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Dortmunds Sieg gegen Porto: Haltung, bitte

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In der Vorrunde stolperte der BVB durch die Europa League. Trotzdem gilt Dortmund bei den Buchmachern als Titelfavorit. Der von Trainer Thomas Tuchel ausgerufene Neustart gelang - mit einer überraschenden Rückkehr.

Ausgangslage: In den nationalen Ligen liegen Borussia Dortmund und der FC Porto mit acht beziehungsweise sechs Punkten Rückstand auf die jeweiligen Tabellenführer in ähnlichen Regionen. Einen Unterschied gibt es aber doch: Dortmund kann sich mit der Rolle als deutsche Nummer zwei arrangieren, für den FC Porto gleicht es einer Katastrophe, hinter Sporting und Benfica zu liegen. Trainer Julen Lopetegui musste deshalb im Januar - nach der ersten Niederlage nach 341 Tagen - vorzeitig gehen. Unter Nachfolger José Peseiro wurde es aber nicht besser, die Stimmung bei den Drachen ist angespannt.

Tuchels Anspruch: Champions-League-Absteiger Porto war für die Borussia kein Traumlos. Trainer Thomas Tuchel war das aber egal, er forderte vor dem Anpfiff von seinem Team eine "neue Haltung". In den bisherigen zehn Europa-League-Spielen dieser Saison konnte der BVB nur bedingt überzeugen. Dabei half auch Tuchels häufige Rotation nicht. "Wir müssen diesen Wettbewerb jetzt zu unserem Wettbewerb machen", ergänzte der 42-Jährige. Mit der Nominierung einer A-Elf ging er selbst mit gutem Beispiel voran.

Ergebnis: Tuchels Worte haben Gehör gefunden, die Dortmunder haben weiterhin zwei Titelchancen. Im DFB-Pokal stehen sie im Halbfinale, in der Europa League ist der BVB nach dem 2:0-Sieg auf dem besten Weg ins Achtelfinale. Laut Wettanbieter sollte da noch nicht Schluss sein, die Borussia gilt als Top-Favorit auf den Titel.

Choreografie: Die Dortmunder Fans wollen die Europa League auch zu ihrem Wettbewerb machen. Nach Champions League (1997) und Europapokal der Pokalsieger (1966) soll das "Album" vervollständigt werden - das gelang in der Historie bisher nur Juventus, Ajax Amsterdam, dem FC Bayern und dem FC Chelsea.

Choreografie der BVB-Fans: "Das Album vollenden" Zur Großansicht
Getty Images

Choreografie der BVB-Fans: "Das Album vollenden"

Die erste Halbzeit: Was eine Machtdemonstration hätte werden können, endete in einer knappen Pausenführung. Der BVB war dominant, führte durch den Treffer von Lukasz Piszczek (5. Minute) früh, zwang die Portugiesen mit hohem Pressing zu Ballverlusten und verzeichnete ein Torschussverhältnis von 9:1. Allein die Qualität der Abschlüsse stimmte nicht. Porto konnte trotz schwacher Leistung zufrieden sein.

Die zweite Halbzeit: An der Überlegenheit der Dortmunder änderte sich wenig. Marco Reus erzielte den zweiten Treffer (71.), anders als vor der Pause gab es noch weitere Großchancen. BVB-Torhüter Roman Bürki hatte aber auch noch seinen Auftritt, der Schweizer blieb lange vor dem eingewechselten Hyun-Jun Suk stehen und vereitelte so die einzige echte Torchance der Portugiesen (89.).

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Europa League: Reus' Rache
Comeback des Spiels: Damit hatten selbst BVB-Insider nicht gerechnet. Nach fast einjähriger Verletzungspause stand der Dortmunder Nuri Sahin mal wieder auf dem Rasen im Dortmunder Stadion. 58 Minuten dauerte Sahins Rückkehr nach 355 Tagen ohne Profifußball - der 3:0-Sieg gegen den FC Schalke am 28. Februar 2015 war der letzte Einsatz des Mittelfeldspielers. Fehlende Spielpraxis war ihm nicht anzumerken. Sahin spielte 67 Pässe, bei einer Erfolgsquote von 92,5 Prozent. Zudem bereitete der Türke zwei Torschüsse vor und gewann acht von elf Zweikämpfen.

