zu, da muss der SPIEGEL nicht auch noch mitmachen.
fvaderno 10.11.2018
2. Viel 'Statistik' für eine eigentlich unbedeutende Sache
Das große Interesse an dem Verein der Bayern ist sicherlich ein Negatives. Seit den kriminellen Machenschaften von Leuten in der Vereinsführung und dem demonstrativen 'Dahinterstehen' fast des ganzen Vereins ist die Antipathie gegen den Verein immens gewachsen. Und das gilt auch für eigentlich Nicht-Fußballfans. Es ist klar, dass diese Sportart besonders bei der Jugend einen hohen Stellenwert hat. Besonders das Verhalten der Stars hat da eine Vorbildfunktion. Und wenn Vereinsbosse sich da als Uhrenschmuggler besonders wertvoller Exemplare und Steuerhinterzieher hervortun, dann ist das der Kritik wert. Soll solches Verhalten das Vorbild bei der Jugend sein? Und noch wichtiger ist dabei das solidarische Verhalten der restlichen Vereinsführung. So wurde Desinteresse am Verein zu einer Ablehnung. Und da eben die Dortmunder derzeit der stärkste Verein und sportliche Gegner sind, ernten sie überdurchschnittlich mehr Sympathie. Auch das proletenhafte Auftreten der Vereinsspitze nicht nur beim Interview vor einigen Tagen und die Pläne über eine 'Privatliga' verstärken berechtigte negative Gefühle gegen Hoeneß, Rummenigge und Co.
Listkaefer 10.11.2018
3. Sehen wir das doch mal langfristig.
Dortmund und andere mischen in manchen Jahren an der Tabellenspitze mit, der FC Bayern aber immer. Das gilt auch für die Champions Leage. Die Beständigkeit der Bayern erreicht in Deutschland kein anderer Verein. Die anderen sind Eintagsfliegen, der BVB etwas mehr als die übrigen.
sachlich bleiben 10.11.2018
4. kirche im dorf lassen
Na ja, was die tatsächlichen Fans betrifft, mag Gleichgewicht herrschen, aber erinnern wir mal an das Champions League-Finale: Laut ZDF-Umfragen lagen die Sympathien für die Bayern mal knapp über 10%, wovon vermutlich ein Großteil Schalke-Fans waren. Und in der aktuellsten Hochschul-Studie lag der FCBM auf Platz 36 von 36 Klubs. Aber der SPIEGEL beschönigt ja gern mal zugunsten der Bayern. Unter neutralen Fußballfans, jenen also, die den Sport lieben und nicht das Trump-Gehabe aus dem Süden, gewinnen die Bayern eben keinen Blumentopf. Ich bin kein Dortmund-Fan, werde ihnen aber selbstverständlich die Daumen drücken, so wie ich so ziemlich jedem anderen Klub die Daumen drücken würde, vielleicht sogar dem Mateschitz-Werbegag.
MitgliedneuerGruppe 10.11.2018
5. Selbst "Fussballfans sind gespalten" ist unpassend.
Zitat von unkyDie Überschrift "Dieses Spiel spaltet Deutschland" ist völlig unpassend und inakzeptabel. Höchstens die Fußballfans sind "gespalten". Der Rest der deutschen Mitbürger interessiert sich wenig oder überhaupt nicht für das Spiel. Sie sollten auf mehr Sorgfalt beim Umgang mit der deutschen Sprache achten. Die Sprachschluderei nimmt so schon allenthalben zu, da muss der SPIEGEL nicht auch noch mitmachen.
Den meisten Fans von anderen Vereinen interessiert es vermutlich ebenso wenig. Der Eine hält bei der Paarung eher zum BVB, der Nächste zu den Bayern, aber einem Großteil wird es relativ egal sein, wie die spielen. Von "Spaltung" zu reden ist ca. 10-12 Etagen zu hoch ins Regal gegriffen.
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