Bundesliga Wegen Hopp-Schmähung - DFB verhängt BVB-Fan-Ausschluss auf Bewährung

Dietmar Hopp im Fadenkreuz: Die Anfeindungen von Dortmunder Fans gegen Hoffenheims Mäzen haben Konsequenzen - allerdings nur im Fall eines erneuten Vergehens.

Transparent mit Konterfei von Dietmar Hopp
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Transparent mit Konterfei von Dietmar Hopp


Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund ist wegen des Fan-Fehlverhaltens im Spiel bei der TSG 1899 Hoffenheim zu einem Ausschluss seiner Anhänger in den nächsten drei Gastspielen beim Bundesligarivalen verurteilt worden. Die Vollstreckung wird zur Bewährung ausgesetzt, die am 30. Juni 2022 endet. Zudem muss der Klub eine Geldstrafe in Höhe von 50.000 Euro zahlen.

Hoffenheims Mehrheitseigner Dietmar Hopp war während des Spiels der TSG gegen den BVB am 22. September (1:1) aus dem Dortmunder Fanblock heraus beleidigt worden. Unter anderem präsentierten sie ein großes Banner, auf dem das Gesicht des 78-Jährigen in einem roten Fadenkreuz zu sehen war. Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hatte das Verhalten der BVB-Anhänger als "nicht zu akzeptieren" bezeichnet und eine Entschuldigung bei Hopp angekündigt.

"Ob es zum Teilausschluss kommt, ist fraglich"

"Wir waren bemüht, ein Urteil zu finden, das sehr spezifisch auf die Situation bei Spielen von Hoffenheim gegen Dortmund abzielt", sagte der Sportgerichtsvorsitzende Hans E. Lorenz: "Ob es zum Teilausschluss kommt, ist fraglich. Wenn es nach uns geht, kommt es nicht dazu. Eine Bewährungsstrafe ist erzieherisch meist wirkungsvoller, als wenn man gleich die Maßnahme anordnet."

Der BVB wird zudem dazu verpflichtet, bis zum Ende der Saison 2021/2022 bei Spielen in Sinsheim mindestens 50 qualifizierte Ordnungskräfte aus den eigenen Reihen einzusetzen. Für die BVB-Fans gilt im gleichen Zeitraum ein Fahnenverbot.

Angeklagt wurde Dortmund zudem wegen drei weiteren, diffamierenden Spruchbändern sowie der Sachbeschädigung in den Sanitärbereichen des Gästeblocks (rund 5000 Euro Schaden).

Anfeindungen gegen Hopp durch BVB-Fans gab es bereits vor zehn Jahren. Im September 2008 war Hopps Konterfeit im Fadenkreuz auf einem kleineren Banner zu sehen gewesen, "peinlich, beschämend und unwürdig" hatte Watzke damals gesagt. 2011 sagte Hopp nach Schmähgesängen gegen sich: "Diese Leute sollten mal darüber nachdenken, wie es ist, vor 30.000 im Stadion und Millionen Fernsehzuschauern als 'Sohn einer Hure' beschimpft zu werden. Man fühlt sich total hilflos".

mon/dpa/sid



insgesamt 26 Beiträge
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111ich111 02.11.2018
1. Die lernen es nicht
Wenn man die Reaktion der BVB - "Schwachköpfe" (ich nenne die bewusst so) im Stadion gesehen hat, der weiß, dass diese nichts - aber auch gar nichts - verstanden haben. Und ja, es gibt auch bei anderen Vereinen solche Schwachköpfe. Macht es aber keinen Deut besser. Meine Frau (BVB-Fan) sagt immer: Wasserschlauch mit C-Rohr in die Südkurve halten. Trifft nie die Falschen :-)
eyesight2theblind 02.11.2018
2. Dietmar Hopp steht über allem!
Vorneweg ich bin kein Fußballfan. Das Verhalten einiger Fans ist beschämend. Es richtet sich gegen einen Mann, der hervorragende Dienste für die Region, Deutschland und die Welt geleistet hat. Heute stiftet Dietmar Hopp Millionen € für Spielplätze, Hospize, Krebsforschung und vieles mehr. Man muss ihn ehren und nicht beleidigen. Einen Fußballverein zu fördern ist kein Verbrechen. Auch tradionsreiche Klubs wie Real, Man United werden von Mäzenen gesponsort. Im Übrigen: Hoffenheim hat sich sportlich für die 1. Liga qualifiziert. Da darf man auch mal gegen den BVB gewinnen...
Oihme 02.11.2018
3. Hoffentlich ...
... können die dafür verantwortlichen "Fans" identifiziert werden, damit der BVB die DFB-Rechnung an diese weiterreichen kann.
gammoncrack 02.11.2018
4. Das Schlimme an der ganzen Geschichte ist,
dass es sich ja nicht um Fußballfans handelt, die hier agiert haben. Die interessiert der Fußball doch keinen Dreck. Denen geht es doch um Lenkung der Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit auf sich. Nicht mehr und nicht weniger. Ich habe auch keine Idee, wie das zu lösen wäre. Die wird es auf jeden Fall nicht interessieren, wenn hier letztlich ein Fanausschluss kommt. Die zerren ihre Fahnen vor dem Stadion hoch, natürlich mit Pyrotechnik, aber der Fußballspiel selbst interessiert die keine Bohne. Also verpassen sie auch nichts.
wasgscheidsglernt 02.11.2018
5. Schande
bitte entschuldigen Sie, aber ich kann diesen Ultras-sind-doch-gar-nicht-so-schlimm—Sch.... nicht mehr hören. Wie soll ich meinem minderjährigen Sohn erklären, dass es nicht ok ist, jemanden ins Fadenkreuz zu nehmen, wenn es Tausende tun? wie??
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