Des einen Freud...: Sahin hatte von der Krankheit von Ilkay Gündogan profitiert. Der deutsche Nationalspieler stand nicht mal im Kader. Dieses Schicksal ereilte auch Gonzalo Castro, der allerdings völlig gesund zuschauen musste. Dortmunds Trainer begründete seine Maßnahme mit schlechten Trainingsleistungen. Zumindest beim Zugang von Bayer Leverkusen scheinen Tuchels Forderungen nicht angekommen zu sein.

Schrecksekunde: Es lief die 58. Minute, als Reus von Silvestre Varela rüde umgegrätscht wurde. Das hätte für den Portugiesen statt der Gelben auch gut eine Rote Karte bedeuten können. Und die nächste schwere Reus-Verletzung wäre auch möglich gewesen. Es blieb bei der Befürchtung - der 26-Jährige kam zurück und erzielte den wichtigen zweiten Treffer.

Portos Torhüter Casillas: Nächste Pleite in Dortmund Zur Großansicht
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Portos Torhüter Casillas: Nächste Pleite in Dortmund

Negativserie: Portos Torhüter Iker Casillas hat in seiner Karriere alles gewonnen. In Dortmund wartet der Spanier aber weiterhin auf seinen ersten Sieg. Mit Real Madrid schaffte er in der Saison 2002/2003 immerhin mal ein Remis, nun folgte im vierten Spiel die dritte Niederlage.

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insgesamt 5 Beiträge
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1. Spanien
Lagrange 18.02.2016
Naja man muss ehrlich sein - die Euroleague wird seit Jahren von den Spaniern dominiert - damit ist ein FC sevillia auch über Dortmund zu setzen. Trotzdem freut es mich, dass wir dieses Jahr in der EL so gut vertreten sind. Und nach den Hinspielen sieht es für die nächste Runde ja auch gar nicht so schlecht aus. Schade dass die EL von so einem Werbesender übertragen wird.
2. Bravo Borussia!
wiesenflitzer 19.02.2016
Sicherlich gibt es schwerere Kaliber als den FC Porto, aber was die Borussia gestern richtig gut gemacht hat, war das schnelle Ballerobern im Mittelfeld und das enge und konsequente angehen des Ballführenden. Die Portugiesen wurden quasi bereits an der Mittellinie gestoppt. Nach hinten alles dicht, nach vorne schnelle Spielzüge. Diese Leistung werden sie am 05.03. brauchen!!
3. fc porto
kloppskalli 19.02.2016
war Porto so schwach, oder war Dortmund so gut?
4. FC Porto
chiefseattle 19.02.2016
... ist nicht nicht so stark wir früher, Dortmund sollte es schaffen. Finale gegen Sevilla.
5.
Boesor 19.02.2016
Zitat von kloppskalliwar Porto so schwach, oder war Dortmund so gut?
da gibt es ja durchaus Wechselwirkungen. Ich würde nach dem Spiel behaupten Dortmund war Stark und deshalb Porto schwach.
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Sieger Europa League der letzten 25 Jahre
Jahr Verein
2015 FC Sevilla
2014 FC Sevilla
2013 FC Chelsea
2012 Atlético Madrid
2011 FC Porto
2010 Atlético Madrid
2009 Schachtar Donezk
2008 Zenit Sankt Petersburg
2007 FC Sevilla
2006 FC Sevilla
2005 ZSKA Moskau
2004 FC Valencia
2003 FC Porto
2002 Feyenoord Rotterdam
2001 FC Liverpool
2000 Galatasaray Istanbul
1999 AC Parma
1998 Inter Mailand
1997 FC Schalke 04
1996 FC Bayern München
1995 AC Parma
1994 Inter Mailand
1993 Juventus Turin
1992 Ajax Amsterdam
1991 Inter Mailand
1990 Juventus Turin
1989 SSC Neapel
bis einschl. der Saison 2008/2009 "Uefa Cup"

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